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Kritik von der Kreissparkasse Stadt verteidigt Mangel an Bauplätzen in Bramsche

Von Heiner Beinke

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be/jp Bramsche. Wenn nicht jetzt , wann dann: So denken viele, die vor der Frage stehen, ein eigenes Haus zu bauen. Die niedrigen Zinsen sorgen für einen Bauboom, der vielerorts, auch in Bramsche, zu einem Mangel an Angeboten führt. Doch dem Druck, auf die Schnelle mehr Baugebiete auszuweisen, setzt die Stadt Bramsche einige Argumente entgegen.

„Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Einwohnerzahl übersteigt die Nachfrage nach Bauplätzen und Bestandsimmobilien massiv das regionale Angebot. Mangelware sind besonders städtische Baugebiete. Die politischen und verwaltungstechnischen Entscheidungsprozesse müssen deutlich schneller werden, um den Zuzug von Fach- und Führungskräften in die Region attraktiv zu gestalten“, fasst Bernd Heinemann, Vorstand der Kreissparkasse Bersenbrück, die aktuelle Problemlage aus seiner Sicht zusammen.

Vorlauf zu lang

Der Vorlauf für ein neues Baugebiet sei viel zu lang, kritisiert der Banker. Das führe teilweise sogar zu einem Rückgang bei den Neubauten, weil es nicht genügend Plätze gebe. „Dramatisch“ sei inzwischen auch die Situation auf dem Immobilienmarkt. „Wir haben keine zehn Objekte mehr im Bestand“, sagt Heinemann. Mit dem Problem ist die Kreissparkasse nicht allein. Auch bei der Volksbank als zweitem regionales Geldinstitut ist die Situation ähnlich: Manche Objekte seien schon fast wieder weg, bevor das Haus zum Verkauf angeboten werde, sagt Dominik Mersch von der Volksbank Osnabrücker Nordland.

Riesige Nachfrage

In Bramsche wird zwar in den Neubaugebieten am Stapelberger Weg und in Engter kräftig gebaut, weitere Grundstücksvergaben stehen aber nicht an. Bei riesiger Nachfrage: Für die geplanten acht Baugrundstücke an der Varusstraße in Schleptrup an der Grenze zur Gartenstadt haben sich schon rund 150 Interessenten gemeldet.

Infrastruktur muss passen

Dass die Nachfrage groß ist, weiß auch Bramsches Leitender Baudirektor Hartmut Greife. „Wir müssen nur sehen, dass wir mit der sozialen Infrastruktur hinterher kommen“. Die Stadt erlebt das gerade in Engter, wo aufgrund der vielen Zuzüge die Kindergartenplätze knapp geworden sind. „Deswegen machen wir in Engter jetzt auch erst einmal piano weiter“, erklärt Greife die gedrosselte Ausweisung von neuen Bauplätzen in dem Ortsteil.

Bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes müsse über sinnvolle Erweiterungen von Wohngebieten nachgedacht werden, meint Bürgermeister Heiner Pahlmann. Die große Nachfrage sei die eine Seite, der verantwortungsvolle Umgang mit Flächen die andere. „Auch darüber müssen wir nachdenken und verstärkt auf Nachverdichtung setzen“, meint Pahlmann.

Fehlentwicklungen vermeiden

Die Kritik der Kreissparkasse und anderer Banken sei aus deren Sicht „völlig verständlich“, findet der Erste Stadtrat Ulrich Willems. Schließlich ließen sich da noch viel mehr Darlehen abschließen. Doch wenn die Stadt das freie Spiel von Angebot und Nachfrage bediene und ohne tiefere Überlegungen städtische Flächen als Bauland ausweise, könne dies schnell zu problematischen „städtebaulichen Schieflagen“ führen, warnt Willems. Dabei dürfe man nicht nur den einzelnen Ortsteil betrachten, sondern müsse „das Ganze hinterfragen“ und stimmig entwickeln, ergänzt Hartmut Greife. Das brauche nun mal seine Zeit.


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