Darmstädter Büro gewinnt Wettbewerb 400 neue Wohneinheiten im Bramscher Bahnhofsumfeld

Von Heiner Beinke

Den Siegerentwurf präsentieren Baudirektor Hartmut Greife (links) und Bürgermeister Heiner Pahlmann. Foto: Heiner BeinkeDen Siegerentwurf präsentieren Baudirektor Hartmut Greife (links) und Bürgermeister Heiner Pahlmann. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Das Darmstädter Architekturbüro „Trojan + Trojan“ hat den Städtebaulichen Realisierungswettbewerb zur Stadtsanierung Bahnhofsumfeld in Bramsche gewonnen. Deren Konzept sieht die Schaffung von insgesamt rund 400 Wohneinheiten in einem „durchgrünten Stadtquartier mit vergleichsweise geringer Versiegelung“ vor.

Den ganzen Dienstag hat sich eine Jury mit den insgesamt sieben eingereichten Wettbewerbsarbeiten für das 25 Hektar große Sanierungsgebiet befasst. Am Mittwoch stellten Bürgermeister Heiner Pahlmann und Baudirektor Hartmut Greife das Ergebnis vor. Am Donnerstag folgt die Preisverleihung im Rathaus. Alle Arbeiten sind ab dann im Rathaus-Sitzungssaal ausgestellt und während der Öffnungszeiten für jedermann zugänglich.

Viel Platz für Mehrfamilienhäuser

Der Siegerentwurf setze sehr stark auf Mehrfamilienhausbau, erklärte Greife. Dies passe auch zu dem Bedarf, den das verfeinerte Wohnraumbedarfskonzept für Bramsche ausweise. Ein „sehr durchdachtes“ Grünflächenkonzept gliedere das Sanierungsgebiet in verschiedene Quartiere. Das verbindende Element bildet der „Lange Anger“, ein diagonal verlaufender Straßenzug mit angrenzenden Gemeinschaftsflächen und Gemeinbedarfseinrichtungen, der zudem mit Unterführungen die Vernetzung zwischen Bismarckstraße und dem historischen Düstergatt wiederherstellt. Für die Landschaftsplanung haben die Darmstädter Architekten mit den Berliner Landschaftsarchitekten „Lützow 7, C. Müller, J. Wehberg“ zusammengearbeitet.

Der Baudirektor lobte den „sehr verantwortungsbewussten Umgang“ mit dem Biotop, das es in dem Gebiet zu erhalten gilt. Vorgesehen ist, es zur Bahn hin um eine Kleingartensiedlung zu erweitern. Von der Luisenstraße soll ein Rad- und Fußweg über die bestehende Gleisbrücke am Bahnhof in die Stadt weitergeführt werden. Andere Elemente, wie etwa ein neben dem Bahnhof vorgesehenes Hotel, will Greife „nicht zu hoch hängen“. Das seien Detaillösungen, die nicht zwingend umgesetzt werden müssten.

Darüber hinaus enthalte der Entwurf „viele schöne Ideen“, mit denen sich die Kommunalpolitik nun auseinandersetzen müsse. „Die Stadt wird 15, 20 Jahre brauchen, das umzusetzen“, verdeutlichte Greife die Dimension des Projektes. Entscheidend sei im weiteren Verlauf des Verfahrens, welche Grundstücke verfügbar seien.

Alle Beiträge überstehen erste Runde

Insgesamt haben an dem Wettbewerb sieben Büros aus ganz Deutschland und den Niederlanden teilgenommen. Im Vorfeld hatte die DSK, die Deutsche Stadt- und Grundstücksgesellschaft mbh & Co KG, als Treuhandpartner der Stadt die Arbeiten auf die Einhaltung aller Vorgaben überprüft. Am Dienstag hatten DSK-Mitarbeiter den Jurymitgliedern die sieben Wettbewerbsentwürfe vorgestellt. In der ersten Abtimmungsrunde danach sei kein einziger Beitrag gestrichen worden, das spreche für die Qualität der Arbeiten, meinte Greife.

13 Jurymitglieder

Der Baudirektor zählte zu den sieben Fachpreisrichtern, zu denen anerkannte Fachleute berufen worden sind. Komplettiert wurde die Jury durch sechs Sachpreisrichter aus der Bramscher Kommunalpolitik. Zu denen gehörte auch Bürgermeister Heiner Pahlmann, der die Arbeit „spannend und interessant, aber auch anstrengend“ fand.

Am Ende stand eine einstimmige Entscheidung für den Siegerentwurf. Platz zwei geht an das Büro „petsch partner architekten stadtplaner GmbH“ aus Dortmund mit dem Landschaftsarchitekten Hannes Bäuerle, pesch partner, Stuttgart.. Den dritten Platz belegten KAW Groningen mit „nsp christoph schonhof landschaftsarchitekten stadtplaner“, Hannover. Die anderen vier Beiträge blieben im zweiten Rundgang auf der Strecke, nach teilweise sehr leidenschaftlichen Debatten, wie Greife betonte.

Preisgelder

Der Sieger des Wettbewerbs bekommt ein Preisgeld in Höhe von 34.400 Euro, der Zweite 25.800 Euro und der Dritte 17.200 Euro. Für den Sieger bedeutet das Preisgeld eine Anzahlung auf weitere Planungsleistungen im Laufe des nun folgenden Verfahrens. Die Kosten für den Wettbewerb sind im Rahmen der Sanierung förderfähig, das heißt, Kommune, Land und Bund übernehmen jeweils ein Drittel.