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Motive aus der Region Sonderausstellung im Dümmer-Museum Lembruch

29.07.2014, 18:13 Uhr

„Ohne Herrn Siebert gebe es diese Ausstellung nicht. Er hat mich charmant überredet, diese Malerin auszustellen, die ich bis dato nicht kannte. Und als er mir das erste Foto von einem Gemälde zeigte, das er selbst besitzt, lief er bei mir offene Türen ein“, sagte Sabine Hacke, Leiterin des Dümmer-Museums Lembruch, als sie die Sonderausstellung „Gisela Hefele-Lohmeyer: Eine Malerin im Grenzgebiet zwischen Westfalen und Niedersachsen“ – überwiegend mit Motiven aus der Region – eröffnete.

Zur Vernissage galt daher ihr besonderer Gruß Dieter Siebert aus Celle, der gebürtiger Haldemer ist und den Anstoß zu der Kunstausstellung der bereits verstorbenen Malerin gab. Danke sagte Hacke der Tochter der Künstlerin, Renate Lode, die in Süddeutschland lebt, aber an der Ausstellungseröffnung nicht teilnehmen konnte. Sie hatte dem Museum einen sehr umfassenden Lebenslauf ihrer Mutter geschickt.

Gisela Lohmeyer wurde 1917 in Wehdem als Kind von Wilhelm und Lina Lohmeyer geboren, die in Heitkamps Ort ein Kaufhaus betrieben. Während zahlreicher Aufenthalte bei ihrem in Westrup geborenen Onkel. Wilhelm Aping, der in Penzberg als Chefarzt tätig war, bekam sie Kontakte zu Künstlern aus München. Dieses Erleben vertiefte bei ihr den Wunsch, sich ganz dem Zeichnen und der Malerei zu widmen. 1940 begann sie, in München ihre Fähigkeiten zu verbessern, um die Akademie der bildenden Künste besuchen zu können. 1941 bekam sie die Zulassung. Bis Sommer 1943 waren Berglandschaften, Hochmoore und Seen des Voralpenlandes in dieser Zeit die bestimmenden Motive ihres malerischen Schaffens.

Im Frühjahr 1943 heiratete sie in München der Arzt Otto Hefele. Aufgrund der kriegsbedingten Unruhen kehrte sie Ende 1943 nach Wehdem zurück. Nach dem Krieg bestimmten private Auftragswerke und öffentliche Aufträge ihr Schaffen, die die Region zwischen Dümmer, Stemmer Berg und des Wiehengebirges zum Inhalt hatten. Ihr bekanntestes Werk ist das Gemälde von der Gründung der Dielinger Brüderschaft St. Mathias in der Pfarrkirche in Dielingen, das 1955 fertiggestellt wurde. In das Geschäft ihrer Eltern eingebunden, malte sie ab Anfang der 1960er-Jahre nur noch selten. Im August 1981 verstarb Gisela Hefele-Lohmeyer im Alter von erst 64 Jahren.

Ungewöhnlich an Gisela Hefele-Lohmeyers Œuvre ist, dass es ihr gelang, während der Kriegszeit in der Münchner Akademie ihre Ausbildung akademisch zu begründen. Sie war dem Naturalismus verbunden, malte überwiegend Landschaften, deren Stimmung sie mit Farbe und Pinsel einfing.

„Man ist so begeistert von den Bildern, dass man sie unbedingt haben möchte“, meinte Sabine Hacke. Und: „Diese Sonderausstellung wäre durch die Unterstützung vieler Familien und dem Heimathaus Wehdem nicht möglich gewesen“, dankte sie den privaten Leihgebern. Im neuen Anbau befinden sich die großformatigen Werke der Malerin, im Obergeschoss kleinere aus ihrer bayerischen Zeit. Das größte Bild, der Blick vom Stemweder Berg auf den Dümmer, das der Gemeinde Stemwede gehört, steht im Eingangsbereich.

Bis zum 7. September kann die Sonderausstellung dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr im Dümmer-Museum besucht werden.