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Zeuge der Vergangenheit Historischer Brunnen in Zentrum Bohmtes freigelegt

Von Rainer Westendorf | 17.05.2017, 19:00 Uhr

Überraschung bei den Bauarbeiten an der Bremer Straße in Am Shared-Space-Bereich ist ein historischer Brunnen entdeckt und mittlerweile freigelegt worden.

Das Schuhhaus Busch errichtet auf dem Grundstück Bremer Straße/Einmündung Leverner Straße ein Wohn-und Geschäftshaus.

Aus örtlichen Bruchsteinen

Zunächst wurde das Gebäude, das auf diesem Areal stand, abgerissen. Dann standen die Erdarbeiten für den Neubau an. Dabei stießen die Bauarbeiter auf das Relikt aus vergangener Zeit. „Es handelt sich um einen 13,50 Meter tiefen Brunnen, der mit anstehenden örtlichen Bruchsteinen hergestellt wurde“, erläutert Architekt Martin Nordhoff.

Zeugen einer vergangenen Zeit

Er schlug vor, den Brunnen als baulichen Zeugen einer vergangenen Zeit und städtebauliches Element an diesem Platz für Bohmte zu erhalten. Die Bauherren Bianca und Stephan Busch begrüßt das, auch wenn dafür Umplanungen erforderlich waren. Das neue Gebäude wird jetzt nämlichein Stück weit versetzt errichtet.

Amt für Denkmalpflege

„Das genaue Alter des Brunnens wird noch vom Amt für Denkmalpflege ermittelt“, so Nordhoff. Experten waren bereits vor Ort. Sicher ist, dass der Brunnen zumindest vor dem vormals dort befindlichen Gebäude erbaut worden. Er muss mehr als 200 Jahre alt sein. „Diese Art Brunnen zu bauen stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Brunnenbau war damals gefährlich. Es kam häufiger zu Unfällen mit Todesfolge“, erläutert der Architekt.

Schwierig und anstrengend

Heute kaum noch vorstellbar, wie schwierig und anstrengend die Anlage eines solch tiefen Brunnens früher ohne moderne Technik war. Wie funktionierte der Brunnenbau? Es wurde ein Ring, zum Beispiel aus Eichenholz hergestellt, auf dem der Brunnen gemauert wurde. Nachdem eine Höhe erreicht wurde, fand die Untergrabung statt, somit sackte der Brunnen in die Tiefe.

Gesteinsschichten durchdringen

„Man musste teilweise auch Gesteinsschichten durchdringen, wie auch hier in Bohmte, was die Arbeit zusätzlich erschwerte und auch gefährlicher machte. Das engfugige Bruchsteinmauerwerk zeugt von der Fachkenntnis der Brunnenbauer“, zollt Nordhoff den damaligen Arbeitern Respekt.

Geplant ist es, das Brunnenbauwerk nach der Herrichtung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aus Sicherheitsgründen wird der Schacht abgedeckt.

In zweiter Generation

Kunden des Schuhhauses und natürlich auch alle anderen interessierten Bürger sind in Zukunft also eingeladen, den Brunnen in Augenschein zu nehmen. Stephan Busch, der das Schuhhaus mit Sitzen in Bohmte und Stemwede in zweiter Generation führt, investiert wie berichtet eine sechsstellige Summe in das Bauprojekt. Das vergrößerte Geschäft zieht in das Erdgeschoss der neuen Immobilie ein. Die Ladenfläche umfasst 280 Quadratmeter. Hinzu kommt es eine Lagerfläche von 120 Quadratmetern. In der oberen Etage entstehen barrierefreie Mietwohnungen mit rund 80 Quadratmeter Fläche.

Der alte Standort

Den alten Standort auf der gegenüber liegenden Seite des Shared-Space-Bereichs übernimmt das Modehaus Brörmann. Leerstand im Ortszentrum wird also vermieden.