Wohnraumkonzept vorgestellt Bramsche braucht 1600 zusätzliche Wohnungen bis 2035

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Der Wohnungsbau muss laut CIMA-Prognose in Bramsche vorangetrieben werden. Archivfoto: Björn DieckmannDer Wohnungsbau muss laut CIMA-Prognose in Bramsche vorangetrieben werden. Archivfoto: Björn Dieckmann

Bramsche. In Bramsche werden bis 2035 rund 1600 zusätzliche Wohnungen benötigt, davon etwa 600 in Mehrfamilienhäusern. Das ist die Kernaussage einer Prognose der Cima, dem Institut für Regionalwirtschaft. Benötigt werden demnach vor allem kleine Wohnungen.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hatte Cima-Mitarbeiter Fabian Böttcher die Untersuchung vorgestellt, die auf dem Wohnraumbedarfskonzept des Landkreises basiert. Danach wird die Einwohnerzahl im Bramscher Osten stark (fast 9 Prozent) und im Westen leicht (zwei Prozent) wachsen, während es in Bramsche-Mitte (einschließlich Epe und Pente) einen leichten Rückgang (minus zwei Prozent) geben werde. Insgesamt erwarte er für Bramsche „eine gute bis durchschnittliche Entwicklung“ mit einem Bevölkerungswachstum von knapp unter zwei Prozent für das gesamte Stadtgebiet.

Kleine Haushalte

Bedingt durch den demographischen Wandel wächst laut Böttcher vor allem die Zahl der kleinen Haushalte mit ein oder zwei Personen. Die Prognose geht davon, dass Haushalte mit nur einer Person um knapp 25 Prozent wachsen werden, die mit zwei Personen um gut 10 Prozent. Alle größeren Haushaltsformen würden demnach abnehmen.

Daraus ergebe sich die Aufgabe, sich auch verstärkt im Geschosswohnungsbau zu engagieren. Nicht in zu großen Baugebieten denken, möglichst nachverdichten und den Stadtkern attraktiv halten, lauteten weitere Empfehlungen des Gutachters. Der Kritik, dass die Entwicklung nicht für jeden Ortsteil einzeln berechnet worden ist, trat Böttcher entgegen: Dies wäre aufgrund der geringen absoluten Zahlen „nicht seriös“. Mehr als die Unterscheidung in Bramsche-Ost, -Mitte und -West sei nicht möglich.

„Bramsche gut aufgestellt“

Auch angesichts der Aussagen des Gutachtens sei Bramsche mit den Plänen für das Bahnhofsumfeld „sehr gut aufgestellt“, fand der SPD-Fraktionsvorsitzende Oliver Neils die aktuellen Planungen bestätigt. Auch das geplante Baugebiet an der Breslauer Straße liefere einen Ansatz für eine „gute Durchmischung“ von Wohnformen. Baudirektor Hartmut Greife sah in diesem Gebiet in der Gartenstadt auch eine gute Möglichkeit für Mietwohnungsbau: „Da testen wir mal den Markt“. Das Wohnraumbedarfskonzept sei auf alle Fälle „ein ganz wichtiger Baustein“ für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes.

Als „sehr guten Rahmen für politisches Handeln“ bewertete auch Anette Staas-Niemeyer die Untersuchung. Sie erinnerte daran, dass auch Eigentumswohnungen sehr gefragt seien. Weniger begeistert zeigte sich Andreas Quebbemann (CDU). Die Ausarbeitung biete über die schon aus dem Landkreis-Gutachten bekannten Werte hinaus nicht viel Neues. Quebbemann sah Neubaubedarf in allen Ortsteilen und warnte davor, zu viel planen zu wollen: „Der beste Planer ist der Markt“.


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