Oberleitungen zerstört Bramsche/Rieste: Nach Sturm wochenlang ohne Telefon

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Auch beim Sturm „Friederike“ wurden zahlreiche oberirdische Telefonleitungen zerstört. Laut Telekom gab es mehrere tausend Schäden in Deutschland. Symbolfoto: Patrick Siebrecht (Archiv)Auch beim Sturm „Friederike“ wurden zahlreiche oberirdische Telefonleitungen zerstört. Laut Telekom gab es mehrere tausend Schäden in Deutschland. Symbolfoto: Patrick Siebrecht (Archiv)

Bramsche/Rieste. Aufatmen in Teilen von Rieste und Evinghausen: Fünf Wochen nach Sturm „Friederike“ funktionieren die Telefonleitungen endlich wieder. Verärgerung aber bleibt.

Donnerstag, 18. Januar 2018, in der Mittagszeit: Sturm „Friederike“ tobt über Deutschland und auch über Rieste. Dort, in der Meyerhofstraße, „habe ich gegen 13.30 Uhr plötzlich kein Internet mehr gehabt“, erinnert sich ein Anwohner. Der Sturm hatte eine Leitung zerstört, in mehreren Haushalten funktionierte das Internet nicht mehr, ebensowenig waren Telefonate über das Festnetz möglich.

Ein Zustand, der wochenlang anhalten sollte: „Als ich den Schaden bemerkt habe, habe ich sofort über Handy bei unserem Anbieter Osnatel angerufen“, berichtet einer der betroffenen Bewohner der Meyerhofstraße. Dort habe er gesagt bekommen, man gebe die Störung an die zuständige Telekom weiter – und ab dann „musste ich selbst immer wieder nachfragen, wann sich denn endlich mal etwas tut“, sagt der Riester weiter. Doch von Seiten Osnatels habe es immer nur geheißen, man bekomme selbst keinerlei Rückmeldung von der Telekom.

Werden Gebühren fällig?

So vergingen die Tage, die Wochen: Tatsächlich mussten die betroffenen Anwohner der Meyerhofstraße in Rieste bis Anfang dieser Woche – also mehr als einen Monat lang – warten, bis sie ihren Telefonanschluss wieder nutzen konnten. „Sehr ärgerlich, wie lange das gedauert hat“, meint der Riester – und er wisse jetzt „noch nicht mal, ob Osnatel mir Gebühren abbuchen wird, obwohl ich ja den Anschluss gar nicht nutzen konnte.“

Die Verärgerung des Riesters voll und ganz nachvollziehen kann Martin Pörtner: Er wohnt in Evinghausen, am Gevaweg an der Ortsgrenze zu Icker, und musste nach dem Sturm „Friederike“ ebenfalls wochenlang darauf warten, dass die Telefonleitung wieder repariert wurde. „Und das, wo hier auch der Mobilfunk nur sehr schlecht funktionert: Je nach Wetter, muss ich weit aus dem Haus gehen, um überhaupt eine Verbindung zu kriegen“, so Pörtner. Der neuerliche Vorfall – es war nicht das erste Mal, dass die Telefonleitung zerstört war – macht den Evinghäuser nachdenklich: „Das ist so ein geiles Kaff hier. Aber meine Frau und ich überlegen trotzdem mittlerweile: Wollen wir hier wirklich alt werden?“ Einen Notruf abzusetzen, sei nicht möglich, wenn weder Festnetz noch Mobilfunk richtig funktionieren. Und selbst wenn, käme zumindest im Winter nach Pörtners Meinung kein Rettungsfahrzeug die Straße herauf: „Früher wurde hier mal gestreut, nachdem eine Pflegerin auf Glatteis gestürzt war. Das hat der Betriebshof aber längst wieder eingestellt“, ärgert sich Pörtner.

Was ihn wiederum an der Telekommunikationsversorgung stört: „Wir haben hier eine sehr langsame Internetverbindung. Das verhindert, dass meine Frau und ich im Home Office arbeiten können. Wir müssen deshalb zu Verkehrsinfarkt und Luftverschmutzung beitragen, obwohl wir das gar nicht wollen.“

Tausende Schäden

Aber immerhin: Sie geht wieder, die Internet- und Telefonverbindung. Warum es in Evinghausen wie auch in Rieste so lange gedauert hat mit den Reparaturen, erklärt die Telekom mit den „mehrere tausend Schäden an oberirdischen Kabeln“ in ganz Deutschland nach Sturm „Friederike“. Das dauere laut einem Sprecher, „weil es zu wenig Unternehmen gibt, die solche Schäden beheben können.“


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN