„Keine Gesundheitsgefährdung“ PAK-Belastung: Landkreis gibt bei Pelkebach Entwarnung

Von Joachim Dierks

Sanieren muss die Firma Dallmann ihr Regenrückhaltebecken auf dem Betriebsgelände in Engter. Das Sediment war stark PAK-belastet. Foto: Heiner BeinkeSanieren muss die Firma Dallmann ihr Regenrückhaltebecken auf dem Betriebsgelände in Engter. Das Sediment war stark PAK-belastet. Foto: Heiner Beinke

Bramsche/Osnabrück. Mit den Schadstoffeinleitungen in den Pelkebach zwischen Engter und Lappenstuhl hat sich jetzt auch der Umweltausschuss des Landkreises befasst. Auf Fragen der Ausschussmitglieder nach einer eventuellen Gesundheitsgefährdung gab Kreisrat Winfried Wilkens deutliche Entwarnung.

Gleichwohl sei „ das natürlich nicht in Ordnung“, weshalb die Staatsanwaltschaft Osnabrück Ermittlungen aufgenommen habe. Die Tiefbaufirma Dallmann betreibt in dem Gewerbegebiet an der Vördener Straße eine Recyclinganlage für aufgenommene alte Straßenbaustoffe. Dabei sollen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) mit dem Regenwasser in den Pelkebach und das Regenrückhaltebecken geraten sein. PAKs gelten als krebserregend. Sie sind in Teer enthalten, der bis in die 1980er-Jahre im Straßenbau verwendet wurde.

Der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Fachdienst Umwelt, Detlef Wilcke, erklärte, dass PAKs kaum wasserlöslich seien, sondern in den Sandablagerungen des Bachs gebunden würden. Die Qualität des Trinkwassers sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, was das Gesundheitsamt und die Stadtwerke Osnabrück als Wasserversorger bestätigt haben. Auch sei der Mittellandkanal nicht betroffen, da es keinerlei „hydraulischen Kontakt“ zwischen beiden Gewässern gebe. Der Pelkebach unterquert den Kanal in einem Düker. Man habe den Pelkebach im gesamten Verlauf bis zur Mündung in den Nonnenbach untersucht. Die Belastungen seien lokal begrenzt auf die Bereiche mit größeren Sedimentablagerungen.

„Anlasslose Überwachung nicht zu leisten“

Eine Frage im Ausschuss ging dahin, warum der Landkreis als Untere Wasserbehörde die Einleitungen nicht eher kontrolliert habe, warum erst Anwohner Alarm schlagen mussten, bevor die Behörde im Rahmen der Gefahrenabwehr tätig wurde. Dazu meinte Kreisrat Wilkens, dass eine „anlasslose Überwachung“ bei der Vielzahl der Einleiter nicht zu leisten sei. Man befinde sich immer in einem „Prozess der Justierung zwischen Sicherheit und Leistbarkeit“. Angesichts begrenzter Personalausstattung sei absolute Sicherheit nie zu schaffen. Als im Dezember 2017 die erneuten PAK-Belastungen bekannt wurden, habe man das Gelände sofort „dicht gemacht“ und sämtliche Einleitungen von Oberflächenwasser untersagt. Dallmann müsse laufend die Füllstände der Gefäße melden, die das Wasser auffangen. Dann werde bilanziert: Wie viel Niederschläge hat es gegeben, wie viel Wasser ist aufgefangen, wie viel Wasser wird gegen Entsorgungsnachweis kontrolliert abgefahren? Aber das könne natürlich kein Dauerzustand sein, sondern nur eine Übergangsmaßnahme, bis die Lücke im PAK-Management geschlossen sei. Am 21. Februar finde eine Besprechung statt, die ein neues Entwässerungskonzept der Firma Dallmann und die Sanierung des Baches zum Gegenstand habe. Beobachtet würden auch die Einleitungen der benachbarten Firmen Deutsche Frühstücksei und Bergschneider, ohne dass es dort bislang Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben habe.

Keine Anreicherungen festgestellt

Auf Anfrage sagte Wilcke, dass bislang keine Anreicherung von PAK in Fischen festgestellt worden sei. Die Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen würden gutachterlich überwacht, das sei Teil des Sanierungskonzepts. Ob der vermutete Schadensverursacher denn auch die Kosten nach dem Umweltschadensgesetz trage, wollte ein anderes Ausschussmitglied wissen. Ja, die Firma Dallmann habe anstandslos alle geforderten Maßnahmen auf eigene Kosten durchgeführt, sagte Wilcke. Ersatzvornahmen durch den Landkreis zur Gefahrenabwehr seien bislang nicht erforderlich geworden.