Arbeitspapier und Runder Tisch Stadt Bramsche treibt Beet-Patenschaften voran

Von Heiner Beinke


Bramsche. Die städtische Initiative für Beet-Patenschaften in Bramsche nimmt Fahrt auf: Für die Gestaltung von und die Suche nach geeigneten Beeten wurden Kriterien formuliert. Und für die inhaltliche Begleitung des Themas hat sich ein Runder Tisch Natur zusammengefunden.

Zu diesem Runden Tisch haben sich die Initiativen Natur AG Sögeln, Natur AG Bramsche, „Vielfalt ist Mehrwert“ und „Essbares Bramsche“ zusammen gefunden. „Wir wollen angehende Beet-Paten beraten und vermitteln, Unterstützung leisten um das Ganze auf den Weg zu bringen“, erklärt Karin Müller, die die ehrenamtliche Koordination bei diesem Zusammenschluss übernommen hat. Geplant ist auch eine Reihe mit Informationsveranstaltungen unter der Überschrift „Dialog Natur“.

Informationsabend

Eine erste Informationsveranstaltung ist bereits fest geplant: Am 22. März wird die Initiative zusammen mit der Stadt einladen. Ab 19 Uhr wird dann im Rathaus die Landschaftsplanerin Susanne Schulze über nachhaltige Staudenbepflanzung und -pflege referieren. Weitere Themen folgen, auch Informationsfahrten seien geplant, berichtet Karin Müller. Beim Bramscher „Frühlingserwachen“ am Sonntag, 4. März, will sich die Initiative präsentieren. Eine eigene Homepage und ein Blog sind ebenfalls vorgesehen.

Flächen gesucht

Parallel dazu hat sich die Stadtverwaltung intensiv mit der Frage beschäftigt, wie öffentliche Flächen ökologisch sinnvoller gestaltet werden können. „Ab sofort werden bei der Planung öffentlicher Beete und Grünflächen in Neubaugebieten Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit in den Vordergrund gestellt, wobei Wirtschaftlichkeit und Pflegeaufwand beachtet werden müssen,“ heißt es im Arbeitspapier zum „Pilotprojekt Beet-Patenschaften“. Die Verwaltung werde „Referenzbeete als Anschauungsprojekte“ für interessierte Paten anlegen. Denkbar seien Beete am Ehrenmal oder am Raschplatz.

Aber nicht nur neu anzulegende Beete stehen im Fokus: „Dort, wo in die Jahre gekommene Beete / Flächen ohnehin neu zu gestalten sind, werden dieselben Maßstäbe hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit angelegt wie bei der Planung in Neubaugebieten,“ lautet die Formulierung im Arbeitspapier. Auch hier ist geplant, schon im Frühjahr erste Anschauungsbeete fertigzustellen.

Ersatzlos gestrichen werden die rund 30 Schalen und Kübel, die zweimal jährlich saisonal bepflanzt werden. Sie sollen durch Behältnisse mit „insektenfreundlicheren Mischpflanzungen“ ersetzt.

Außerdem sind die Ortsbürgermeister aufgefordert, aus ihrer Sicht geeignete Flächen vorzuschlagen. Auch Flächen, für die sich ehrenamtliche Beet-Paten melden, können umgestaltet werden. Vorab gibt es aber noch eine Prüfung durch die städtische Fachkraft Silke Nestler. Neue Flächen, die noch „gut in Schuss“ sind, sollen nicht umgestaltet werden. Es sei „auch aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll, gesunde Pflanzen dort zu entsorgen“. Bei allem Eifer müsse aber auch gewährleistet bleiben, dass die Situation für den Betriebshof und die mit der allgemeinen Grünpflege beauftragten Unternehmen übersichtlich bleibe.

Kompromisse

So wie bei dem im August 2017 bepflanzten Beet vor dem Rathaus ist das Ziel „ein Kompromiss“, der sowohl durch Blühpflanzen insektenfreundlich, als auch optisch ansprechend sei, sagt Gartenexpertin Karin Müller. Zu dieser Mischpflanzung gehörten deshalb auch viele Kulturpflanzen und auch heimische Stauden.


So stellt sich die Stadt den Weg zum Beet-Paten vor: Ein Bürger meldet sich mit einer Wunschfläche bei der Stadt. Silke Nestler als Fachkraft der Verwaltung prüft die grundsätzliche Eignung des Beetes. Wenn die gegeben ist, stellt sie einen Pflanzplan auf. Der Betriebshof entfernt die alte Bepflanzung und nimmt die Neubepflanzung vor. Der Beet-Pate wird dabei einbezogen und muss sich verpflichten, wenigstens für die ersten drei Jahre die Pflege zu übernehmen. Wenn nach drei Jahren kein Interesse an einer weiteren Pflege besteht, „sollte der Unterhalt des ökologisch nachhaltig bepflanzten Beetes nicht aufwändiger sein als bei einem konventionell bepflanzten Beet,“ heißt es in einem Arbeitspapier der Stadt.