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Traditioneller Erntemarkt Immer etwas Schönes zum Mitnehmen in Herringhausen

Von Hubert Dutschek | 05.09.2011, 12:19 Uhr

Der traditionelle Erntemarkt in Herrringhausen-Stirpe-Oelingen begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Aula der Grundschule. Zum mittlerweile 63. Mal wurde die Veranstaltung organisiert und sichtbarer Ausdruck dörflicher Gemeinschaft.

Musikalisch wirkten der Posaunenchor unter der Leitung von Reinhard Kuhr und der Kinder-und Jugendchor, geleitet von Angela Sehlmeyer, mit. In der Dialogpredigt ging Pastor Raymond Sander auf die Probleme unserer Zeit und die damit verbundenen Unheilszusagen ein. Letztendlich müsse die Problemlösung unter der Fragestellung erfolgen, was dem Frieden diene.

In diesem Zusammenhang sagte Sander: „Die Jugend braucht keine Bespaßung, sondern Vorbilder, die in ihrem Reden und Handeln wahrhaftig sind.“

Im Anschluss an den Gottesdienst eröffnete Ortsbürgermeister Heiner Niemann offiziell das Erntefest, das auf eine lange Tradition seit 1948 zurückblicken kann. „Herringhausen-Stirpe-Oelingen ist ein tolles Dorf, und es macht hier Spaß, ein Fest zu feiern. Ich wünsche Ihnen glückliche und frohe Stunden“, so Niemann. Bohmtes Gemeindebürgermeister Klaus Goedejohann bezeichnete in seinem Grußwort den Erntemarkt als Gemeinschaftsfest, bei dem in vielen Gesprächen auch neue Entwicklungen angeschoben werden könnten.

Auf dem Festgelände am Kanal gab es viel zu sehen und zu erleben. Mehrere Kunsthandwerkerstände präsentierten ihre Waren. Örtliche Vereine hatten in Pavillons Informationstafeln aufgebaut und luden zu Gesprächen ein. Kinder boten ihre Waren an Flohmarktständen an.

Die Elternschaft der Grundschule hatte zu Apfelspenden aufgerufen. Ein Anhänger stand bereit, um das Obst aufzunehmen. Wer mindestens fünf Kilogramm abgab, bekam ein Los für eine Tombola, für die heimische Betriebe Preise gestiftet hatten. Zum Verkauf wurden frische Pflaumen, Pflaumenmus und -konfitüre angeboten. Auch der Kindergarten Hummelhof war mit einem Stand vertreten.

Auf dem Festplatz führte die Dreschgemeinschaft Bohnenkamp vor, wie mit alten Maschinen und Geräten früher Getreide gedroschen und Stroh gehäckselt wurde. Ein fester und äußerst beliebter Bestandteil des Erntefestes ist die Feuerwehr-Cafeteria, die mit selbst gebackenem Kuchen und köstlichen Torten einlud, um sich zu stärken und dabei zu klönen.

Und warum zieht es die Besucher immer wieder zum Erntefest nach Herringhausen? Auf diese Frage antwortete ein Ehepaar aus Belm: „Wir kommen jedes Mal. Man trifft nette Leute. Es gibt immer etwas Schönes zum Mitnehmen. Hier ist ein harmonischer Festplatz mit urigen und interessanten Ständen.“

Zu den regelmäßigen Besuchern zählt auch ein junger Mann, der in Herringhausen aufgewachsen ist und nun in Osnabrück wohnt. „Der Erntemarkt hat seinen natürlichen Charakter bewahrt und ist wichtig für die Dorfgemeinschaft“, so der Gast. Da macht auch zwischenzeitlicher Regen nichts. Das Erntefest hat eben seinen festen Platz im Veranstaltungskalender des Wittlager Landes.