Heiter bis tragisch Quartetto brioso eröffnet Bramscher Kornmühlenkonzerte 2018

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

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Das Quartetto Brioso mit Karsten Nagel, Cello, Masako Tanaka, Violine, Melitta Maass, Bratsche, Jochen Schröder, Violine. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannDas Quartetto Brioso mit Karsten Nagel, Cello, Masako Tanaka, Violine, Melitta Maass, Bratsche, Jochen Schröder, Violine. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Man hätte einen schlechteren Start wählen können, als die Saison der Kornmühlenkonzerte mit einem Streichquartett zu beginnen, gilt dieses doch als Krone der Kammermusik. Wenn das konzertierende Ensemble sein Programm dann noch mit einem Werk von Joseph Haydn eröffnet, dem „Vater“ des Streichquartetts, jubiliert der Kammermusikfreund. So geschehen beim Konzert mit dem Quartetto Brioso am Mittwochabend in der Kornmühle des Tuchmacher-Museums.

Im voll besetzten Konzertsaal konnten sich die Zuhörer an zwei heiteren Streichquartetten erfreuen, die zwei tragische, fast spröde Werke umrahmten.

Raffinesse in Details

Ein Streichquartett von Haydn erfüllt die Hörerwartung. Es ist harmonisch, zugänglich und keinesfalls sperrig. Die Raffinesse verbirgt sich in Details. Eine gut gewählte Eröffnung eines Konzertabends. Im Unterschied zu früheren Streichquartetten von Haydn zeichnete sich das hier gespielte op. 33 Nr. 1 durch größere Komplexität aus, die alle vier Instrumente gleichberechtigt mit einbezieht. Im Quartetto Brioso dominierte allerdings die erste Geige (Jochen Schröder) das Spiel und die übrigen Instrumentalisten hatten Mühe, klanglich zum Zuge zu kommen. Erst im dritten Satz gelang Schröder leichteres und weniger schwerfälliges Spiel. Im Finale überzeugte das Ensemble im virtuosen Zusammenspiel.

Aus dem Zyklus „Die Zypressen“ von Antonín Dvořák hatte das Quartetto Brioso die Nummer 12 ausgewählt: „Und fragst Du mich, warum mein Sang so stürmisch“. Ursprünglich war der Zyklus für Klavier komponiert und später erst für Streichquartett umgeschrieben worden. Der ersten Geige fällt hier kompositionsbedingt die führende Rolle zu, während die Quartettkollegen (Masako Tanaka, 2. Geige; Melitta Maass, Bratsche; Karsten Nagel, Cello) je nach Stimmung des Werks angemessen stürmisch oder kantabel begleiteten.

Fehlgriffe

Dass immer wieder die Instrumente nachgestimmt wurden, war sinnvoll, verhinderte aber nicht Fehlgriffe auf den Saiten. Sehr schwermütig und spröde klangen Giacomo Puccinis „Crisantemi“, aber was ist bei einer Totenklage, die der Anlass für das Stück war, zu erwarten?

Mit Ludwig van Beethovens Streichquartett op.18 Nr. 5 kam das Programm zu einem runden Abschluss.

Das rhythmisch knifflige Allegro kulminierte in einem furiosen Abschluss aller Spieler. Im Menuetto, sehr zügig genommen, standen sich die Instrumentalisten gleichberechtigt gegenüber und Bratsche und Cello überzeugten durch herrlich kantable Figuren. Im Variationssatz fanden die Spieler zu gleichberechtigtem Dialog zusammen – endlich möchte man sagen.

Als Zugabe wiederholte das Quartetto Brioso Dvořáks Stück, diesmal mit mehr Leichtigkeit und harmonischerem Zusammenklang.


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