Zwischen Engter und Evinghausen Stadt Bramsche hofft auf Rüttelstreifen an der L87

Von Björn Dieckmann

Auf der Holter Straße bei Hilter-Borgloh sind bereits Rüttelstreifen angebracht. Ein Schild legt nahe: „Motorradraserei nervt gefährlich“. Archiv-Foto: David EbenerAuf der Holter Straße bei Hilter-Borgloh sind bereits Rüttelstreifen angebracht. Ein Schild legt nahe: „Motorradraserei nervt gefährlich“. Archiv-Foto: David Ebener

Bramsche. Nach dem Scheitern eines Motorrad-Fahrverbots auf der Landesstraße 87 hofft die Stadt Bramsche nun, dass auf der Strecke zwischen Engter und Evinghausen sogenannte Rüttelstreifen installiert werden.

Im Stadtrats-Ausschuss für Feuerwehr und Ordnung berichtete Verwaltungsmitarbeiter Matthias Hintz den Kommunalpolitikern noch einmal, dass das Verwaltungsgericht Osnabrück das im Frühjahr 2015 erlassene „Durchfahrverbot für Krafträder aller Art“ auf der L87 für unzulässig erklärt habe. Unter anderem habe das Gericht dazu ausgeführt, es sei zuvor kein „milderes Mittel“ erprobt worden, um gegen die Unfallgefahr für zu schnell fahrende Motorradfahrer vorzugehen. Das Gericht habe dabei selbst auch den Einsatz von Rüttelstreifen als solch ein milderes Mittel genannt.

Deshalb sei dies nun eine mögliche Maßnahme, „auf die wir uns als nächstes konzentrieren wollen“, erklärte Hintz. Entscheiden könne die Stadt Bramsche das Aufbringen der Rüttelstreifen auf die Fahrbahn allerdings nicht: Für bauliche Maßnahmen an Landesstraßen sei das Land Niedersachsen zuständig, für die Umsetzung die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Erste Gespräche in der Sache ließen den Eindruck zu, so Hintz, „dass sich das Land das durchaus vorstellen kann.“ Eine Verkehrsschau am 8. Februar könne womöglich weiteren Aufschluss bringen. Wie schnell bei einem positiven Votum die Rüttelstreifen dann angebracht werden könnten, sei ungewiss. „Nach unserem Wunsch natürlich so zügig wie möglich, gerne schon zum Beginn der diesjährigen Motorrad-Saison“, so Hintz auf Nachfrage unserer Redaktion. Er könne allerdings „überhaupt nicht sagen, ob dafür entsprechende finanzielle Mittel bereitstehen.“ Insofern seien die weiteren Gespräche erst abzuwarten.

Unterschiedliche Erfahrungen

Die Gemeinde Bad Essen hat mit Rüttelstreifen schon Erfahrungen gemacht. Hier war die L 84 eine beliebte Rennstrecke bei Motorradfahrern. Durch die Streifen hat sich die Situation laut Gemeinde verbessert. Gegen die Anbringung hatten sich allerdings zahlreiche Unterzeichner einer letztlich aber erfolglosen Petition gewandt. Zudem sollen Trecker und Lkw, die über die Rillen fahren, nun zusätzlichen Lärm verursachen.

Auch am Bad Essener Berg sind Rüttelstreifen installiert. Archiv-Foto: Oliver Krato

Auch zwischen Borgloh und Holte gibt es seit September 2016 Rüttelstreifen, zusätzlich ein reduziertes Tempolimit. Eine spürbare Verbesserung bei den Unfallzahlen hat sich dadurch aber nicht ergeben. Motorradfahrer selbst machten darauf aufmerksam, dass die Rüttelstreifen kaum spürbar seien.