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Exkursion zu den brütenden Tieren Stabile Fischadler-Population soll sich am Dümmer entwickeln

Von PM. | 22.07.2014, 10:30 Uhr

Dieses Jahr war es ein weiter Weg zum Fischadlernachwuchs am Dümmer: Um den halben See mussten die Teilnehmer der Fischadlerradtour unter Leitung von Dorothee Wibbing vom Naturschutzring Dümmer radeln, um die diesjährigen jungen Adler in Augenschein zu nehmen.

„Dieses Jahr brüten zwei Fischadlerpaare am Dümmer, beide auf Nisthilfen im Osterfeiner Moor“, erläutert Dorothee Wibbing. Eigentlich hätten es drei Paare sein sollen. Aber die im vergangenen Jahr mit einem Beobachtungspunkt ausgestattete Nisthilfe im Ochsenmoor nahe der Naturschutzstation Dümmer blieb dieses Jahr unbesetzt. Das Männchen hielt sich dort rund zwei Wochen an der Nisthilfe auf, doch als das Weibchen nicht erschien, gab es schließlich den Horst auf. Fischadler führen zwar nur eine Saisonehe, sind ihrem Brutplatz aber recht treu, sodass sich oft dieselben Partner am Horst einfinden und brüten. „Wahrscheinlich ist dem Weibchen im Winterquartier in Afrika oder auf dem Zugweg etwas zugestoßen“, vermutet deshalb Frank Körner, der als Ornithologe beim Naturschutzring Dümmer die Brutstandorte betreut.

Im Norden des Dümmers brüten seit 2004 Fischadler. Insgesamt drei Nistplattformen aus Metall sind dort auf Strommasten angebracht. Die Plattformen bieten einen komfortablen Untersatz für ein Nest und verhindern, dass Äste und Stöcke, mit denen die Adler ihr Nest bauen, auf die Leitung fallen.

Kaum zu unterscheiden

Im Gebiet angekommen, waren die Teilnehmer der Exkursion von den Jungvögeln beeindruckt, die in der Größe kaum noch von ihren Eltern zu unterscheiden waren. „Ein Altvogel hat einen Fisch in der Kralle, frisst ihn aber selber“, kommentiert eine Teilnehmerin beim Blick durch ein Spektiv. Das Fischadlermännchen hat einiges zu tun, um die drei Schnäbel des Nachwuchses zu stopfen. Er ist über viele Wochen allein für die Nahrungsbeschaffung zuständig, das Weibchen nimmt den Fisch entgegen, zerkleinert und verfüttert ihn. Sind die Jungen fast flügge, dann hilft auch das Weibchen beim Fischfang mit. Insgesamt sechs Nisthilfen rund um den Dümmer stehen den Adlern zur Verfügung, sämtliche wurden unter der Federführung des Naturschutzrings Dümmer installiert, und sie werden durchgehend vom Verein betreut.

Eine Bilanz des Projektes, das nun seit zehn Jahren durchgeführt wird, zieht Frank Körner: „Durch das Angebot von Nisthilfen brüten nach einer etwa ein Jahrhundert dauernden Abwesenheit wieder Fischadler am Dümmer, insgesamt wurden hier bis heute 39 Fischadler flügge. Wir hoffen, dass der Bestand weiter zunimmt, sodass sich schließlich eine stabile Population entwickelt.“

Weitere Informationen und Fotos zum Fischadlerprojekt sind unter www.naturschutzring-duemmer.de zu finden.