Handwerk hat goldenen Boden Erhellendes beim Bewerberfachtag in Bohmte

Von Kerstin Balks


Bohmte. Zum 16. Mal hatte die Oberschule Bohmte zum Bewerberfachtag geladen – und alle kamen: Neben den Bohmter Oberschülern auch die Schüler der Wilhelm-Busch-Schule Hunteburg, der Ludwig-Windthorst-Schule Ostercappeln und der Von-Sanden-Oberschule Lemförde.

An der Tafel steht zwar noch Lehrreiches zum Energieerhaltungssatz und zur elektrischen Stromstärke, doch Physik ist an diesem Morgen nicht das Thema. Den überwiegend weiblichen Zuhörern erläutert Verena Schräer, Lehrerin an der Berufsbildenden Schulen (BBS) Melle die Zugangsvoraussetzungen und das Berufsbild der Medizinischen Fachangestellten. Der abwechslungsreiche Beruf, der früher die Bezeichnung Sprechstundenhilfe, später dann Arzthelferin trug, sei sehr vielseitig und aufgrund der gewachsenen Weiterbildungsmöglichkeiten „im Aufwind“, erläuterte die Dozentin. Sie selbst habe nach der Ausbildung ihr Abitur nachgeholt, in Osnabrück Pflegewissenschaften studiert, um jetzt den Lehrerberuf auszuüben. Doch auch ohne Abitur und Studium gibt es gute Perspektiven: Mehr denn je hat das Handwerk goldenen Boden und suchen die Betriebe händeringend Auszubildende, die auch nach der Lehre im Unternehmen bleiben möchten. Gerade deshalb würden bei den Bewerbern nicht zwangsläufig Abiturienten den Oberschulabsolventen vorgezogen, wie Lehrer Andre Goda weiß.

Frauen in Technikberufe

Ganz vorne in Sachen Attraktivität mögen da Unternehmen wie Volkswagen sein. Zwar bildet das Unternehmen am Standort Osnabrück keine Kaufleute aus, aber auch auf die rund 40 Ausbildungsplätze im technischen Bereich dürften sich viele Jugendliche bewerben. „Wir ermutigen gerade Mädchen, sich bei uns zu bewerben“, sagt Sandra Hinken, Referentin der Personalentwicklung bei VW Osnabrück. Das Interesse geweckt hat sie denn auch bei Lilia Ouchikh, die sich mit viel Spaß an der virtuellen Schweißstation versucht. Praxisnah war auch die Station Elektrotechnik bei der Firma EBM, die ebenfalls im Osnabrücker Fledder ihren Stammsitz hat. Zu Ausbilder Hans-Joachim Scholle sind jene Schüler gekommen, die sich für den Beruf des Elektrikers für Energie und Gebäudetechnik interessieren, so wie Daniel Strubbe aus Bohmte. Er hat bereits ein Praktikum im Malerhandwerk absolviert und weiß deshalb, dass es gerade am Bau ohne Elektriker nicht geht. Die Aufgabe, Strom auf die Kabelverängerung zu bringen, gelingt ihm auf Anhieb.

Teil der Berufsvorbereitung

Ein somit in mehrfacher Hinsicht erhellender Vormittag für die 175 Schüler beim Bewerberfachtag in Bohmte, denen Lehrer Berufsbildender Schulen, Vertreter aus Industrie und Handwerk und deren Auszubildende Rede und Antwort standen. Die Schüler hatten dabei Gelegenheit in so unterschiedliche Berufsfelder wie Metall-, Bau-, Holz- und Elektrotechnik, in Berufe der Gastronomie, in Pflegeberufe, sowie in Berufe aus dem kaufmännischen, dem gestalterischen und dem erzieherischen Bereich hineinzuschnuppern. „Ein wertvoller Baustein im schulischen Programm der Berufsvorbereitung “, beschrieb es Lehrer Andre Goda, der die Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Schulsozialpädagogen Stefan Mietze vorbereitet hatte.


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