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Landtagsabgeordneten Gast Ein Hilferuf aus der Dümmerregion

Von Christa Bechtel | 28.04.2014, 21:39 Uhr

„Diese Zusammenkunft ist ein ernst zu nehmender Hilferuf, ein Hilferuf aus der Region. Wir haben ganz große Probleme am Dümmer, die von der jetzigen Landesregierung nicht wahrgenommen werden“, so Jürgen Hage. Als Vorsitzender der FDP „Altes Amt Lemförde“ hatte er die beiden FDP-Landtagsabgeordneten Marco Genthe und Gero Hocker in das Café „Landlust“ nach Hüde eingeladen.

„Vor fünf Jahren hat diese Region noch einen Umsatz von circa 20 Millionen Euro allein aus dem Tourismus umgesetzt. Heute ist es nur noch die Hälfte. Dafür gibt es viele Gründe, wie zum Beispiel die Blaualgen. Aber wir fühlen uns absolut im Stich gelassen“, betonte Hage, der als ersten kritischen Punkt die gesperrte Brücke am Marler Graben nannte. „Niemand will der Eigentümer und dafür zuständig sein“, kritisierte er. Gebaut worden sei sie wohl vom Land Niedersachsen.

„Im Stich lassen wir natürlich niemanden“, unterstrich Marco Genthe, der erst kürzlich mit der FDP-Kreistagsfraktion am Dümmer weilte. Er stellte heraus: „Unter einem gelben Umweltministerium hat man die Dinge anders betrachtet als unter einem grünen. Wir sind der Meinung, dass man Natur am besten schützt, indem man den Bürgern die Gelegenheit gibt, sie zu erleben und ihren Wert zu erkennen.“

„Was mich hat aufhorchen lassen: Dass es hier in der Region im Gaststätten- und Tourismusgewerbe seit 2010 eine Stagnation gibt“, erklärte Gero Hocker. Das sei, da Niedersachsen versuche, sich als Tourismusland zu positionieren, im negativen Sinn besonders beachtlich und bedauernswert, sagte der Generalsekretär der Liberalen in Niedersachsen. „Im Umweltministerium ist das Thema Brücke nicht bekannt“, so Hocker. Das Land Niedersachsen habe die Unterhaltungspflicht auf den Hunte-Wasserverband übertragen, und der bekomme dafür jährlich 380000 Euro vom Land, verdeutlichte Jürgen Hage. Viele Arbeiten wie Baum-Rückschnitt würden auch von Ehrenamtlichen übernommen.

Hocker bemängelte, dass der Verband lediglich Maßnahmen durchführen würde, „die deich- und hochwasserschutzerhaltend sind“. Er riet den Anwesenden nachzuhaken, welche Tätigkeiten überhaupt vom Verband übernommen werden müssen. „Es gibt Fördermöglichkeiten, die sich grundsätzlich mit dem Thema Wasserqualität beschäftigen“, so Hocker, der als Möglichkeiten beispielsweise das ELER-Programm (Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums), Gewässerschonende Landbewirtschaftung (GSL) oder die neue Maßnahme zur Seenentwicklung aufzählte.

Als weitere Punkte wurden Gebühren für Hafenbetreiber diskutiert, die das Land um etwa 1500 Prozent erhöhen will, sowie das Kitesurfen auf dem Dümmer.

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