Stand der Planungen Bramscher Politik befasst sich mit Hunde-Freilauffläche

In den Dobbenwiesen will die Stadt Bramsche eine Freilauffläche für Hunde einrichten. Dafür ist auch eine Genehmigung durch den Landkreis Osnabrück erforderlich. Foto: dpa/Daniel NaupoldIn den Dobbenwiesen will die Stadt Bramsche eine Freilauffläche für Hunde einrichten. Dafür ist auch eine Genehmigung durch den Landkreis Osnabrück erforderlich. Foto: dpa/Daniel Naupold

Bramsche. In Bramsche eine Freilauffläche für Hunde einzurichten, wird wohl teurer und komplizierter als ursprünglich gedacht. Erst noch zeigen muss sich zudem, wie die Kommunalpolitik zu dem Vorhaben steht.

Über den aktuellen Stand der Planungen wird die Stadtverwaltung in der kommenden Woche zunächst den Ortsrat Bramsche informieren. Die öffentliche Sitzung findet statt am Montag, 22. Januar, 2018 im Sitzungssaal des Rathauses und beginnt um 18 Uhr.

„Wir möchten das Thema jetzt in die Politik bringen, um zu erfahren, wie die Fraktionen zu dem Thema stehen, zumal die Einrichtung der Freilauffläche auch mit recht erheblichen Kosten verbunden ist“, sagt Bürgermeister Heiner Pahlmann. Ein erstes Stimmungsbild werde es bei der Ortsratssitzung geben, auch wenn dessen Mitglieder lediglich informiert werden. Die Entscheidung, ob die Freilauffläche eingerichtet wird, hat der Stadtrat zu treffen.

Geplant ist, eine rund 3700 Quadratmeter große Wiese in den Dobbenwiesen zur Verfügung zu stellen. Der Grund liegt relativ zentral: Von der Innenstadt aus am Tuchmacher-Museum vorbei, am Abzweig in Richtung Pegelhäuschen an der Hase. Mit der Freigabe der Fläche würde die Stadt auf eine aktuelle Entwicklung in den Anforderungen zum Tierschutz reagieren, die sich auch schon in Gerichtsurteilen niedergeschlagen hat. Denn wie in vielen anderen Kommunen auch gilt im gesamten Bramscher Stadtgebiet praktisch ganzjährig ein Leinenzwang für Hunde zum Schutz der Bevölkerung. Ein solches generelles Verbot des Freilaufs von Hunden ist aber aus Tierschutzgründen umstritten. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen und andere Gerichte urteilten, ein solcher genereller Leinenzwang sei unzulässig beziehungsweise unverhältnismäßig.

Wenn denn schon ein Leinenzwang verordnet werde, müssten in den Kommunen„immer ausreichend viele und große Freilaufareale für Hunde zur Verfügung gestellt werden“, forderte in einer Studie Dr. Dorothea Döring vom Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung, Veterinärwissenschaftliches Department der Tierärztlichen Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München.

In den Dobbenwiesen

Bürgermeister Pahlmann hatte deshalb, aber auch, weil von Bramscher Hundehaltern immer wieder der Wunsch geäußert worden war, im Sommer 2017 die Einrichtung der Freilauffläche in den Dobbenwiesen angekündigt. Offenbar waren damals aber noch nicht die damit verbundenen Kosten zu überblicken.

Denn auf die Stadt kommt allein für die notwendige Umgestaltung des Platzes eine deutlich fünfstellige Investition zu: Allein die die Einzäunung der Fläche mit einem 1,60 m hohen Metallgitterzaun einschließlich einer zweiflügeligen Toranlage, die Einsaat mit Landschaftsrasen und einer einjährigen Fertigstellungs- und Entwicklungspflege mit zehn Mähgängen wird laut Mitteilungsvorlage für den Ortsrat mit 23.500 Euro brutto veranschlagt, hinzu kommen demnach jährliche Kosten für Pflegearbeiten von 4.400 Euro.

Mehr noch: Auch die Genehmigung als Freilauffläche wird mit erheblichen Kosten verbunden sein. Denn das Grundstück gehört zwar der Stadt, es liegt aber in baurechtlicher Hinsicht im Außenbereich und muss deshalb vom Landkreis Osnabrück genehmigt werden.

Tobende und bellende Hunde

Dafür erforderlich sei aus Sicht der Verwaltung, so heißt es in der Vorlage weiter, „die Erstellung eines Lärmgutachtens mit voraussichtlichen Kosten in Höhe eines mittleren vierstelligen Betrages sowie eines Bodengutachtens, da sich im näheren Umfeld der Fläche Wohnbebauung befindet und die Fläche als ehemalige Altdeponie im Altlastenkataster des Landkreises als Altlast geführt wird“.

Auf dieser Fläche hinter dem Tuchmacher-Museum soll die Fläche entstehen. Archiv-Foto: Björn Dieckmann

Darüber hinaus werde die Fläche aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Osnabrück „nicht als idealer Standort für eine Nutzung als Hundefreilauffläche beurteilt, da im Falle einer nach wie vor geplanten Wiedervernässung der unmittelbar angrenzenden Öhlmühlenwiesen dieser Lebensraum für Wiesenvögel durch tobende und bellende Hunde erheblichen Störungen ausgesetzt sein würde“.


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