Zweiter Betriebsteil betroffen PAK-Belastung: Einleitungsverbot für Dallmann in Engter



Bramsche. Der Landkreis Osnabrück als Untere Wasserbehörde hat der Firma Dallmann in Engter „die Einleitung von Oberflächenwasser auch von den Betriebsflächen „Igels Sand“ mit sofortiger Wirkung untersagt. Das hat die Pressestelle des Landkreises am Donnerstag mitgeteilt. Die Behörde reagiert damit auf neueste Messergebnisse zur PAK-Belastung.

Neue Ergebnisse liegen vor

Im Dezember waren nach dem Hinweis eines Zeugen deutlich überhöhte Werte für polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gemessen worden. Anfang Januar trafen sich Behörden- und Firmenvertreter zu einem Ortstermin und nahmen erneut Proben. Diese Ergebnisse liegen jetzt vor: „Demnach bestätigt sich der augenscheinliche Eindruck, dass das abfließende Niederschlagswasser zum Zeitpunkt der Probenahme nicht PAK belastet ist. Die Analyse der Sedimente aus dem Regenrückhaltebecken auf der Betriebsfläche der Firma Dallmann an der Straße Igels Sand weist jedoch deutliche PAK-Belastungen von 100 Milligramm je Kilogramm Trockensubstanz auf. Der Feststoffgehalt erreicht den oberen Maßnahmenschwellenwert nach Bodenschutzrecht und gilt damit als bedenklich. Die Sedimentproben im Pelkebach vor und nach der Regenwassereinleitung waren nahezu unbelastet,“ schreibt die Landkreis-Pressestelle.

Staatsanwaltschaft informiert

Aufgrund dieser Ergebnisse reagierte der Landkreis mit dem Einleitungsverbot. Dies und die Messergebnisse seien der Staatsanwaltschaft Osnabrück zur Verfügung gestellt worden. Die prüfe nun die Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen. Der Landkreis kündigt zudem an die „sofortige Umsetzung der Verfügungen gegen die Firma Dallmann“ zu überwachen und außerdem zusammen mit Gutachtern zu klären, „ob es weitere bisher unbekannte PAK-Quellen auf den Grundstücken der Firma Dallmann gibt“.

Zwei Betriebe

Beidseits der Straße Igels Sand gibt es Dallmann-Betriebe: Nördlich der Straße, also von der Vördener Straße ausgesehen auf der linken Seite, hat die Horst Dallmann Baustoff-Recycling GmbH ihren Firmensitz mit der Anschrift Vördener Straße 70. Hier werden PAK-haltige Straßenbelägen verarbeitet. Für diese Fläche ist ein Entwässerungskonzept in Arbeit, die Einleitung von Oberflächenwasser ist hier schon seit letztem Jahr verboten. Auf der anderen Straßenseite hat die Hermann Dallmann Straßen- und Tiefbau GmbH einen Lagerplatz, der künftig zum Firmensitz ausgebaut werden soll. Für diesen Teil hat die Untere Wasserbehörde jetzt das zusätzliche Einleitungsverbot verhängt.

„Wir werden jetzt in aller Gründlichkeit das Regenrückhaltebecken sanieren und genau prüfen, ob es auf dem Gelände weitere Ursachen für die PAK-Einleitungen gibt“, kommentiert Dallmann-Geschäftsführer Thorsten Goerke das weitere Vorgehen. Offensichtlich habe sich die PAK-Belastung im Schlammfang des Regenrückhaltebeckens abgelagert.

Seit dem Ende der Betriebsferien am Montag dieser Woche sind Goerke und sein Geschäftsführer-Kollege Horst Dallmann mit der Ursachenforschung befasst. Einen Tag nach dem Vorfall im Dezember, bei dem die überhöhten Werte festgestellt worden sind, habe das Unternehmen selber Proben aus dem Pelkebach gezogen, die keine Auffälligkeiten zeigten, genau wie die jetzt im Januar von der Behörde gezogenen. „Da ist also keine Gefahr im Verzug“, sagt Goerke. Als in der letzten Woche die alarmierenden Ergebnisse der ersten Proben bekannt wurden, waren beide Geschäftsführer noch im Urlaub.

„Wir werden jetzt sicherstellen, dass vom Platz nichts mehr eingeleitet werden kann. Und außerdem werden wir alle Rohrleitungen untersuchen“, kündigt Horst Dallmann an. Dies sei beim Ortstermin auch so besprochen worden. Mit der Frage, ob andere Verursacher in Frage kämen, wollen sich beide Geschäftsführer gar nicht erst beschäftigen. „Das ist ziemlich unangenehm, dass uns das passiert ist. Wir werden das jetzt sauber abarbeiten, und dann darf da auch nichts mehr sein“, betont Goerke.

Überhöhte PAK-Werte waren im Pelkebach bereits im Sommer letzten Jahres festgestellt worden. Daraufhin kam heraus, dass es für das Betriebsgelände der Recycling GmbH und andere Betriebe in diesem Bereich die vorgeschriebene Erlaubnis zur Einleitung von Oberflächenwasser gar nicht gibt. Es habe in der Firma schlicht niemand gewusst, dass ein solcher Antrag notwendig sei, das sei auch bei den Behörden „in 28 Jahren niemandem aufgefallen“, sagt Horst Dallmann.


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