Ein Artikel der Redaktion

Projekt beendet Heseper Schüler befassen sich ein Jahr lang mit Judentum

Von Björn Dieckmann | 21.11.2019, 08:30 Uhr

Mit dem Judentum haben sich ein Jahr lang die Grundschüler in Hesepe intensiv beschäftigt. Nun ist die Bramscher Grundschule Im Sande an der Reihe.

Von November 2018 bis November 2019 befand sich eine kleine Wanderausstellung im Foyer der Grundschule Hesepe. Nun ist die „wandernde Menora“ des Osnabrücker Künstlers Alexander Ginsburg weitergegeben worden. Für das kommende Jahr wird sie die Grundschule im Sande schmücken.

Für die feierliche Übergabe lud die 4. Klasse aus Hesepe die Klassensprecher der 3. und 4. Klassen von der Grundschule Im Sande aus der Gartenstadt ein. Die Mädchen und Jungen aus Hesepe hatten sich unter der Leitung der Lehrerinnen Anne-Kathrin Wellmann und Tanja Krogmann-Bürgel eine Menge einfallen lassen, um ihren Gästen die Bedeutung der kultischen Gegenstände Menora und Chanukka-Leuchter nahezubringen.

Schrecken der Reichspogromnacht

Die Schrecken der Reichspogromnacht für die jüdischen Mitbürger, das rohe Zerstören der Bethäuser und Synagogen, konnte von den Grundschülern durchaus nachempfunden werden. Die Vorstellung, dass vor 81 Jahren keine Feuerwehr oder Polizei zu Hilfe kam, machte sie betroffen. Ausgeschlossen zu werden, gemobbt zu werden, verfolgt zu werden - was das bedeutet, können sich Kinder durchaus vorstellen. Und dass das farbenfrohe Gemälde und der silberne Leuchter, den Mitglieder der gegenwärtigen jüdischen Gemeinde gestiftet haben, uns mahnen, diese Ereignisse nicht zu vergessen, brachten die Viertklässler sehr anschaulich zum Ausdruck.

Gemeinsames und Fremdes, Bekanntes und Neues verbanden die Texte, die von den Heseper Kindern vorgelesen wurden. Von Mose wurde erzählt, von König Salomon und der symbolischen Bedeutung des siebenarmigen Leuchters.

Chanukkaleuchter entzündet

Das Chanukkafest, dessen Ursprung und Brauchtum war der Mittelpunkt der zweiten Hälfte der Feierstunde. Einige Heseper Jungen trugen die Kippa und demonstrierten feierlich, wie der Chanukkaleuchter Abend für Abend weiter entzündet wird. Dazu erklangen die Töne eines hebräischen Liedes, die Kinder schufen ein sehr eindrucksvolles und besinnliches Bild. Die Gäste von der Grundschule Im Sande erfreuten sich daran und beschlossen, bei ihrer Adventsfeier in der Schule auch vom Chanukkafest zu erzählen und den Leuchter zu entzünden. Das fröhliche Chanukkafest ist dem Weihnachtsfest ähnlich und beginnt in diesem Jahr am 22. Dezember.

Und da zu Chanukka auch ein bestimmtes Gebäck gehört, spendierte der Heseper Schulleiter Hans-Jörg Hoppe den Akteuren und Gästen noch einen Korb mit Krapfen. Die Klassensprecher aus der Gartenstadt versprachen, gut auf die Leihgaben aufzupassen. Ihre Lehrerinnen Andrea Helms und Petra Huesmann zeigten sich hochmotiviert, die anschaulichen Stücke in ihrer Schule zu präsentieren.