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Highspeed-Internet für Dielinger Firma Deshalb ist die Gemeinde Stemwede "auf der Überholspur der digitalen Autobahn"

Von Heidrun Mühlke | 02.12.2020, 16:30 Uhr

Nun ist es soweit: Der erste Kunde im neuen Glasfaserprojekt des Kreises Minden-Lübbecke profitiert vom Breitband-Ausbau. Die Firma Gamma IT Systemhaus in Dielingen kann dank des Glasfaseranschlusses jetzt mit hohem Tempo im Internet surfen. Gefeiert wurde dieses besondere Event mit einem digitalen Lichterfest.

Landrätin Anna Bölling steckte in Begleitung von Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat und Greenfiber-Geschäftsführer Uwe Krabbe den Stecker in die dafür vorgesehene Box ein. Startschuss für das gigaschnelle Highspeed-Internet. Der Netzbetreiber Greenfiber kümmert sich im Nachbarkreis um den Glasfaserausbau. Im Landkreis Osnabrück hat diese Aufgabe die landkreiseigene Infrastrukturgesellschaft Telkos übernommen. Sie baut dort das schnelle Internet aus, wo dies private Telekommunikationsunternehmen aus wirtschaftlichen Gründen nicht tun.

1.800 Kilometer Glasfaserleitungen

Dem Netzstart in Minden-Lübbecke gingen ein gutes Jahr Planungen, Vorbereitungen und Bauarbeiten voraus. Insgesamt werden 1.800 Kilometer Glasfaserleitungen im Kreis verlegt, die die Infrastruktur der Zukunft darstellen und die veralteten Kupferkabel ersetzen. Ein großer Teil ist schon geschafft. Damit können bis zu 22.000 Haushalte im Kreis an die glasfaserschnelle Internetleitung angeschlossen werden.

Sowieso sei man deutlich schneller als geplant mit den Bauarbeiten voran gekommen, machte Krabbe deutlich. Mehr Menschen als ursprünglich geplant könnten davon profitieren. Das Projekt wird zu großen Teilen von Bund und Land gefördert, ein nicht unerheblicher Eigenanteil verbleibt aber auch bei Städten und Gemeinden. Stemwede habe knapp eine Million Euro dafür ausgegeben, machte der Bürgermeister deutlich. Ziel sei es, dass auch der letzte Winkel im Kreis am Highspeed-Internet teilhaben kann.

Auf der Überholspur

„Dafür sind wir nun auf der Überholspur der digitalen Autobahn“, freute sich Abruszat. Das sei zwar eine enorme Kraftanstrengung, aber gleichzeitig der Neustart in die digitale Welt. Auch Landrätin Bölling betonte, dass digitale Angebote gerade in Corona-Zeiten viel Raum gewonnen hätten. Sie nannte Homeoffice und den digitalen Schulunterricht als Beispiel. Dieses Projekt sei die Zukunftssicherung der Gemeinde Stemwede und des Mühlenkreises.

Als Technologie der Zukunft bezeichnete Gastgeber, Vorsitzender des Gewerbevereins Stemwede und Geschäftsführer von Gamma, Adolf Ey, das schnellste Internet Europas, das nun in Stemwede Wirklichkeit geworden ist. Zu lange sein man in der Kupfertechnik der Vergangenheit gefangen gewesen. „Die Zukunft wir jetzt von Lichtgeschwindigkeit bestimmt“, freut sich Ey, als erster Nutzer des Highspeed-Internets.

Weitere Kommunen folgen

Regierungspräsidentin Judith Pirscher war per Video dem Lichterfest zugeschaltet. In Nordrhein-Westfalen soll bis 2025 ein flächendeckendes Giga-Netz entstehen. Fast nirgendwo in NRW komme die Förderung mehr Teilnehmern zugute als in Minden-Lübbecke. „Ab Anfang der kommenden Woche können Privatkunden in Stemwede das Glasfasernetz nutzen. Nach Stemwede folgen dann die Kommunen Rahden, Espelkamp, Pr. Oldendorf, Hüllhorst und Lübbecke.