25:25 gegen TV Dinklage Bramscher Handballer ringen Spitzenreiter Remis ab

Von Andreas Schüßler

Linus Kruse (mit Ball) und seine Teamkollegen bleiben dank des Unentschiedens im Titelrennen. Foto: Moritz FrankenbergLinus Kruse (mit Ball) und seine Teamkollegen bleiben dank des Unentschiedens im Titelrennen. Foto: Moritz Frankenberg

Bramsche. Im Spitzenspiel der Landesliga Weser-Ems teilten sich die Handballer des TuS Bramsche die Punkte mit dem Tabellenführer TV Dinklage. Durch das 25:25 bleibt der TV Spitzenreiter und der TuS hinter der HSG Osnabrück und vor dem TV Bohmte auf Platz drei.

Erster Angriff Dinklage. Balleroberung Bramsche. Langer Ball von Spielertrainer Christoph Müller auf Kai Gellermann. 1:0. Wiederholung der Abfolge, 2:0. So untermauerten die Bramscher Handballer von Anpfiff an, dass sie das Topspiel gegen Tabellenführer Dinklage unbedingt gewinnen wollten.

Dieser zeigte sich allerdings stabil und spielte seinerseits seine Qualität aus, sodass sich ein hochklassiges Spiel entwickelte. Besonders defensiv präsentierten sich beide Seiten stark, während nach vorne einige Angriffe abgepfiffen wurden.

TuS kassiert Zeitstrafen

Keines der Teams konnte sich zunächst absetzen und nach über 20 Minuten war der Spielstand weiterhin ausgeglichen (8:8). Dann erhöhte Linus Kruse mit zwei Treffern auf 10:8, bevor zwei Zeitstrafen für die Bramscher Mannschaft folgten, die den Gästen das Aufholen durch Überzahl erleichterten. Kurz vor dem Halbzeitpfiff warf dann ein Dinklager den Ball zur 12:11-Führung mit unhaltbarer Kraft in die Maschen.

Nach der Pause brauchten die Hasestädter gut zehn Minuten und den gewohnt sicheren Siebenmeter-Schützen Alexander Brockmeyer, um den Spielstand wieder zu drehen (16:14). Zu diesem Zeitpunkt bestimmten die Hausherren klar das Spielgeschehen und ein bärenstarker Keeper Kai Golchert nervte die Dinklager sichtlich. Kurz darauf kam es zu den beiden Schlüsselszenen des Spiels.

Nach einer Dreifachparade von Golchert freute er sich so lautstark, dass die Unparteiischen dies als Provokation werteten. Zudem verstanden sie sein Anzeigen eines Gesichtstreffers als herablassende Geste und entschieden auf doppelte Zeitstrafe für den Schlussmann. Weniger als eine Minute später betrat Julian Göcke nach einem Missverständnis mit dem Kampfgericht Sekunden vor dem Ablaufen seiner Zeitstrafe bereits das Feld. Dies bedeutete eine erneute Zeitstrafe für ihn, seine dritte und damit die endgültige Disqualifikation des Bramschers.

Offener Schlagabtausch

Die doppelte Überzahl nutzte der TV zum Ausgleich (16:16) und war damit wieder im Spiel. In der verbleibenden Spielzeit kam es dann zum offenen Schlagabtausch, bei dem beide Teams ihre ganze Klasse und Moral zeigten. Zunächst führten die Bramscher mit zwei Treffern (18:16, 45.), dann wieder die Gäste (21:23, 54.).

Nachdem Brockmeyer eine gute Minute vor Schluss per Strafwurf erneut ausglich (25:25), war die Dramatik in der prallgefüllten Realschulhalle mit den Händen zu greifen. Als der folgende Dinklager Angriff dann zurückgegriffen wurde, erhoben sich die Bramscher Zuschauer von ihren Sitzen, um ihre Mannschaft in den verbleibenden 35 Sekunden zu unterstützen.

„Leider haben wir dann im Angriff die falsche Entscheidung getroffen“, kommentierte TuS-Trainer Christoph Müller den riskanten Pass seiner Mannschaft, der zum Ballverlust und einer letzten Chance für den Tabellenführer führte. Dessen letzter Abschlussversuch landete allerdings deutlich über dem Bramscher Tor, sodass die umkämpfte Partie doch remis endete.

Abgekämpfter Trainer

„Im Moment weiß man noch gar nicht so recht, ob man sich über den verlorenen Punkt ärgern oder über den gewonnenen freuen soll“, resümierte ein abgekämpfter Müller nach dem Schlusspfiff. „Immerhin ist weiterhin alles drin. Wir dürfen uns jetzt aber nichts mehr erlauben und das nächste Spiel in Wagenfeld wird bestimmt nicht einfacher als das heutige.“

Für den TuS spielten: Alexander Brockmeyer 8 Tore, Kai Gellermann 4, Linus Kruse 4, Christian Bergmann 2, Hendrik Buttke 2, Joshua Friese 2, Marc Clausing 1, Julian Göcke 1, Marcel Golchert 1, Jonas Landwehr, Lars Meyer, Christoph Müller sowie Massimo Franz und Kai Golchert (TW).