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In der Museumsschmiede Bohmterin unternahm 32 Reisen in die Welt der Fantasie: Cornelia Dahlmann zeigt ihre Arbeiten

Von Wolfgang Huge | 04.09.2011, 15:52 Uhr

„Farben und Facetten“, so lautet das Thema einer Ausstellung, die seit Samstag in der Bohmter Museumsschmiede Placke zu sehen ist. Um 17 Uhr eröffnete sie Friedrich-Wilhelm Asshorn vom Bohmter Kulturring. Zu sehen sind vielfältige Arbeiten der Malerin Cornelia Dahlmann.

Im prall gefüllten Gebäude bedankte sich Asshorn bei der Bohmter Künstlerin, die in diesem Jahr zum sechsten Mal eine Ausstellung vorbereitet hatte. Zuvor hatte Bürgermeister Klaus Goedejohann von einem Glücksfall gesprochen, dass der Kulturring die Museumsschmiede Placke erhalten habe, um dort solche Veranstaltungen zu organisieren, die nicht zuletzt auch einem guten Zweck dienen. Er wünschte Cornelia Dahlmann und ihrem Engagement viele Besucher, damit sie sich auch weiterhin mit viel Erfolg für krebskranke Kinder einsetzen kann.

In der Ausstellung begegnet dem Besucher eine bunte Mischung an Motiven, die Dahlmann seit der Ausstellung im September 2010 gemalt hat. Malen, das ist für sie die persönliche Art und Weise, sich mit Gefühlen, Sorgen, Ängsten und Freude auseinanderzusetzen. Sie sprach davon, dass das zurückliegende Jahr für sie persönlich nicht ganz einfach gewesen sei, sodass sie 32 Reisen unternommen habe in die Welt der Fantasie, um dort mit Leinwand und Pinsel die Herausforderungen des Alltags zu bewältigen. Wohin sie sich in den vergangenen zwölf Monaten überall hin abgeseilt hat, kann der Besucher im Rundgang durch die Scheune sehen: ans Meer, in Konzerte, ins Reich der Erinnerungen.

Es ist das Anliegen der Bohmter Künstlerin zu zeigen, wie alltägliche Emotionen sich künstlerisch einen facettenreichen Ausdruck verschaffen können. Ihre Bilder sind das Resultat des Versuchs, die innere Ruhe und Gelassenheit wiederzufinden. In den kommenden drei Wochen wird Cornelia Dahlmann in der Scheune anzutreffen sein, um mit den Besuchern (jeder ist willkommen) zu malen, zu klönen oder einfach einen Cappuccino zu trinken. Natürlich gibt sie auch Erklärungen zu ihren Bildern. Geraten diese einmal zu persönlich, gelangen erst gar nicht in die Öffentlichkeit.

In diesem Jahr zeigt Dahlmann die Encaustic-Maltechnik, die aus der Antike stammt. Dabei werden in Bienenwachs eingelassene hochwertige Farbsegmente mit heißen Gegenständen in einem komplizierten Verfahren auf einen Malgrund aufgetragen und weiterbearbeitet. Spannend ist dabei auch für den Künstler selbst, was am Ende herauskommt, weil man nur geringen Einfluss darauf hat, wie Wachs verläuft. Zusammen mit Besuchern möchte sie hier experimentieren und schauen, was dabei entsteht.

Entstehen werden auch einige Patchwork-Bilder, an denen die Besucher mitarbeiten können. Für eine Spende von fünf Euro können sich diese nämlich auf den Leinwänden mit verewigen und so helfen, die bunten Bilderteppiche zu erstellen. Die Gemälde wurden bislang der Kinderklinik an der Universität Münster für Behandlungszimmer zur Verfügung gestellt, in denen krebskranke Kinder therapiert werden. Oder aber dem Elternhaus der Kinderklinik, wo die Eltern günstig in der Nähe ihrer dort behandelten Kinder übernachten können. Bei 20 Bildern, die ein solches Gemälde enthält, entsteht ein Erlös von 100 Euro. Arztpraxen, Betriebe oder Privatpersonen könnten eines der Patchworkbilder für Büro oder Foyer erwerben.

Solche zusätzlichen Einnahmen kämen hinzu zum Ertrag einer Verlosungsaktion, die mit der Ausstellungseröffnung begonnen hat und mit dem Bohmter Markt endet. Für die Aktion hat die Künstlerin fünf Bilder zur Verfügung gestellt. Das Geld der Initiative wird eingesetzt, um Notebooks für Kinder zu beschaffen, die sich an der Universitätsklinik Münster einer Krebsbehandlung unterziehen. Die Geräte sollen helfen, im tristen Alltag während der Behandlung ein wenig Abwechslung zu bringen. 28 solcher Notebooks konnten in den vergangenen sechs Jahren bereits zu Verfügung gestellt werden, und mit der laufenden Ausstellung sollen es 30 werden.

Wer einen Blick in die Ausstellung werfen möchte, kann dies bis zum 26. September jeweils von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 15 bis 20 Uhr tun, sowie am Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.