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19.01.2018, 11:16 Uhr KOMMENTAR

Freibad Ueffeln: Entscheiden wird der Kopf, nicht das Herz

Kommentar von Björn Dieckmann

Das Freibad in Ueffeln ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ob es saniert wird mit Kosten von geschätzt 2,1 Millionen Euro, steht aber noch nicht fest. Archiv-Foto: Björn DieckmannDas Freibad in Ueffeln ist ein beliebtes Ausflugsziel. Ob es saniert wird mit Kosten von geschätzt 2,1 Millionen Euro, steht aber noch nicht fest. Archiv-Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Soll das Freibad Ueffeln mit Millionenaufwand saniert – oder dem Verfall überlassen werden? Entscheidend wird nicht sein, was das Herz, sondern was der Kopf sagt. Ein Kommentar.

Es wird wohl niemanden geben, der sich nicht den Erhalt des Freibads in Ueffeln wünschen würde. Jeder weiß das Kleinod zu schätzen: die Bramscher, die Ueffelner natürlich, auch Badefreunde in den Umlandgemeinden. Und auch die, die über den Fortbestand zu entscheiden haben: der Aufsichtsrat der Stadtwerke mit Bürgermeister und Kommunalpolitikern, die Geschäftsführung, die Betriebswirtschaftler. Das Herz sagt deshalb: Das Freibad muss bestehen bleiben.

Der Kopf aber denkt: Auch für eine Aufgabe des Bads gäbe es durchaus triftige Gründe. Zum einen gibt es in Bramsche bereits ein Hallenbad und das Naturfreibad Darnsee – eine Ausstattung, um die uns viele andere Kommunen beneiden werden.

Zum anderen ist das Freibad Ueffeln eine Einrichtung, die lediglich drei bis vier Monate im Jahr geöffnet ist und nur um die 20000 Besucher anzieht. Lohnt sich dafür eine Millioneninvestition, gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Stadtwerke ohnehin jedes Jahr bei den Bädern ein üppiges Minus einfahren?

Entscheidende Antworten könnte die Potenzialanalyse bringen: Damit auch der Kopf zu dem Schluss kommt, dass das Freibad zumindest bleiben kann, müssten die Zahlen aufzeigen, dass durch die Investition weitere Besucherschichten angesprochen werden können und die Millionenausgabe sich in der Folge – wenn auch auf lange Sicht – annähernd rentieren wird.

Doch das wird, anders als noch beim Rutschenbau im Hasebad, kein Selbstgänger: Zwischen einer Investition, durch die eine funktionierende Einrichtung attraktiver gemacht wird, und einer hohen Ausgabe zum bloßen Erhalt liegt ein himmelweiter Unterschied.


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