Neue Eigentümer, neues Konzept „Penterknapp“ in Bramsche eröffnet bald wieder

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Ende Juni 2016 wurde der Betrieb im „Penterknapp“ eingestellt. Nun soll es bald weitergehen. Fotos: Björn DieckmannEnde Juni 2016 wurde der Betrieb im „Penterknapp“ eingestellt. Nun soll es bald weitergehen. Fotos: Björn Dieckmann

Pente. Das ehemalige Kaffeehaus und Hotel Penterknapp im Bramscher Ortsteil Pente hat neue Eigentümer. Innerhalb des nächsten halben Jahres soll es wieder eröffnet werden, mit verändertem Konzept.

Alexander und Viktoria Greif heißen die neuen Eigentümer des fast 7000 Quadratmeter großen Grundstücks an der „alten“ Osnabrücker Straße, Hausnummer 64. Bisher in Belm lebend, wohnt das Ehepaar mit seinen drei Kindern nun bereits in dem altehrwürdigen, fast 130 Jahre alten Gebäude. „Vor zwei Wochen sind wir hierhergezogen, kurz vor Weihnachten“, berichtet Alexander Greif. „Es ist alles noch etwas behelfsmäßig, aber es geht: Wir übernachten in einem Hotelzimmer“, erzählt er weiter bei einem ersten Gespräch mit unserer Redaktion in einem ehemaligen Frühstücksraum im Erdgeschoss des Gebäudes, das die Familie sich provisorisch als Wohnzimmer eingerichtet hat.

Während Alexander Greif einen Installateur ins Haus lässt – an diesem Tag ist die Heizungsanlage ausgefallen – erklärt Viktoria Greif, was aus dem ehemaligen Hotel-Restaurant und Kaffeehaus künftig werden soll: „Wir wollen den Hotelbetrieb wieder eröffnen, da werden voraussichtlich Handwerker unsere Zielgruppe sein. Sonntags werden wir zudem ein Café anbieten. Dafür bietet es sich hier einfach an in der schönen Umgebung, gerade in den Sommermonaten. Die Radwege sind ja auch gut ausgebaut. Unser hauptsächliches Standbein wird aber das Ausrichten von Feierlichkeiten aller Art sein, wofür wir den Saal zur Vermietung anbieten“.

In Mettingen führt Viktoria Greif bereits ein „Eventhaus“, wie es dort heißt. „Hochzeiten, Geburtstage, Firmenfeiern – alles ist möglich“, sagt sie. Zuletzt sei dort eine Silvesterfeier mit 300 Besuchern veranstaltet worden. „Hier in Pente werden wir wohl Feiern mit bis zu 150 Gästen ausrichten können“, kalkuliert Greif. Für diese Anlässe arbeite sie mit einer Firma zusammen, die die Servicekräfte stellt. „Um das Essen kümmert sich mein Schwager, der zwei Partyküchen betreibt“.

Kein Restaurantbetrieb

Einen regelmäßigen Restaurantbetrieb soll es nach der Wiedereröffnung nicht geben: „Das ist, gerade im Außenbereich von Bramsche, wirtschaftlich zu riskant. Man muss Personal vorhalten, Lebensmittel, Getränke, und das jeden Tag – das lohnt sich nicht, insbesondere werktags nicht“, sagt Alexander Greif überzeugt, als er von der nunmehr wieder funktionierenden Heizungsanlage zurückkehrt.

Mit dem neuen Konzept wollen Greifs „innerhalb des nächsten halben Jahres“ an den Start gehen. Genauer lässt es sich noch nicht sagen. „Es gibt noch einiges zu tun“, sagt Alexander Greif: „Unsere künftige Wohnung hier im Gebäude muss renoviert werden, innen und außen einiges hergerichtet werden“. Insgesamt aber sei das Gebäude in einem guten Zustand, auch die Inneneinrichtung könne zum großen Teil übernommen werden, wenn auch etwas überarbeitet. Und es muss neu gestrichen werden: „Mama mag kein Gelb“, wirft die Tochter der Greifs ein.

Dass sie mitten während des Schuljahrs die Schule wechseln muss, bedauert ihre Eltern. „Wir hätten das Haus gerne schon früher erworben, auch um sie dann gleich hier in Bramsche einschulen zu können“, sagt Alexander Greif. Schon lange hätten sie den „Penterknapp“ im Blick gehabt, fügt Viktoria Greif hinzu. Doch es sei „alles nicht so einfach“ gewesen, als Haus und Grundstück erst zur Zwangsversteigerung standen und dann von der Bankaktiengesellschaft Hamm übernommen wurden. Jetzt aber hätten sie „einen Kaufpreis verhandelt, mit dem wir leben können“, sagt Alexander Greif, ohne konkret zu werden. Sicherheit gibt der Familie, dass er seine Arbeit beibehält als Ingenieur.

Name „Penterknapp“ bleibt

Viktoria und Alexander Greif sind die neuen Eigentümer des „Penterknapp“. Viktoria Greif wird das Haus leiten, sie ist seit elf Jahren in der Gastronomie tätig.

Und noch etwas soll bleiben: Der Name „Penterknapp“. „Wir haben lange überlegt, das Haus umzubenennen“, gibt Viktoria Greif zu. Nach der Aufgabe durch die vorherigen Betreiber und durch den Leerstand habe der „Penterknapp“ womöglich bei manchen ein negatives Image. Aber: „Wir sind hier nunmal am Penterknapp, selbst die Bushaltestelle heißt so“, lacht Viktoria Greif. Und außerdem, so sagt sie, „wollen wir ja auch an die gute Tradition dieses Hauses anknüpfen“.


Das ehemalige Kaffeehaus, Hotel und Restaurant „Penterknapp“ auf dem gleichnamigen Hügel hat eine ebenso lange wie wechselvolle Geschichte. Ursprünglich als Rast für Kutscher und Pferde gedacht, wurde das Haus 1890 von der Familie Lohmeyer übernommen und in ein Gasthaus umgewandelt, 1907 nach einem Brand wiederaufgebaut, Teile des Gebäudes entstanden in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, mehrere Umbauten folgten, zuletzt kam 1998 ein Hotel- und Saalneubau dazu.

Ende Juni 2016 gaben die damaligen Betreiber nach mehr als 25 Jahren die gastronomische Einrichtung auf, seitdem stand das Haus leer. Gebäude und Grundstück waren zuvor bereits zur Zwangsversteigerung gestellt worden. Die Bankaktiengesellschaft (BAG) Hamm übernahm das Eigentum. Dabei handelt es sich um ein Spezialkreditinstitut der Genossenschaftlichen Finanzgruppe der Volksbanken und Raiffeisenbanken.

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