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Abschied aus dem Rathaus Geht in Ruhestand: der Bohmter Gemeindeamtsrat Horst Schröder

Von Karin Kemper | 28.07.2012, 08:01 Uhr

„Bist du bereit, Horst?“ So fragte der Bürgermeister zu Beginn des offiziellen Teils der Verabschiedung des Fachdienstleiters Horst Schröder. Er war es – nachdem er zusammen mit der Familie per Kutsche zum Landgasthaus Gieseke-Asshorn gelangt war.

Dort warteten bereits zahlreiche Gäste von den Kollegen über Wegbegleiter bis hin zu Freunden. Klar, dass umgehend der Reigen der Begrüßungen und Umarmungen einsetzte. Den Werdegang des Mannes, der am Tag zuvor 63 Jahre geworden war, fasste Chef Klaus Goedejohann zusammen. Demnach war Schröder 47 Jahre und vier Monate im öffentlichen Dienst tätig. Angefangen hatte dabei alles mit der Verwaltungslehre beim Landkreis Wittlage. Den Schlusspunkt leitete Horst Schröder im März 2010 mit seinem Schreiben ein, in dem er den Ruhestand beantragte. Der Beinahe-Ruheständler (letzter Diensttag ist am Dienstag) ergänzte: „Dass das jetzt so plötzlich kommt, damit habe ich nicht gerechnet.“

Mit dem 1. Dezember 1977 trat Schröder seinen Dienst bei der Gemeinde Bohmte an. Stichworte für seine Arbeit in den Fachbereichen Ordnung, Sicherheit und Personenstandswesen: Feuerschutz, Familie, Jugend und Kinderbetreuung, Landkreis vor Ort, Maßarbeit, Optionskommune und rund 850 Trauungen. Er gestaltete Prozesse mit, war kompetenter und geschätzter Ansprechpartner, der mit Sachlichkeit und Besonnenheit die Arbeit verrichtete. Die Laudatio mündete in die Worte: „Ganz, ganz herzlicher Dank im Namen der Gemeinde.“

Bevor zahlreiche Gratulanten das Wort ergriffen und Präsente überreichten, ergriff der Geehrte das Wort und meinte: „Im Moment bin ich genauso angespannt wie am 1. April 1965.“ Dass er ins Schwitzen geriet, konnte aber ebenso gut an den Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke liegen. Dank stand im Mittelpunkt – für gute Zusammenarbeit mit Kollegen und in Arbeitskreisen (auch über Gemeindegrenzen hinweg) und an den Dienstherren in Bohmte, dass er sich 1977 für ihn ausgesprochen habe. „Es standen noch andere Kandidaten auf der Matte.“ Schröder wurde damals Ordnungsamtsleiter. Er unterstrich in seinem Rückblick, zu dem der Dank für das 26-jährige Miteinander mit der Feuerwehr gehörte: „Ich habe die Entscheidung ganz selten und wenn, dann nur ganz kurze Zeit bereut.“ Er erinnerte daran, dass früher nicht alles schlecht war (den Landkreis vor Ort gibt es wieder) und dass er auf viele schöne und einige wenig schöne Ereignisse zurückblicke. Schröder endete mit den Worten: „Am Mittwoch bin ich dann mal weg.“

Für sich spricht, dass sich nicht nur die Kollegen, sondern auch die Parteien des Rates am Abschiedsgeschenk beteiligten. Ein historischer Koffer (und weitere Gaben) standen für eine Burgunder-Romanze mit Ehefrau Edith in Ahrweiler.