Programm „Filmreif“ präsentiert Jane Comerford begeistert im Universum in Bramsche

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Bramsche. Der Auftakt des Kultur-Abos 2018 am Samstagabend im fast ausverkauften Universum war rundum gelungen. Sängerin und Multi-Talent Jane Comerford begeisterte knapp zwei Stunden lang mit ihrem Programm „Filmreif! – Hollywood, Pyjamas und andere Tragödien.“

Wer hauptsächlich wegen „No no never“ gekommen war, musste lange warten. Der selbstkomponierte Hit, der die in Hamburg lebende Australierin als Sängerin der Countryband „Texas Lightning“ vor 11 Jahren bekannt und berühmt gemacht hatte, kam erst im Zugabenteil. Zunächst machte die 59-jährige dem Titel ihres Programms alle Ehre und legte mit „As time goes by“ aus dem Film „Casablanca‘“ los. Im Hintergrund küssten sich dazu auf einer riesigen Leinwand Humphrey Bogart und Ingrid Bergman. Auch andere bekannte Film-Welthits garnierte die Künstlerin in ihrer Show mit Szenen und Anekdoten aus legendären Streifen.

Über Marilyn Monroe und ihrer Lieblingsschauspielerin Audrey Hepburn gelangte sie zu Shirley Bassey, die 1965 den Titelsong zur damaligen James Bond Folge sang. Comerfords gefühlvolle, energiegeladene Version von Basseys „Goldfinger“ geriet dann auch zum Höhepunkt des Konzertabends im Universum. Es zeigte sich an dieser und anderen Stellen, welch hohen Wiedererkennungswert ihre Stimme besitzt. Diese ist leicht rauchig, schafft es aber immer wieder, mühelos in hohe Lagen zu kommen.

Eigenkompositionen

Die Zahl der Filmhits nahm im zweiten Teil des Konzerts ab, die der Eigenkompositionen zu. Bei den meisten begleitete die Australierin sich selbst am Klavier und verschaffte damit ihrem Pianisten Michael Hagel eine kurze Zwangspause oder die Chance, zur Abwechslung mal zum Akkordeon zu greifen. Obwohl die selbstgeschriebenen Lieder nicht unbedingt etwas mit dem Thema „Film“ zu tun hatten, passten sie wunderbar ins Programm. Nicht zuletzt deswegen –um im Bild zu bleiben- weil die stark Chanson orientierten Eigenkomposition alle Filme im Kopf auslösen, wenn man sich als Besucher darauf einlässt. Herzergreifend zum Beispiel das Lied über ihren verstorbenen Vater, „Kaum ein Tag, an dem ich nicht an dich denke“.

Am Anfang versprach die Sängerin den Besuchern, sie wieder abzuholen, wenn es zu traurig wird. Das gelang ihr dann auch sehr gut, denn sie bewies mehrfach Humor – dafür sprachen Songs, in dem es unter anderem um Schönheitsoperationen oder ihren Ex-Liebhaber „Harald“ ging.

Künstlerin auch begeistert

Nach zwei Stunden war nicht nur das Publikum, sondern auch die Künstlerin begeistert und auch wohl ein bisschen erleichtert. Schließlich war es erst das zweite Konzert der laufenden Tournee. „Es macht so einen Spaß hier bei euch in Bramsche. Ihr seid spitze, ich komme gerne wieder“, schwärmte Comerford. Dann servierte sie als erste Zugabe das lange erwartete „No no never“, mit dem „Texas Lightning“ Deutschland 2006 beim Eurovision Song Contest in Athen vertraten. Stimmung und gute Laune stiegen im Universum, obwohl es eigentlich ein trauriges Lied ist. Es geht um ein kleines Mädchen, das seinen Vater verloren hat, wie die Komponistin verriet. Außerdem war der Hit ursprünglich nicht als Country-Song, sondern als Gospel-Ballade gedacht.

Jane Comerford singt, ihre Lieblingsschauspielerin Audrey Hepburn scheint zuzuhören.

Zum Programmtitel „Filmreif“ kehrte Comerford dann mit der allerletzten Zugabe zurück: der Titelmelodie von „Raumschiff Enterprise“. Diese ist eigentlich instrumental. Comerford peppte sie mit kuriosen lautmalerischen Tönen ihrer Stimme auf und hatte sichtlich Spaß daran. Ein weiterer, letzter Beweis für ihre ungebrochene und unvergleichliche Kreativität und Originalität.


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