Weitere Investitionen geplant Land steht kurz vor Kauf der Fläche für LAB Hesepe

Von Heiner Beinke


Bramsche. Das Land Niedersachsen will die Liegenschaften der Flüchtlingsunterkunft in Bramsche-Hesepe vom Bund erwerben. Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss. Danach soll kräftig in dieses „Ankunftszentrum Bramsche“ der Landesaufnahmebehörde (LAB) investiert werden.

LAB-Pressesprecherin Hannah Hintze bestätigte auf Anfrage die Absicht des Landes, die Liegenschaft zu erwerben. Ausgenommen sei die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genutzte Teilfläche. „Es ist in Kürze mit einer Entscheidung des Finanzministeriums zu rechnen,“ teilte sie weiter mit. Aufgrund des „kurz bevorstehenden Vertragsschlusses“ könne sie allerdings derzeit „keine Auskünfte hinsichtlich des Ankaufpreises geben.“

Die Pressesprecherin bestätigt auch die anstehenden Sanierungsmaßnahmen, die derzeit geplant werden. „Diese werden allerdings erst nach dem erfolgtem Ankauf und nach Eigentumsübergang initiiert,“ so Hintze. „Der Umfang der Sanierungsarbeiten und der zeitliche Ablauf werden zurzeit noch abschließend geklärt, wodurch noch Änderungen in den Summen und Terminierungen auftreten können.“

Wesentliche Teile des Umbauprogramms hat Klaus Dierker, Leiter der LAB Bramsche im Ortsteil Hesepe erläutert. Ein zentraler Baustein ist demnach ein neues Empfangsgebäude. Derzeit steht am Eingang zur ehemaligen Kaserne nur ein kleines Pförtnerhäuschen, an dem schon aus Brandschutzgründen etwas getan werden muss. Sinnvoll wäre es, dort ein Gebäude zu haben, das die komplette Nachtunterbringung von Neuankömmlingen ermöglicht. „Wir müssen bisher die Menschen, die hier nachts ankommen, provisorisch auf dem Gelände verteilen“, erläutert Dierker. Eine zentrale Unterbringung sei aber aus verschiedenen Gründen wünschenswert. Gedacht sei an eine Kapazität von bis zu 100 Betten, die auch den Bedürfnissen von Familien und Alleinreisenden gerecht werde.

Das zweite große Projekt geht auf Erfahrungen zurück, die während einer Übung gesammelt wurden. Bei der Simulation eines Massenanfalls von Verletzten habe sich gezeigt, dass die zentrale Zufahrt zur Liegenschaft allein nicht ausreichend sei, erklärt Dierker. Deshalb wird der provisorische Nebeneingang an der Hauptstraße zu einer offiziellen Zufahrt, dann auch mit einem Eingangsgebäude, in dem sich Neuankömmlinge registrieren lassen können.

Auch die Unfall- beziehungsweise Krankenstation zieht um. Nach dem Auszug des Bundesverwaltungsamtes aus dem ehemaligen Kasernengelände wird hierfür ein ganzes Gebäude hergerichtet, in dem dann auch eine Röntgenabteilung Platz hat. „Das hatten wir bisher nicht. Für entsprechende Untersuchungen mussten wir die umliegenden Krankenhäuser in Anspruch nehmen und einen Fahrdienst organisieren“, berichtet Dierker.

Nach und nach sollen dann auch die Unterkünfte und die Bürogebäude saniert werden. Zum Bemühen des Landes, den Standort für die Zukunft abzusichern, passt auch die Bitte an die Stadt Bramsche, für das gesamte Gelände einen Bebauungsplan aufzustellen. Der ist bei der Stadt Bramsche bereits in Arbeit. Der Geltungsbereich erstreckt sich über die ganze ehemalige Kaserne sowie auf einen etwa 2,5 Hektar großen Teil der dem Haupteingang vorgelagerten Fläche. Hier gibt es die Besucherparkplätze und eine Waldfläche. Insgesamt umfasst der Plan ein Gebiet von 18 Hektar.


Am 29. Juli 1988 wird das „Willem-Versteegh-Kamp“ der niederländischen Armee in Hesepe endgültig geschlossen. Mit dem Ende des NATO Camps beginnt eine wechselvolle Geschichte des 17,4 Hektar großen Geländes mit elf Verwaltungsgebäuden und elf Unterkünften. Danach wechselte der Name alle paar Jahre, aber Hesepe war immer Anlaufpunkt für schutzbedürftige Menschen. Von 1989 bis 2000 war Hesepe offzielles Grenzdurchgangslager mit 2600 Betten. Bis zum Ende dieser Ära kamen hier eine halbe Million Spätaussiedler an. Danach war das Lager Landesaufnahmestelle, Gemeinschaftsunterkunft für Ausländer, Erstaufnahmeeinrichtung und jetzt „Ankunftszentrum“.