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Übergabe zum Lichterfest Chanukka-Leuchter für ein Jahr in der Grundschule Hesepe

Von Hildegard Wekenborg-Placke | 04.12.2018, 12:27 Uhr

In jedem Jahr feiern Juden weltweit Ende November/ Anfang Dezember das Chanukka- oder auch Lichterfest. Symbol ist der silberne Chanukka-Leuchter, den Jungen und Mädchen der Grundschule Hesepe jetzt von den Bersenbrücker Gymnasiasten übernahmen.

Ein Jahr war der silberne Chanukka-Leuchter, die "Chanukkia", als Zeichen des Kampfs gegen die Dunkelheit zu Gast im Gymnasium Bersenbrück. In einer Feierstunde überreichte die Klasse 6a die Chanukkia zusammen mit einem Gemälde des Künstlers Alexander Ginsburg an die Viertklässler.

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Falk Kuntze übernahm die Klasse 6a die weitere Gestaltung der Feier. Sie hatte unter der Leitung ihrer Religionslehrerinnen Anne Zech und Judith Wernke ein Rollenspiel einstudiert. Mit großem Einsatz wurde der Makkabäeraufstand von 164 v. Chr. dargestellt, nach dem der zuvor entweihte Jerusalemer Tempel wieder in Besitz genommen werden konnte. Die Menora, der siebenarmige Leuchter, der immer leuchten soll, hatte nur noch für einen Tag kostbares Lampenöl. Doch durch ein Wunder reichte das Öl für acht Tage, die Weihe des heiligen Ortes war erneuert. Dieses Ereignis als Ursprung des Lichterfestes Chanukka stellt eine Verbindung dar zwischen der siebenarmigen Menora und der Chanukkia. In diesem Jahr beginnt das Lichterfest am 2. Dezember, zeitlich übereinstimmend mit der christlichen Adventszeit.

In leuchtenden Farben

Die Menora, die der Osnabrücker Künstler Alexander Ginsburg in leuchtenden Farben gemalt hat, erinnert als mahnendes Symbol an die Schrecken der „Pogromnacht“ vom 9. November 1938. Auch darauf bezogen sich die Sechstklässler und die Gäste aus Hesepe lauschten und verstanden.

Klassenlehrerin Petra Bührmann dankte dafür, dass die Inhalte des Religionsunterrichts durch dieFeierstunde noch einmal vertieft wurden. Ihre vierte Klasse hatte an dem Projekt „Judentum begreifen“ teilgenommen und freute sich sichtlich, in Bersenbrück Inessa Goldman und Marina Brox von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit wiederzutreffen, die das Projekt leiten. Goldman ist auch Mitinitiatorin der Tradition der jährlichen Leihgabe und ihr Bruder schuf das Gemälde des siebenarmigen Leuchters.

Freundschaft, Begegnung und Wertschätzung

Freundschaft, Begegnung, gegenseitige Wertschätzung, respektvoller Umgang mit einer anderen Religion, Nachdenken, Lernen: Die Schülerinnen und Schüler erlebten eine intensive Stunde. Es wurde greifbar, dass Lernen aus der leidvollen Geschichte der Juden dazu führt, heutigen Antisemitismus als Bedrohung zu empfinden.

Zum Abschluss sangen die Heseper unter der Leitung von Anne-Kathrin Wellmann das Abschiedslied „Shalom Chaverim“. Ihr kommissarischer Schulleiter Hansjörg Hoppe überreichte den Bersenbrückern zum Dank einen Korb voll Krapfen, die dem klassischen Chanukkagebäck Sufganiot entsprechen. Die Klassensprecher Danny und Josy trugen stolz die beiden Leihgaben hinaus. Sie werden ein Jahr den Eingangsbereich der Grundschule Hesepe schmücken.