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Shared Space wird saniert Baustart in Bohmte für den 18. August vorgesehen

Von Karin Kemper | 31.07.2014, 18:18 Uhr

Dass der Shared-Space-Bereich grundlegend saniert werden muss, darüber herrschte bei allen Bohmter Ratsmitgliedern in der außerordentlichen Sitzung im Bohmter Kotten Einigkeit. 27 Ja-Stimmen sprechen eine deutliche Sprache. Zwei Ratsmitglieder, die sich enthielten beziehungsweise mit Nein stimmten, waren mit dem (teureren) rot durchfärbten Asphalt nicht einverstanden.

Konkret bedeutet das, dass in der Sitzung die Auftragsvergabe der umfangreichen Arbeiten im Bohmter Ortszentrum beschlossen wurde. Voraussichtlicher Baubeginn ist der 18. August. Bürgermeister Klaus Goedejohann verwies auf die Zeit, in der Anlieger, Geschäftsleute und Bewohner an den Ausweichstrecken Belastungen ertragen müssen: „Ende November ist die Maßnahme durch.“ Bekanntlich wird im Shared-Space-Bereich zum dritten Mal gebaut. Goedejohann: „Hoffentlich müssen wir in den nächsten Jahrzehnten da nicht mehr ran. Es reicht ja auch.“

Zur Vorgeschichte: Der Ausführung in Pflasterbauweise folgte eine erste Sanierung (wieder mit Pflaster). Die Straße hielt nicht. Seit 2012 läuft ein Beweisverfahren vor dem Landgericht Osnabrück, das feststellt, dass „in der falschen Bauklasse gebaut wurde“, ein Planungsfehler vorliegt. Der Bürgermeister: „Nach derzeitigem Stand wird es nicht zu einer außergerichtlichen Einigung kommen. Die Gemeinde muss das Geld einklagen. Und das werden wir tun.“

Für die anstehende Sanierungsmaßnahme sind Kosten von mehr als 900000 Euro veranschlagt. Davon sind nach Angabe des Bürgermeisters 630000 Euro erstattungsfähig. Ein nicht unerheblicher Betrag muss durch die Kommune finanziert werden. Dabei handelt es sich um die sogenannten „Sowieso-Kosten“, die entstanden wären, wenn gleich in der jetzt vorgesehenen (teureren) Form gebaut worden wäre. Der Verwaltungschef: „Wir wissen alle, dass das ein Kraftakt ist. Wir müssen ihn vollziehen– auch im Interesse der Anlieger, die derzeit erheblichen Lärm erdulden.“

Vor der Ratssitzung hatten intensive interfraktionelle Gespräche stattgefunden. „Das Abstimmungsergebnis im Verwaltungsausschuss hat gezeigt, dass sie von Erfolg gekrönt waren“, sagte Goedejohann. Seiner Aussage nach bezog sich die einzige Stimmenthaltung nicht auf das Projekt, sondern auf Detailfragen. „Die Sache hat allen auf den Nägeln gebrannt. Jetzt wird sie hoffentlich zu einem guten Ende geführt.“ Ergänzend hieß es, dass die Straße bis auf eine Tiefe von 65 Zentimetern aufgenommen wird – auch deshalb, weil das verwendete Material nicht frostsicher war.

Vorgesehen ist jetzt, dass im Bereich der Leverner und der Bremer Straße rot durchgefärbter Asphalt zum Einsatz kommt. Nur an der Straße „Am Schwakenhofe“ wird schwarzer Asphalt verwendet. Auf jeden Fall gilt: Der Shared-Space-Charakter soll erhalten bleiben.

Thomas Rehme, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagte Dank, dass die zusätzliche Ratssitzung kurzfristig anberaumt wurde. Er fügte hinzu: „Es ist richtig, dass der gesamte Rat beschließt.“ Eine stattliche Zahl von Zuhörern ließ sich die Beratungen nicht entgehen. Rehme betonte: „Es ist der richtige Weg, die Leute, die die Gemeinde falsch beraten haben, haftbar zu machen.“ Er fügte hinzu: „Wir hoffen, dass das Shared-Space-System mit rotem Asphalt weiter funktioniert.“ Das Ganze sei zwar teuer, aber man müsse nun in den saueren Apfel beißen.

Marcus Unger, der Sprecher der CDU/FDP-Gruppe, machte deutlich, dass der Ort durch Shared Space gewonnen habe. Das sollte niemand vergessen. Und weiter: „Jetzt müssen wir möglichst schnell loslegen.“ Das wird geschehen.

Die Baumaßnahme wird in mehrere Abschnitte unterteilt. Auf jeden Fall soll die Erreichbarkeit der Parkplätze garantiert sein – einschließlich weiträumiger Hinweisschilder für Auswärtskunden. Und noch etwas gilt: Während des Bohmter Markt-Wochenendes wird die uneingeschränkte Erreichbarkeit des Marktgeländes gewährleistet sein. Außerdem sollen alle Beteiligten laufend informiert werden und Bausprechungen stattfinden.