Windräder drehen ins Plus Bramsche meldet Vollzug bei der Energiewende

Von Heiner Beinke

Windräder, so weit das Auge reicht: 36 neue Anlagen (inklusive Rieste und Vörden) sind im Raum Bramsche in den letzten Jahren entstanden. Foto: Heiner BeinkeWindräder, so weit das Auge reicht: 36 neue Anlagen (inklusive Rieste und Vörden) sind im Raum Bramsche in den letzten Jahren entstanden. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Im letzten Jahr sind 86 Prozent des in Bramsche bezogenen Stroms aus regenerativen Energien erzeugt worden. Nach Angaben von Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Brüggemann wären es sogar 100 Prozent, wenn man nicht nur die ins Bramscher Netz einspeisenden Windenergieanlagen mitrechne, sondern alle Anlagen, die auf Bramscher Grund stehen.

„Die Energiewende ist in Bramsche vollzogen“. Mit diesen Worten kommentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Quebbemann den Vortrag von Brüggemann im Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Personal des Bramscher Stadtrates. Tatsächlich sind insbesondere die neuen Windparks in Kalkriese, Wittefeld und Ahrensfeld für diese Entwicklung verantwortlich, wie Brüggemann deutlich machte. Im Jahr 2016 hatte der Anteil der erneuerbaren Energien am Strombezug noch bei 31 Prozent gelegen, 2015 und 2014 waren es nur 9 Prozent.Brüggemann bezeichnete es als Herausforderung für die Zukunft, durch neue Speichertechnologien dafür zu sorgen, das Angebot und Nachfrage besser zusammenkommen.

Brüggemann gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge in den einzelnen Windparks.

Kalkriese

Mit einem Anteil von ursprünglich 10.000 Euro (Wert inzwischen: 17.500 Euro) halte die Stadt 0,23 Prozent von insgesamt 7,6 Millionen Euro Kommanditeinlage an der Windpark I Kalkriese GmbH & Co. KG. Die Stadt ist einer von 63 Kommanditisten. Die 12 Windräder sind seit Sommer 2016 in Betrieb. Im Jahr 2016 wurden 50,5 Millionen Kilowattstunden (kWh) produziert, letztes Jahr waren es 94 Millionen. Gab es 2016 noch einen Jahresfehlbetrag von 30.000 Euro, so werden für 2017/2018 erste Gewinnausschüttungen erwartet. Die Bürgerwindgenossenschaft hat zwei statt der ursprünglich geplanten drei Windräder übernommen. Mit dem Umweltforum wurde eine Einigung über Ausgleichsflächen und Abschaltkontingente erreicht.

Ahrensfeld/Wittefeld

Diese beiden Windparks werden unter dem gemeinsamen Dach der AW Windenergie Bramsche GmbH & Co KG geführt. An der Windenergie Ahrensfeld GmbH & Co. KG hält die Stadt einen Anteil von 15.000 Euro (30.000), entsprechend 1,17 Prozent bei 2.560.500 Euro Kommanditeinlage. 28 Kommanditisten sind hier beteiligt.

An der Windenergie Wittefeld GmbH & Co. KG hält die Stadt 12.000 Euro (24.000), entsprechend 0,57 Prozent von 4.189.500 Euro Kommanditeinlage Hier sind 44 Kommanditisten beteiligt.

Die 13 Windräder in diesen Parks haben im letzten Jahr 74,7 kWh Strom produziert. Bedingt durch die andere Struktur haben die beiden Einzel-Gesellschaften bereits 2016 Überschüsse ausgewiesen, während die Dachgesellschaft einen Fehlbetrag hatte. Für 2017/18 sind auch hier laut Brüggemann erste Gewinnausschüttungen zu erwarten.

Für diese Windräder ist nach Angaben des Stadtwerke-Geschäftsführers die „bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung“ bereits in Auftrag gegeben, so dass die Warnbeleuchtung nur angeschaltet wird, wenn sich tatsächlich ein Flugobjekt nähert. Wie in Kalkriese wurde mit dem Umweltforum eine Einigung über Ausgleichsflächen und Abschaltkontingente erreicht, es laufen aber noch Widersprüche von fünf Anwohnern. Die geplante Bürgerbeteiligung steht noch aus. Nach Angaben von Brüggemann fehle die Genehmigung der Bankenaufsicht BaFin für einen Prospekt, der als Referenzmodell für Ahrensfeld/Wittefeld dienen soll. Außerdem könne die Rentabilitätsberechnung erst abgeschlossen werden, wenn alle Investitionen getätigt sind.

Bei allen Windparks haben die Stadtwerke Bramsche die Betriebsführung mit Wartung und Instandhaltung für die Kabeltrasse und das Umspannwerk übernommen.

„Es macht Sinn, dort mitzumachen“, fand FDP-Ratsherr Jürgen Kiesekamp nach dem Vortrag die städtische Beteiligung gerechtfertigt. Er erinnerte daran, dass die Betriebe in Bramsche ansässig seien und dort auch Gewerbesteuer entrichten würden.