Förderung durch die WIGOS Bramscher Symbiofilter auf der Landesgartenschau Bad Iburg

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Freuen sich auf den Einsatz des Symbiofilters bei der Landesgartenschau in Bad Iburg (von links): Diplom-Biologe Helgo Feige und WIGOS-Geschäftsführer Siegfried Averhage. Foto: Wigos/Kimberley LübbersmannFreuen sich auf den Einsatz des Symbiofilters bei der Landesgartenschau in Bad Iburg (von links): Diplom-Biologe Helgo Feige und WIGOS-Geschäftsführer Siegfried Averhage. Foto: Wigos/Kimberley Lübbersmann

Bramsche/Bad Iburg. Die Entengrütze geht auf Reisen: Der biologische Symbiofilter des Unternehmens Aqualight in Bramsche, der mit Hilfe von Algen und der so genannten Entengrütze Luft und Wasser reinigen kann, stellt sein Können vom 18. April bis zum 14. Oktober auf der Landesgartenschau (LAGA) in Bad Iburg unter Beweis.

Gefördert wird das Projekt von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land WIGOS. „Wir erhoffen uns, dass auf diese Weise möglichst viele Menschen diese innovative Umwelttechnik aus dem Osnabrücker Land kennenlernen“, so WIGOS-Geschäftsführer Siegfried Averhage bei der Übergabe des Förderbescheides.

Der von der Aqua Light GmbH und dem in Bramsche lebenden Physiker Prof. Dr. Hilmar Franke entwickelte Symbiofilter klärt Abwasser auf natürlicher Basis mit Hilfe verschiedener Wasserpflanzen, darunter die Entengrütze gennannten Wasserlinsen oder wissenschaftlich „Lemna minor“, sowie Mikroorganismen. Die akademische Begleitung des durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geförderten Projektes gewährleistet die Universität Osnabrück.

Modellanwendung

Der erste Symbiofilter arbeitet bereits im Klärwerk in Bramsche und sorgt dafür, dass dort die Luftemissionen deutlich abgenommen haben. „2017 stand ganz im Zeichen dieser ersten Modellanwendung – in diesem Jahr wollen wir das System weiterentwickeln und für deutlich breitere Anwendungen nutzbar machen“, schildert Diplom-Biologe Helgo Feige, der als Projektmanager unter anderem die Entwicklung des Symbiofilters bei Aqualight leitet.

Das Prinzip des lebenden Filters setzt ganz auf die reinigende Kraft der Natur. Abwasser wird durch ein Kaskadensystem transparenter Becken geleitet, das die Kultivierung von Wasserlinsen und Mikroorganismen auf geringstem Raum ermöglicht. Die Anfangskulturen der Pflanzen vermehren sich schnell und nehmen dabei die Schadstoffe aus dem Wasser auf. Die üppige grüne Flora wird regelmäßig von der Wasseroberfläche abgeschöpft. Die Pflanzen können dann je nach Inhaltsstoffen entweder entsorgt oder etwa als Dünger verwertet werden. Die angeschlossene Luftreinigung erfolgt über den „Wäscher“, einen großen Plexiglaszylinder, in dem mit Mikroalgen versetztes Wasser versprüht wird. Sie binden die Schad- und Geruchsstoffe und verstoffwechseln sie anschließend im Symbiofilter.

Frost schadet

Viel hat sich schon seit dem Bau des Prototypen für die Kläranlage in Bramsche verändert: Die Kaskaden liegen deutlich enger zusammen, was noch mehr Wasseroberfläche bei gleichem Gesamtflächenbedarf bedeutet. Und die am Firmenbebäude bei Aqualight betriebene Anlage ist in einem Container untergebracht. „Lemna mögen es nicht gerne kalt“, erklärtet Helgo Feige. So habe etwa die Leistung der Anlage am Klärwerk während der kurzen Frostperiode deutlich nachgelassen.

Mit Frost ist jedoch auf der LAGA nicht zu rechnen: „Wir hausen den neuen Filter dort deshalb auch nicht ein – für Besucher ist es so viel einfacher, sich das Kaskadensystem anzuschauen und vielleicht auch mal den Finger in die grüne Entengrütze zu stecken“, so der Biologe augenzwinkernd. In Bad Iburg wird es vor allem um die Luftreinigung gehen. Feige und Averhage hoffen auf großes Interesse für den Symbiofilter: „Innovative Umwelttechnik hat für die Wirtschaftsförderung gerade in Zeiten hoher Feinstaubbelastungen und belasteter Gewässer einen hohen Stellenwert“, skizzierte der WIGOS-Chef. Das Osnabrücker Land sei hier gut aufgestellt und der Symbiofilter ein vielversprechender Baustein in einer nachhaltigen Wertschöpfungskette.


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