Mordprozess – 4. Tag Angeklagter aus Bramsche verschiebt Einlassung vor Gericht

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Der im Mordprozess angeklagte Bramscher hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Symbolfoto: Michael GründelDer im Mordprozess angeklagte Bramscher hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Der wegen Mordes angeklagte Bramscher hat seine für den vierten Verhandlungstag angekündigte Einlassung nicht abgegeben. Stattdessen vernahm die Strafkammer des Landgerichtes zwei Sachverständige.

„Aus gesundheitlichen Gründen bleibt eine Einlassung vorerst aus“, teilte der Verteidiger des 23-Jährigen zu Beginn der jüngsten Hauptverhandlung mit. Sein Mandant bedürfe noch einer weiteren Aufarbeitung des Geschehenen mit einem Therapeuten.

Der junge Mann wird angeklagt, im Sommer letzten Jahres seine ehemalige Freundin ermordet zu haben. Auch die wohl anschließend erfolgte Brandlegung hält man ihm vor. Durch Flammen und Rauchgase wurde dabei die gemeinsame Wohnung verwüstet. Nach diesen angeklagten Taten hatte der Angeklagte scheinbar ebenso vor, sich das Leben zu nehmen. Offenbar schnitt er sich die Pulsadern auf und sprang kopfüber aus dem Fenster im zweiten Stock. Dabei verletzte er sich schwer.

Den Prozess gegen ihn lässt er bislang ohne scheinbare emotionale Beteiligung an sich vorbeiziehen. Meist sitzt er von den Zuschauern abgewandt, den Blick in die Leere zwischen Anklagebank und den Sitzen von Richtern und Schöffen geheftet. Ab und an wippt er mit seinem Oberkörper. Etwa wenn ein ehemals guter Kumpel etwas über ihr freundschaftliches Verhältnis und die Beziehung des Angeklagten zu der toten 23-Jährigen aussagt.

Nur Mutmaßungen über den Verlauf der Brandstiftung

Werden Bilder aus der Wohnung auf der Leinwand im Schwurgerichtssaal gezeigt, in der sich Dramatisches abgespielt haben mag, schaut der Angeklagte nur äußerst kurz hin. Auf den Fotos, die zwei Sachverständige am jüngsten Verhandlungstag zeigten, ging es um die Spuren der Tat.

Gefunden wurde etwa Blut sowohl von der Toten als auch vom Angeklagten. Von ihr auf der Axt, am Nachttisch, Handy und der Wand. An einer Kombizange – mit ihr brach der Mann vermutlich den Schlüssel im Wohnungstürschloss innen ab – fanden sich eindeutige Spuren von ihm. Ebenso schwächere Spuren an den Klingen eines Cuttermessers, mit dem er sich an den Pulsadern verletzt haben mag.

Trotz Sachverständigenbericht bleiben bislang nur Mutmaßungen über den Verlauf der Brandstiftung. Definitiv schloss der LKA-Beamte aus, dass die beiden Brandherde am Bett und Schrank durch einen technischen Defekt verursacht worden sind. Offen bleibt, wie lange es in der Wohnung brannte: Der Gutachter konnte weder einen sogenannten Glimmbrand über mehrere Stunden noch ein minutenschnelles Ausbreiten der Flammen ausschließen. Der Prozess wird am 25. Januar 2018 vor dem Landgericht fortgesetzt.


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