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Polizeistation Bohmte Viele Wildunfälle und Unfallfluchten in Wittlage

Von Andreas Schnabel | 09.06.2016, 11:38 Uhr

1815 Verkehrsunfälle hat das Polizeikommissariat Bramsche, das auch für den Altkreis Wittlage und Wallenhorst zuständig ist, im Jahr 2015 aufgenommen – das war genau ein Unfall weniger als im Jahr zuvor.

Bohmte. Bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2015 in der Polizeistation Bohmte an der Leverner Straße betonte Kommissariatsleiterin Ann Oldiges im Beisein von Stationsleiter Frank Kintscher und seinem Vertreter Dieter Klenke , die Zahl der registrierten Unfälle für das Wittlager Land liege im langjährigen Mittel. So wurden für den Zuständigkeitsbereich Wittlage 813 Verkehrsunfälle registriert (Vorjahr: 802). Davon waren 149 mit Personenschaden.

697 Verkehrsunfälle ereigneten sich in Raum Bramsche, 813 im Gebiet der Polizeistation Bohmte und 305 in Wallenhorst.

Die Zahl der getöteten Personen sank auf 3 (Vorjahr: 8), die der Schwerverletzten auf 33 (Vorjahr: 36). 113 Leichtverletzte sind in der Statistik 2015 aufgeführt im Vergleich zu 178 im Jahr 2014. Aber „natürlich ist jedes Todesopfer eines zu viel“ , so Polizeioberrätin Oldiges.

Für den Wittlager Bereich konnte nach Einschätzung von Ann Oldiges bei den Unfallfolgen von den Zahlen her ein erfreulicher Tiefpunkt erreicht werden, wobei auch der Seniorenanteil (Beteiligte über 65 Jahre) „deutlich rückläufig ist“. Grundsätzlich sind und bleiben die Hauptunfallursachen im fließenden Verkehr ein zu geringer Abstand zum Vordermann, zu hohe Geschwindigkeit und das Verletzen von Vorfahrtsregeln.

Besonders betroffen bei Unfällen sind auch 2015 wieder Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer gewesen – „die sind gegenüber den Kraftfahrzeugen eben leider die schwächeren Verkehrsteilnehmer, Unfälle wirken sich oft erheblich aus“, so Oldiges.

Die Zahl der Unfallfluchten liegt für den heimischen Bereich zwar im langjährigen Mittel, mit 137 Fällen (davon 58 geklärte Taten) aber nach wie vor hoch. Oldiges: „Unfallflucht ist ein Sorgenkind.“ Wobei die Leiterin klarstellt, dass „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort kein Kavaliersdelikt ist“. Wer nach einem Parkplatzrempler einfach wegfährt, ohne sich um den Schaden zu kümmern, der macht sich strafbar. Es drohen mindestens eine Geldstrafe und Führerscheinentzug.

Ann Oldiges und Frank Kintscher wünschen sich, dass so auch Zeugen einer Unfallflucht denken und nicht wegsehen: „Es wird sicherlich oft beobachtet, aber längst nicht immer gehandelt, sprich: Das Nummernschild notiert und die Polizei verständigt.“

Die Verteilung der Verkehrsunfälle zeigt, dass es für das Wittlager Land nach wie vor eine sehr hohe Zahl an Wildunfällen gibt. Sie machen rund 30 Prozent aus. In den Monaten Mai, Oktober, November und Dezember wurden besonders hohe Unfallzahlen festgestellt. Montags und freitags sind zudem häufiger Unfalle zu verzeichnen als an anderen Tagen.