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Ein Fest der Vielfalt Bohmter beweisen: Wir gehören zusammen

Von Cornelia Müller | 06.06.2016, 20:36 Uhr

Neue Nachbarn lernt man am besten kennen, indem man zusammen feiert. Das ist der Grundgedanke von „Menschen in Bohmte – Wir gehören zusammen!“.

Am Sonntag hat die Gemeinde Bohmte mit Unterstützung vieler Vereine und Institutionen dieses Fest der Kulturen zum 24. Mal ausgerichtet. Das erklärte Ziel: ein deutliches Zeichen für ein friedliches Miteinander und gegen Gewalt und Ausländerfeindlichkeit zu setzen. „Diese Veranstaltung ist aktueller denn je“, betonte Bürgermeister Klaus Goedejohann in seiner kurzen Eröffnungsansprache. „Es tut gut, ein solches Fest feiern zu können.“

Mitbürger aus 63 Nationen

Aktuell leben etwa 1500 ausländische Mitbürger aus 63 Nationen in Bohmte. 16 Nationen beziehungsweise Regionen waren bei „ Menschen in Bohmte “ mit einem eigenen Stand vertreten. Besonders vorgestellt wurde in diesem Jahr die Region Siebenbürgen im heutigen Rumänien, deren wechselvolle Geschichte Michael Salmen, der Kulturreferent der Landesgruppe der Siebenbürger Sachsen, in seinem Grußwort nur kurz skizzieren konnte („850 Jahre in 6 Minuten“). Für die Einladung nach Bohmte bedankte er sich mit einem Kompliment: Er habe hier eine „entspannte, freudige Leichtigkeit und große Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander“ vorgefunden.

Sommerlich locker

Die Atmosphäre auf dem Brörmann-Parkplatz und dem Shared-Space-Bereich war sommerlich locker. Die Besucher genossen nicht nur die landestypischen Spezialitäten, die man hier an jedem Stand probieren konnte, sondern auch das bunte Unterhaltungsprogramm, das von Klaus Poniewaz moderiert wurde. Die Kindertanzgruppen des TV 01 Bohmte und die jungen Tänzerinnen und Tänzer der Tanzgruppe Kristina hatten hier ihren großen Auftritt und ernteten kräftigen Applaus. Jella Bauschulte und Lea Marie Plaßmeyer legten ein flottes Solo zu Shakiras „Waka Waka“ hin, Xenia Mikliaev sang „Wrecking Ball“, und die Umweltorientierte Musikschule steuerte ebenfalls mehrere Lieder bei. Auf dem Programm standen außerdem traditionelle Tänze und Musik, die von der „Siebenbürger Blaskapelle“ und der „Siebenbürger Volkstanzgruppe“ aus Herten dargeboten wurden.

Spiel und Spaß für die Kinder

Auch Spiel und Spaß für die Kinder kamen nicht zu kurz. Sie konnten sich am Stand der Oberschule schminken lassen, tobten ausgelassen auf der Hüpfburg oder versuchten ihr Glück bei der Verlosung der „Aktion Notebook“. Hauptattraktion der Veranstaltung aber war das große Angebot an Speisen aus aller Welt – vom brasilianischen Maiskuchen „Bolo de Fuba de Coco“, den man am Stand des Arbeitskreises „Der Sämann“ probieren konnte, über ein deftiges „Szekler Gulasch“ aus Siebenbürgen bis zum syrischen Linsengericht „Hurah Usbau“, was übersetzt übrigens „verbrannte Finger“ bedeutet. Alles lecker, alles mit viel Liebe zubereitet.

Frittierte Kochbananen

„Über das Essen kommt man am leichtesten ins Gespräch“, weiß William Brako, der bereits zum 22. Mal an der Veranstaltung teilgenommen hat und dessen frittierte Kochbananen (in Ghana „Kelewele“ genannt) wieder sehr gut ankamen. „Es ist wichtig, dass es dieses Fest gibt. Das ist gut für das Klima und das gegenseitige Verständnis.“ Besucher Mario Macho sieht das genauso: „Man lernt die Nationalitäten und ihre Lebensart einfach mal besser kennen. Nicht über den Tellerrand zu gucken und mit Tunnelblick durchs Leben zu gehen, bringt einen nicht weiter. Deshalb ist diese Veranstaltung eine richtig gute Idee.“