Ortsversammlung des Landvolks Viele Herausforderungen für Bramscher Landwirte

Von Andreas Wenk

Machen sich stark für Landwirtschaft (von links): Sandra Kühle und der Bramscher Landvolk-Vorstand mit Schriftführer Jan Dirk Bühnung, dem Vorsitzenden Ralf Große-Endebrock, Beisitzer Claas Hundeling, dem 2. Vorsitzenden Jan Gerd Bührmann und dem neuen Kassenführer Arndt Mügge neben Jörg Schomborg, Referent und Geschäftsstellenleiter in Osnabrück. Foto: Andreas WenkMachen sich stark für Landwirtschaft (von links): Sandra Kühle und der Bramscher Landvolk-Vorstand mit Schriftführer Jan Dirk Bühnung, dem Vorsitzenden Ralf Große-Endebrock, Beisitzer Claas Hundeling, dem 2. Vorsitzenden Jan Gerd Bührmann und dem neuen Kassenführer Arndt Mügge neben Jörg Schomborg, Referent und Geschäftsstellenleiter in Osnabrück. Foto: Andreas Wenk

awen Bramsche. Kurz und bündig hat der Landvolk-Ortsverband Bramsche die nötigen Regularien der Jahresversammlung abgearbeitet. Die turnusmäßig zur Disposition stehenden Ämter wurden einstimmig durch Wiederwahl besetzt. Trotzdem wurde es ein langer Abend: Die neue Geschäftsstellenleiterin in Bersenbrück, Sandra Kühle, stellte sich den Mitgliedern vor und gab nach einer kurzen Rückschau einen Ausblick auf die vielen Herausforderungen des Jahres 2018.

Der Landkreis müsse bis Jahresende seine Flora-Fauna-Habitat-Gebiete nach Brüssel gemeldet und eine entsprechende Schutzverordnung „gestrickt“, also erlassen haben. Hier wartet laut Kühle noch viel Arbeit auf den Verband. Der Landkreis sei zwar bereit, die Bauern zu beteiligen, es gelte aber, mögliche Schärfen durch Gespräche und Verhandlungen zu verhindern.

Viel Arbeit zeichne sich auch beim Thema Wasser ab. Wie jüngst bereits in Belm gelte nunmehr eine neue Verordnung. Dort sei es nicht gelungen, alle Härten wegzuverhandeln. Bei neuen Wasserentnahmestellen gehe es aber um Regelungen mit 30 Jahren Laufzeit. Für eine rechtliche Überprüfung benötige man Landwirte, die mitziehen und ihren Namen dafür hergeben, denn hier gebe es kein Verbandsklagerecht. Mancher Landwirt scheue sich jedoch davor, sich mit dem Landkreis juristisch anzulegen, berichtete Kühle aus der Praxis.

Düngeverordnung „dickes Brett“

Trotz möglicher Klagen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Landkreis sonst recht gut. Das war auch am Vormittag beim Landvolktag in Osnabrück deutlich geworden. Kühle berichtete in Bramsche etwa von konstruktiven Gesprächen über das Thema Nährstoffeintrag. Die verliefen auf „Augenhöhe“, so die Juristin. Als „dickes Brett“ bezeichnete sie die neue Düngeverordnung und bot den Mitgliedern Hilfe an. Das zieht einen ganzen „Rattenschwanz nach sich“, sagte Kühle und prognostizierte: „Das wird uns noch lange beschäftigen.“ Die Landwirte forderte sie auf, Ihre Höfe verstärkt der Öffentlichkeit zu öffnen. Sowohl der Verband als auch „jeder von uns“ seien beim Thema Imagewerbung gefragt.

Jörg Schomborg als Leiter der Bezirksstelle Osnabrück der Landwirtschaftskammer gab anschließend einen Einblick in die wirtschaftliche Entwicklung der Landwirtschaft im Landkreis. Danach hat sich die Ertragslage insgesamt nach zwei mageren Jahren wieder leicht ins Plus gedreht, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen Acker-, Futteranbau und Veredelungsbetrieben. Zugleich gab er einen Überblick über Direktzahlungen und Veränderungen bei den Anträgen.

Hier gebe es jetzt ein webbasiertes Tool statt einer DVD. Außerdem müssten Landwirte mit Flächen in mehreren Bundesländern dort ihre Anträge jeweils einzeln einreichen. „Das macht die Sache insgesamt nicht unbedingt einfacher“, so Schomborg. Damit traf er den Nagel auf den Kopf. Deshalb meinte Heinrich Janz am Rande: „das macht doch alles keinen Spaß mehr.“ Zu den zahlreichen Beschränkungen und Bestimmungen meinte er „bald sind wir keimfrei“, mit Landwirtschaft habe das nur noch wenig zu tun.

Als einen erheblichen Kostenfaktor im Verbandshaushalt war im Kassenbericht der Zuschuss für das Winterfest in Erscheinung getreten. In diesem Jahr kosten die Karten 20 Euro. Wie im vergangenen Jahr ist auch am 24. Februar wieder ein Diskjockey engagiert, nicht zuletzt auf Wunsch jüngerer Mitglieder, betonte er nach kurzer Diskussion über Livemusik als Alternative.