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Sommerliches Familienprogramm Beim "Tabletop"-Spiel in Kalkriese war Strategie gefragt

Von Nele Friederichs | 05.08.2019, 15:34 Uhr

Am Familiensonntag erwachten im Museum zur Varusschlacht in Kalkriese viele kleine Legionärsfiguren zum Leben. Im Rahmen des sommerlichen Familienprogramms hatte man den Entwickler und Profi des Tabletop-Spielens, Martin Feller, eingeladen, um Kindern und ihren Eltern historisches Geschehen spielerisch näher zu bringen.

Als Tabletop bezeichnet man generell ein Strategiespielsystem, das mit Miniaturfiguren auf einer Tischplatte (engl. “tabletop“) gespielt wird. Die Spielfläche besteht zumeist aus verschiedenen Geländemodellen mit Hügeln, Wäldern, Getreidefeldern, Flüssen oder anderen der realen Umwelt nachempfundenen Landschaften; die Größe der Spielfläche ist dabei bei jedem Spiel individuell veränderbar.

Römerzeitliches Kampfgeschehen aufgreifend, wurde am Sonntagnachmittag ein historisches Tabletop-Spiel inszeniert. Ausgangspunkt des in Kalkriese nachgestellten Szenarios ist ein Bürgerkrieg zwischen zwei verfeindeten römischen Gruppierungen. Die Angreifer planen einen Hinterhalt, dessen Ziel es ist, ins gegnerische Marschlager zu gelangen. Aufgabe des einen Teams war es, sein Marschlager durch geschickte Züge zu verteidigen, das das andere Team durch gut durchdachte Angriffstaktiken zu erobern versuchte. Auf jeder Seite spielten jeweils vier Jungen beziehungsweise ihre Väter. Feller wies aber daraufhin, dass generell beim Tabletop bei der Anzahl der Mitspieler nach oben hin alles offen sei, zur Einführung aber eine kleinere Gruppe wie diese deutlich geeigneter sei.

Feller zeigte sich außerdem erfreut darüber, wie schnell die Mitspieler das Spiel begriffen hatten und sich gegenseitig Hilfestellung bei verzwickten Situationen leisteten. Für Einsteiger biete sich dieses Spiel des Tabletops besonders an, erläuterte er, da sich die Spielregeln und -anleitungen auf lediglich einem DIN A4-Blatt zusammenfassen ließen. Diese Anleitung war wie eine Strichliste aufgebaut, der die Spieler Punkt für Punkt bei einem “Angriff“ folgen konnten. Den Teilnehmern schien diese Hilfestellung das Spiel offensichtlich zu erleichtern und so fieberte jeder bereits in der ersten Runde um den Sieg mit.

Insgesamt wurden am Sonntag drei Runden gespielt. Etliche der Spieler beteiligten sich sogar gleich an mehreren Runden, nachdem sie die Faszination für das Spiel ergriffen hatte.