Umfrage bei Besuchern und Händlern Diskussion auf Bramscher Markt über Fleischkonsum

Das Ehepaar Pohlmann lebt vom Fleischverkauf. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist ihnen der bewusste Umgang mit ihren Produkten wichtig. Auch die Kundschaft sei kritischer geworden und erkundigt sich zunehmend nach Herkunft und Haltung der Tiere. Foto: Bastian RabeneckDas Ehepaar Pohlmann lebt vom Fleischverkauf. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist ihnen der bewusste Umgang mit ihren Produkten wichtig. Auch die Kundschaft sei kritischer geworden und erkundigt sich zunehmend nach Herkunft und Haltung der Tiere. Foto: Bastian Rabeneck

Bramsche. Umweltschützer sind der Meinung, dass die Deutschen ihren Fleischkonsum halbieren sollten. Die Fleischindustrie sieht dagegen die Entscheidungsfreiheit der Bürger bedroht. Die Besucher und Händler des Bramscher Wochenmarktes haben ihre eigene Meinung zu dem Thema.

„Selbst bei uns kommt nicht jeden Tag Fleisch auf den Tisch. Alles geht aber nichts muss“, sagt Rosi Pohlmann. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Frank Pohlmann betreibt sie auf dem Bramscher Wochenmarkt einen Stand für Frischgeflügel und Wildspezialitäten. Das Versmolder Ehepaar lebt vom Fleischverkauf. Eine gesetzlich festgeschriebene Halbierung des Fleischkonsums wäre geschäftsschädigend. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist ihnen der bewusste Umgang mit ihren Produkten wichtig. Auch die Kundschaft sei kritischer geworden und erkundigt sich zunehmend nach Herkunft und Haltung der Tiere. „Der Trend zur besseren Qualität ist spürbar“, sagt Pohlmann. Den Kunden sei es besonders wichtig, dass keine Schadstoffe und Medikamente in ihr Fleisch gelangen.

„Ein besseres Gefühl“

Eine Marktbesucherin ist der Ansicht, dass sich das Thema von alleine klären wird. Sie habe den Eindruck, dass der Fleischkonsum ohnehin rückläufig sei. „Vor 30 oder 40 Jahren hat sich noch niemand darüber Gedanken gemacht.“ Damals seien Vegetarier und Veganer noch die Ausnahme gewesen, die es heute ja zuhauf gebe. „Auf dem Markt kauft man zumindest viel bewusster ein“, ergänzt eine junge Mutter. „Es gibt einem ein besseres Gefühl bei der Zubereitung, wenn man weiß woher das Fleisch kommt“, sagt sie und spielt damit auf die zahlreichen lokalen Händler des Wochenmarktes an.

„Letzten Endes sollte jeder für sich entscheiden, wie viel Fleisch er isst“, sagt ein Rentner, der den Wochenmarkt regelmäßig besucht. Wie viel Fleisch er essen darf, wolle er sich aber von niemandem vorschreiben lassen. Nicht zuletzt sei der Konsum für ihn auch eine Frage des Geldes. „Natürlich gibt es auf dem Markt hochwertigeres Fleisch. Aber nicht alle Menschen, die sich besser ernähren wollen, können sich das auf Dauer auch leisten.“


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