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Stolz auf die beiden Urenkel Gnadenhochzeit im Hause Veldkamp in Bohmte

Von Karin Kemper | 09.02.2017, 08:11 Uhr

Am 9. Februar 2017 jährt sich der Tag der Eheschließung von Lübbert und Christine Veldkamp, geborene Worps, zum 70. Mal. Sie feiern somit in Bohmte die Gnadenhochzeit. Und das kommt wirklich nicht alle Tage vor.

Wer die Jubilare nicht näher kennt, käme nie auf die Idee, welches Ehejubiläum ins Haus steht. Hören sie dann vom 70. Hochzeitstag, erfolgt prompt die Reaktion: „Das kann doch gar nicht sein.“ Doch es kann, auch wenn Lübbert und Christine Veldkamp das tatsächlich nicht anzusehen ist.

Ein Jahr nach der Rückkehr

Das Hochzeitsdatum im Jahr 1947 hat übrigens einen guten Grund. In Jemgum, wo Christine Veldkamp am 30. Dezember 1926 geboren worden war hatten die jungen Frauen noch während des Krieges beschlossen, dass die Heirat ein Jahr nach der Rückkehr der jeweiligen Freunde erfolgen sollte. Daraus lässt sich leicht errechnen, dass Lübbert Veldkamp, der das Licht der Welt am 5. Juni 1926 in Nendorf, das inzwischen zur Gemeinde Jemgum gehört, im Februar 1946 aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurückgekehrt war. Die heutigen Gnadenhochzeiter hatten zur Dorfjugend gehört, sich dort schon geraume Zeit vor der Hochzeit kennengelernt.

Zwei 90. Geburtstage

Christine Veldkamp sagt: „Wir haben schon im vergangenen Jahr allerlei Feierlichkeiten gehabt. Es war immer schön.“ Zwei 90. Geburtstage innerhalb von knapp sieben Monaten zu feiern, das ist schon etwas Besonderes. Und nun folgt nur wenige Wochen später die Gnadenhochzeit . Und nicht nur die Eheleute Veldkamp fieberten diesem Termin entgegen. Ebenso gilt das für die beiden Urenkel aus Wissingen, die der ganze stolz von „Oma und Opa Bohmte“ sind. Die beiden Jungs, sechs und neun Jahre alt, kommen immer gern zu den Urgroßeltern und freuen sich über deren Besuch.

Ist schon eine Gnadenhochzeit etwas ganz Seltenes, so kommt noch einiges mehr hinzu. Die Tochter berichtet: „Die beiden machen fast alles im Haushalt allein – nur die Fenster nicht. Und selbstverständlich wird jeden Tag richtig Essen gekocht.“ Zum Speisenplan gehören dabei durchaus Fenchel und Auberginen.“ Christine Veldkamp sagt: „Das schaffen wir alles.“ Und ihr Mann fügt hinzu: „Einmal gelebt, gut gelebt.“ Er ist der älteste von sechs Brüdern – und hat inzwischen alle überlebt.

Erste Bewohner

Eigentlich steht den beiden Bohmter noch ein zusätzliches Jubiläum ins Haus. Die Veldkamps sind nämlich vor 20 Jahren in die Seniorenwohnungen an der Neuwalder Straße eingezogen, gehörten damals zu den ersten Mietern in dem seniorengerecht gestalteten Gebäude. „Inzwischen haben die Bewohner in den anderen Wohnungen gewechselt, teilweise mehrfach“, sagt Christine Veldkamp. „Wir sind die einzigen, die von Anfang an hier wohnen.“

Wie aber sind die Jubilare überhaupt in den Altkreis Wittlage gelangt? Verantwortlich für den Umzug waren ein Bruder, der bereits in Herringhausen lebte, und die Tatsache, dass Arbeit in Ostfriesland Mangelware war. So zogen die Eheleute Feldkamp 1965 ebenfalls in das Wittlager Land – und dem sind sie treu geblieben.

Lübbert Veldkamp arbeitete lange in der Landwirtschaft, zunächst in Ostfriesland und dann sieben Jahre auf dem Hof Wallis/Merhof. Später war der Jubilar 25 Jahre lang auf dem Bau als Kranführer bei der Firma Beckmann tätig. Die Jubilarin sorgte 17 Jahre lang dafür, dass der Geschäftshaushalt der Familie Brörmann lief. Als beide in Rente gegangen waren, lebten sie zunächst acht Jahre in Hunteburg, bevor 1997 der Umzug zur Neuwalder Straße anstand.

Nützliche Rollatoren

Und was bei der eisernen Hochzeit gegolten hat, ist Christine Veldkamp auch weiter wichtig: „Blumen müssen sein. Ich weiß nicht. Ohne geht nicht.“ Das gilt derzeit vorrangig in der Wohnung. Aber wenn es Frühling wird, genießen es die beiden, im Garten zu sitzen. Und Blumen gibt es dort dann selbstverständlich auch. Für Bewegungsfreiheit sorgen die beiden Rollatoren, die vor der Haustür parken. Christine Lübbert: „Die sind eine tolle Erfindung.“

Zur Familie gehören heute neben den beiden Söhnen, den beiden Töchter und den Schwiegerkindern auch sieben Enkelkinder und zwei Urenkelkinder. Zwar sind die Veldkamps inzwischen „Wittlager“ geworden, deren Familienangehörige überwiegend im Umkreis leben, aber etwa hat sich nicht geändert: Bei den beiden gebürtigen Ostfriesen wird Tee getrunken.

Allen Gratulanten schließ sich das „Wittlager Kreisblatt“ mit den besten Wünschen an.