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Theater, KFD und Kirche Bohmterin lebt das Ehrenamt mit Leidenschaft

Von Christa Bechtel | 10.02.2017, 20:04 Uhr

Anita Meier zu Farwig engagiert sich gerne ehrenamtlich, weil sie dann das weitergeben kann, was sie bekommen hat. Außerdem waren ihre Eltern bereits im Ehrenamt ‚unterwegs‘. Heute ist ihr ehrenamtliches Engagement etwas, was man für die Gemeinschaft und die Gesellschaft tun kann.

„Das ist auch das, was mich so beflügelt“, gibt die gebürtige Osnabrückerin spontan zu, die vor etlichen Jahren von der KFD – Katholische Frauengemeinschaft Deutschland – angesprochen wurde: „Ob ich Lust habe, mit in der Theatergruppe zu spielen. Da habe ich großen Spaß dran gehabt und habe sofort „Ja“ gesagt. Das mache ich jetzt seit 1988“, erzählt Anita Meier zu Farwig, die 1983 durch ihre Heirat mit ihrem Hubert nach Bohmte kam.

Im KFD-Festausschuss

Ihre Aufgaben in der KFD sind: „Dass ich mich im Festausschuss engagiere. Das beinhaltet die Bohmter Altweiber-Fassnacht. Da bin ich diejenige, die den Hut aufhat und den Karneval gemeinsam mit Margarethe Altewichardt und Cornelia Bronswick organisiert. Der Karneval findet nur alle zwei Jahre statt, weil es eine große Veranstaltung ist. Im Jahr dazwischen haben wir den Frauenkaffee oder auch bunten Nachmittag für alle. Das ist dann der Tag, an dem wir Theater spielen“, erläutert die gelernte Friseurin.

Bunter Nachmittag am 26. Februar

In diesem Jahr werde der bunte Nachmittag am Sonntag, 26. Februar, 14.30 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus St. Thomas stattfinden. „Weil wir kein Gemeindehaus mehr haben“, erklärt die Mutter von drei erwachsenen Kindern und stolze Oma von zwei Enkeln, die sich über dieses ökumenische Angebot sichtbar freut. Am 26. Februar wird sie also wieder auf der Bühne stehen. „Was ich daran ganz toll finde – einfach mal jemand anders sein. Ob der alte schimpfende Mann, das ewig kläffende Weib oder der Dussel, der nichts versteht“, zählt Anita Meier zu Farwig nur ein paar Rollen auf, die sie im Lauf der Jahre mit großer Leidenschaft verkörpert hat.

Ein sehr schweres Feld

Welche Ziele verfolgt die KFD? „Sie setzt sich besonders für Frauen ein, so dass sie ein Stück weit eine Lobby haben. Das war vor über 100 Jahren, als die KFD gegründet und bekannt wurde eher so, dass die Frauen nicht berufstätig, sondern für Haushalt und Kinder verantwortlich waren. Heute lässt das etwas nach; es ist schon ein sehr schweres Feld, junge Leute für die KFD zu begeistern“, weiß die ehrenamtlich Tätige. Weiter liegt ihr aber auch die Kirche sehr am Herzen. „Weil ich schon ein äußerst gläubiger Mensch bin und es schade finde, dass das Ganze, wenn man sich nicht mehr engagiert, so wegläuft. Denn wenn man sich überhaupt nicht einbringt, bricht alles zusammen“, blickt Anita Meier zu Farwig auf 1987, als sie in den Pfarrgemeinderat gewählt wurde.

Die Terminkoordinierung

In diesem Gremium war sie 15 Jahre, führte sogar lange den Vorsitz. Nach einigen Jahren Pause gehört sie nun seit 2015 dem Kirchenvorstand an. Dort ist sie im Bauausschuss und hat zudem die Terminkoordinierung mit dem Pfarrgemeinderat übernommen. „Aber auch Rabatten hacken gehört im Frühjahr und im Herbst mit dazu“, sagt sie lachend und ergänzt: „Dann bin ich immer diejenige, die gerne das Frühstück für die Helfer zubereitet.“ Apropos Essen: Mit großer Lust und Leidenschaft begleitet sie die Jugendlichen der Kirchengemeinde St. Johann ins große Zeltlager – als Kochfrau – und das seit 22 Jahren „Wenn das Zeltlager zu Ende ist und die Kinder dann trommeln, klatschen und singen, dass ich sie bekocht habe, dann habe ich fast ‚Pipi‘ in den Augen“, bekennt sie.

Mehr Zeit für die Seelsorge

Was würde sie innerhalb der Kirche gerne bewegen oder sogar verändern wollen? „Dass die Priester mehr Zeit für Seelsorge haben und Gemeindeglieder mitnehmen und begeistern. Aber auch, dass vom Bistum Osnabrück die Verwaltung bearbeitet wird. Also ein Manager eingestellt wird, der eine Pfarreiengemeinschaft verwaltet. Ob das der Kirchenvorstand ist, die ganzen Pachtsachen, Abgaben, Löhne und Gehälter…: All das sollte jemand Externes machen, sodass der Priester ausschließlich für Seelsorge da ist“, wünscht sich Anita Meier zu Farwig, die sich als weiteres Ehrenamt noch die Sterbebegleitung vorstellen könnte.

Ausbildung zur Hospizhelferin

Immerhin hat sie in Lemförde bereits ihre Ausbildung zur Hospizhelferin absolviert. Aber: „Wenn man das macht, muss man es sehr intensiv machen. Und das geht zurzeit nicht, da ich meiner Tochter versprochen habe, auf ihre Kinder aufzupassen. Ich warte auf die Rente“, signalisiert sie, dass sie sich in der Hospizarbeit dann gerne einbringen würde.