Radsportler protestieren Evinghausen: Klare Tendenz Richtung Rüttelstreifen

Von Heiner Beinke

An der Bergstraße in Bad Essen sind Rüttelstreifen aufgebracht worden. Die Polizei wertet die Maßnahme, die auch in Evinghausen kommen soll, als Erfolg. Foto: Oliver KratoAn der Bergstraße in Bad Essen sind Rüttelstreifen aufgebracht worden. Die Polizei wertet die Maßnahme, die auch in Evinghausen kommen soll, als Erfolg. Foto: Oliver Krato

Bramsche. Die Aufbringung sogenannter Rüttelstreifen auf der L87 zwischen Engter und Evinghausen wird immer wahrscheinlicher: Die Verkehrskommission habe sich nach einem Ortstermin für diese Maßnahme ausgesprochen, teilt die Bramscher Stadtverwaltung mit. Das wird Radsportler gar nicht freuen, die deswegen schon bei Bürgermeister Heiner Pahlmann protestiert haben.

Beim Ortstermin mit Vertretern aller beteiligten Behörden sei es eindeutig „tendenziell in Richtung Rüttelstreifen“ gegangen, berichtete Verwaltungsmitarbeiter Matthias Hintz am Mittwoch. Weil diese Maßnahme aber nicht billig sei, müsse erst noch die Frage der Finanzierung geklärt werden. Zuständig dafür ist das Land. Die Stadt sei dabei nur am Verfahren beteiligt, nicht federführend. Wann an der Straße etwas passiert, sei deshalb jetzt noch nicht zu sagen.

„Mildere Mittel“

Hintergrund der Entscheidung ist die Tatsache, dass das Verwaltungsgericht Osnabrück das im Frühjahr 2015 erlassene „Durchfahrverbot für Krafträder aller Art“ auf der L87 für unzulässig erklärt. Es gebe „mildere Mittel“ zur Senkung der Unfallgefahren. Ausdrücklich genannt worden seien dabei Rüttelstreifen, erklärte Hintz. Beim Ortstermin habe die Polizei darauf verwiesen, dass in Bad Essen an der Bergstraße die Querrillen bereits zur Senkung der Unfallzahlen beigetragen haben.

Radsportler besorgt

Radsportler sind von dem Vorhaben gar nicht begeistert. Sie hätten die Pläne „mit Besorgnis“ zur Kenntnis genommen, schreiben Matthias Feldmann und Dirk Beckendorff in einem gemeinsamen Brief im Namen der Radsportabteilungen von TuS Bramsche und TuS Engter an Bürgermeister Heiner Pahlmann. „Diese Strecke ist bei Fahrradfahrern - und hier insbesondere bei Freizeit-Radsportlern- aus der ganzen Region sehr beliebt. Mit dem Anbringen der Rüttelstreifen wäre diese Strecke für uns praktisch nicht mehr befahrbar,“ schreiben sie. Auch sie beziehen sich auf die Strecke an der Bergstraße in Bad Essen, die für sie aber ein „schlechtes Beispiel“ ist: „Eine landschaftlich sehr schöne Strecke ist uns durch das Auftragen dieser Rüttelstreifen genommen worden. Das Fahren vom Essener Berg hinunter nach Bad Essen ist zu gefährlich geworden.“

Es wäre „sehr schade“, wenn am Ende ausgerechnet Radfahrer die eigentlich Leidtragenden der langjährigen Problematik werden,“ heißt es in dem Brief. Die Unterzeichner erinnern auch daran, dass die Strecke Teil verschiedener Radsportereignisse ist. Die Niedersachsenrundfahrt führe ebenso über die L78 wie die Radtouristikfahrten der beiden Bramscher Vereine mit zusammen rund 700 Teilnehmern.

Der Bürgermeister weist in seiner Antwort darauf hin, dass die Stadt ja auch eigentlich die Sperrung für Motorräder bevorzugt hätte. Für die Bedenken der Radsportler hat auch Matthias Hintz vollstes Verständnis: Bei dem begeisterten Radfahrer „schlagen zwei Herzen in meiner Brust“. Die dienstliche Vernunft steht dabei aber über der sportlichen Leidenschaft: „In einem Abwägungsprozess hat die Reduzierung der Unfallgefahr auf der Strecke einfach deutlich mehr Gewicht.“