Pädagogisches Projekt Bramsche: Puppenspiel fördert Umweltbewusstsein bei Kindern

Von Holger Schulze

Mülltrennung hilft der Umwelt: Das zeigte Adrien Megners mit seinem König und einem sprechenden Daumen im Bramscher Tuchmacher-Museum. Foto: Holger SchulzeMülltrennung hilft der Umwelt: Das zeigte Adrien Megners mit seinem König und einem sprechenden Daumen im Bramscher Tuchmacher-Museum. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Ein Projekt des Landkreises in Kooperation mit der Stadt Osnabrück zur Frühsensibilisierung von Kindern für Umweltthemen führte insgesamt rund 130 Kinder aus den Awo-Kitas Sögeln, Bramsche und Lappenstuhl, von St. Martinus sowie aus Venne und Schwagstorf in die Kornmühle des Bramscher Tuchmacher-Museums.

Adrien Megners mit seinem Kindertheater Papiermond aus Köln spielte für die Kinder in zwei Vorstellungen ein Stück, das sich am Buch „Kleiner Daumen, große Wirkung – Klimaschutz im Kindergarten“ orientierte. Die beiden Puppentheatervorstellungen bauten auf einem Fortbildungsangebot für Erzieherinnen im vergangenen Jahr auf.

Sophie Rotter, Klimaschutzmanagerin beim Landkreis Osnabrück, die auch die Begrüßung übernommen hatte, erläuterte das Anliegen des Projektes wie folgt: „Wir machen das, weil wir denken, dass, wenn wir Erfolge erzielen wollen, wir bereits im Kindergartenalter damit anfangen müssen zu sensibilisieren. Wir wollen den Kindern zeigen, dass eigentlich jeder einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.“

Sprechender Daumen

Im Stück selbst unterhielt sich ein König mit seinem Daumen, weil er keine Freunde hatte und nicht mal das Personal mit ihm Konversation betrieb. Eines Tages hatte dieser König entdeckt, dass sein Daumen sprechen kann. Durch die Zeitungslektüre kamen Daumen und König über die Erderwärmung, das Abschmelzen der Eisberge und die Auswirkung auf die Eisbären miteinander ins Gespräch. Nach seiner Ernennung zum königlichen Klimadaumen fiel dem so geadelten Finger eine ganze Menge an Möglichkeiten ein, im Alltag etwas für die Umwelt zu tun: Äpfel statt Ananas essen, um die langen Transportwege der Südfrucht zu reduzieren. Laufen von kurzen Strecken, anstatt das Auto zu benutzen. Der Verzicht auf das Abholzen von Wäldern, damit der Lebensraum für die Tierwelt erhalten bleibt. Mülltrennung und Müllvermeidung durch Reparatur .

Vertieft werden kann das Projekt durch die Aktion „Kindermeilen“ im Mai und im Juni 2018, mit der die Kinder angeregt werden sollen, ohne Auto zur Kindertagesstätte zu kommen. Auch eine weitere Fortbildung für Kita-Erzieherinnen ist für März als Angebot geplant.

„Jetzt geht’s los, wir sind nicht mehr aufzuhalten. Jetzt geht’s los, wir Klimakinder schützen unsere Welt“, mit diesem Aufruf endete das Stück, das von wachen Kinderaugen verfolgt wurde und deutlich machte: Wenn viele kleine Leute kleine Dinge tun, kann daraus auch etwas Großes werden.