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Außerordentliche Sitzung nötig Keine Entscheidung zur Bohmter Schulsozialarbeit

Von Karin Kemper | 08.03.2015, 19:44 Uhr

Dass Schulsozialarbeit gut und wichtig ist, daran besteht kein Zweifel. In der jüngsten Sitzung des Bohmter Schulausschusses zeigte sich allerdings, wie schwierig die Organisation ist, zumal wenn verschiedene Träger im Boot sind und die Finanzierung darüber hinaus teilweise über Landesmittel erfolgt.

Der Tagesordnungspunkt in der Aula der Oberschule lautete: Antrag der Oberschule Bohmte auf die Übertragung der Schulsozialarbeit auf die Firma Fuchs-Konzepte. Erste Gemeinderätin Sabine de Buhr-Deichsel machte deutlich, dass es bei diesem Antrag nur um den Teil gehe, der neben der Berufsorientierung – „Es ist unstrittig, dass dieser Bereich weiter über Fuchs-Konzepte läuft.“ – als Schulsozialarbeit an die Oberschule Bohmte angedockt ist.

Thomas Rehme unterstrich, dass die Berufsorientierung von der Schulsozialarbeit getrennt sei. Da sich bei einer Veränderung aus den erforderlichen Verträgen rechtliche Konsequenzen ergäben, sagte er: „Ich kann so nicht entscheiden.“ Tendenziell sei die Situation so, dass er den Antrag der Schule unterstütze. Da es aber um Mittel der Gemeinde gehe, sei das Votum, sprich die Zustimmung der Kommunalaufsicht des Landkreises Osnabrück, wichtig.

Berufsorientierung

Konkret bedeutet das, dass der Schulausschuss empfiehlt, dass Fuchs-Konzepte die Berufsorientierung für die Dauer der Landesförderung (zwei Jahre) fortsetzt. Hinsichtlich der Veränderungen und einer Vertragsunterzeichnung durch die bisherige Stelleninhaberin müsse erst eine Klärung erfolgen – und das in einer zusätzlichen Ausschusssitzung entschieden werden.

Mit der Jugendarbeit in der Gemeinde Bohmte ist das Kinderhaus Wittlage beauftragt – so auch mit der Schulsozialarbeit an der Oberschule Bohmte. Geschäftsführer Tim Ellmer erläuterte in einer Sitzungsunterbrechung ebenso wie Axel Fuchs von Fuchs-Konzepte Bramsche den aktuellen Stand der Dinge. Ellmer verwies darauf, dass Berufsorientierung auf die normale Schulsozialarbeit aufsetze. Er betonte, dass die Firma Fuchs sehr gute Arbeit leiste. Allerdings sei die Berufsvorbereitung nur ein Teil der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung, die früher einsetze. Und in der Begleitung von Kindern und Jugendlichen sei es wichtig, möglichst nahtlose Übergänge zu erhalten. Ellmer: „Schulsozialarbeit ist eine eigene Profession.“ Trotz unterschiedlicher Sichtweisen gelte: Beide haben das Wohl des Kindes im Blick. Und weiter: „Ich habe keine Probleme mit der Zusammenarbeit.“

Bislang gut Arbeit

Oberschulleiter Clemens Brunsen sagte, dass es seit Januar keine Schulsozialarbeit gebe, da kein Vertrag unterschrieben wurde. Er fügte hinzu: „Bislang wurde von Jutta Plessen-Jordan sehr, sehr gute Arbeit geleistet. Uns liegt viel daran, dass das bis Juni 2017 fortgeführt wird.“

Diskutiert wurde während der Sitzung, wer für die keineswegs optimale aktuelle Situation verantwortlich ist. Einigkeit herrschte, dass es aktuell fast unmöglich sei, einen Beschluss zur Schulsozialarbeit zu fassen.

Mathias Westermeyer machte deutlich, dass die Neuorientierung der Jugendarbeit in der Gemeinde, die ab 2011 das Kinderhaus Wittlage leistet, in vielen Bereichen Gutes erreicht habe. Die Schulsozialarbeit sei eine freiwillige Leistung der Gemeinde. Und auf jeden Fall sei eine gute Zusammenarbeit rund um Kinder- und Jugendarbeit und Schule wichtig. Er fügte hinzu: „Hat man nur aneinander vorbeigeredet, und eine Klärung ist möglich?“

Axel Fuchs erläuterte, dass seine Firma seit 2001 in der Schulsozialarbeit tätig sei und das Team inzwischen elf Mitarbeiter zähle. Die berufliche Orientierung bilde zwar den Schwerpunkt der Tätigkeit, aber inzwischen gehörten weitere Bereiche wie das „Teilhabepaket“ und eben die Schulsozialarbeit dazu. Fuchs: „Wir würden das gern durchgängig von Klasse 5 an machen, und ich glaube, dass wir das können.“

Kooperation wichtig

Helmut Buß, Ausschussvorsitzender und stellvertretender Leiter der Oberschule, machte deutlich, dass die Arbeit mit und für Kinder und Jugendliche immer auf Vernetzung und Kooperation angewiesen sei. Buß verwies darauf, dass alle Beteiligten stets auf eine Vernetzung angewiesen seien. Den „einen Guss“ gebe es nicht. Arnd Sehlmeyer ergänzte: „Wenn man kooperiert, ist man von Wechseln und Zeitpunkten unabhängig. Fuchs unterstrich: „Wir sollten nicht von Brüchen sprechen, es handelt sich um Übergänge. Und die lassen sich über Trägergrenzen gestalten.“

Auf jeden Fall gilt: Erst einmal bleibt der Ist-Zustand an der Oberschule bestehen. Buß: „Sobald alle Papiere vorliegen, findet eine außerordentliche Schulausschusssitzung statt.“ Dann muss sich endgültig entscheiden, wie und von wem die Schulsozialarbeit an der Bohmter Oberschule zukünftig gestaltet werden soll.