Jahresbericht für Fachausschuss Bramscher Stadtbücherei schafft nach Umbau „Trendwende“

Von Heiner Beinke

Viel Leben in schmucken Räumen: Auch nach der Renovierung bietet die Stadtbücherei viele Veranstaltungen vor allem für Kinder an. Foto: StadtbüchereiViel Leben in schmucken Räumen: Auch nach der Renovierung bietet die Stadtbücherei viele Veranstaltungen vor allem für Kinder an. Foto: Stadtbücherei

Bramsche. Der Umbau der Bramscher Stadtbücherei im letzten Jahr hat die erhoffte „klare Trendwende“ gebracht. Dieses Fazit zog Büchereileiter Günter Nannen in einem Bericht am Dienstagabend für den Ausschuss für Schule und Kultur.

Mit der Wiedereröffnung der von Grund auf renovierten Stadtbücherei vor einem Jahr sei der Abwärtstrend der Vorjahre beendet worden. Im Jahr 2017 habe es 516 Neuanmeldungen in der Stadtbücherei gegeben. Das sei der zweitbeste Wert der letzten zehn Jahre, meinte Nannen. Vor allem das erklärte Ziel, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und die Bücherei zu einem sogenannten „dritten Ort“ zu machen, an dem man sich - neben dem Zuhause und der Schule oder dem Arbeitsplatz - wohl fühle, sei erreicht worden. Dank des eingebauten Fahrstuhls zählten nun auch Rollstuhlfahrer zu den Stammgästen.

Bildergalerie: Die neue Stadtbücherei Bramsche

Insgesamt 2026 aktive Nutzer hätten im letzten Jahr 84.698 Medien ausgeliehen, das liege knapp unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Bücherei war aber auch erst ab Februar wieder geöffnet. An einem grundsätzlichen Wandel könnten aber auch freundliche und funktionsgerechte Möbel nichts ändern: „Die Zeiten, wo Familien die Bücher hier stapelweise herausgetragen haben, sind vorbei“, verwies Nannen auf verändertes Mediennutzungsverhalten. Die Bücherei trage dem auch durch das Angebot der „Onleihe“ Rechnung, wobei der Erwerb von Ausleihlizenzen für elektronische Bücher viel teurer sie als das E-Book im Handel. Zudem werde dabei auch noch die Zahl der Ausleihen pro Lizenz begrenzt. Der Anteil der Onleihe liege bei gut 8 Prozent der Gesamtausleihen, mit steigender Tendenz.

Engagement für Kinder und Jugendliche

In seinem Bericht wies Nannen auch auf das besondere Engagement des Büchereiteams bei der Leseförderung hin. Schon für die Jüngsten gebe es mit „Loslesen“ regelmäßige Angebote. Lesenächte, Vorlesungen und eine Kooperation mit der Realschule seien weitere Schwerpunkte in diesem Tätigkeitsfeld. Die Notwendigkeit belegte Nannen mit Untersuchungsergebenissen, nach denen ein Fünftel aller Viertklässler Probleme beim Lesen habe.

„Es ist toll, dass die Bücherei Kinder und Jugendliche so im Fokus hat“, lobte Annegret Christ-Schneider (SPD) diese Arbeit. Wie Anette Staas-Niemeyer (FDP) outete sie sich als Fan der Stadtbücherei. Beide waren der Meinung, dass der jetzige Beitrag für Erwachsene mit 10 Euro jährlich viel zu günstig sei. „Das ist ja nicht einmal ein Euro im Monat“, meinte Christ-Schneider.

Beitragserhöhung?

Eine Beitragserhöhung sei den erwachsenen Nutzern „durchaus zu vermitteln“, glaubt auch Günter Nannen. Die letzte Gebührenänderung sei 2002, damals wohl zur Umstellung auf den Euro erfolgt. Wichtig sei aber, dass die Benutzung für unter 18-jährige weiterhin kostenfrei bleibe. Der Erste Stadtrat Ulrich Willems kündigte für eine der nächsten Sitzungen einen Anpassungsvorschlag der Verwaltung an. Dabei würden auch die Gebührenordnungen vergleichbarer Einrichtungen berücksichtigt.