Ausschuss blieb ohne Beschluss Wie geht es mit der offenen Jugendarbeit in Bohmte weiter?

Von Karin Kemper

Ferienspaß in Bohmte, Inspektor Vender ermittelt Archivfoto: Lars HerrmannFerienspaß in Bohmte, Inspektor Vender ermittelt Archivfoto: Lars Herrmann

Bohmte. Die Beschlussvorlage „Gesamtkonzept zur Neuausrichtung und Vernetzung der Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde Bohmte“, die vor der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Sport erstellt worden war, ließ es ahnen: Es würde nicht einfach werden. Entsprechend war kein Beschlussvorschlag formuliert.

Ausgangspunkt der Beratungen im Bohmter Kotten, die in der Ratssitzung am 12. Dezember ihren Abschluss finden werden, ist die Tatsache, dass der Vertrag mit dem Verein Kinderhaus Wittlager Land ebenso wie der mit dem Projektträger Fuchs Konzepte (Schulsozialarbeit) zum 31. Juli 2018 ausläuft. Erste Gemeinderätin Tanja Strotmann erläuterte, dass die Kinder- und Jugendarbeit dreigeteilt ist in frühe präventive Hilfen, Schulsozialarbeit an Haupt- und Realschulen und offene Kinder- und Jugendarbeit.

Flexible Arbeit

In der Ausschusssitzung am Montagabend im Bohmter Kotten gaben Tim Ellmer und Nils Bollhorn (pädagogischer Leiter) vom Kinderhaus Wittlager Land Informationen zum Stand der Dinge. Ellmer verwies dabei auch darauf, dass die Gestaltung des Ganztagsunterrichts in der Grundschulen nur durch die von der Gemeinde geleistete Mittelaufstockung überhaupt angemessen zu realisieren sei. Als wichtige Aufgaben der präventiven Arbeit nannte er die Übergänge von Kindergarten zur Schule und von der Schule zu weiterführenden Schulen. An allen vier Grundschulen gibt es feste Ansprechpartnerinnen. Und auch in den Kitas gibt es nach Bedarf Angebote. Es wird flexibel gearbeitet, der Stundenumfang in den Einrichtungen verändert sich.

Kindergartenleiterin

Angelika Bockrath, Leiterin des Kindergartens St. Johann, der bislang aus räumlichen Gründen (das ist nach dem Umbau anders) das Angebot noch nicht wahrnehmen konnte, sagte in der Sitzung: „Viel kann in den Kindergärten durch kleine und gemischte Gruppen aufgefangen werden. Bei besonderen Problemen in Familien seien die niederschwelligen Angebote wichtig.“

Deutlich wurde, dass es mit frühpräventiven Hilfen und der Schulsozialarbeit keine Problem gibt. Thomas Rehme fasste die Stimmung zusammen: „Das kann so bleiben.“

Großes Aufgabenspektrum

Bei der offenen Jugendarbeit, deren Kosten sich derzeit jährlich auf 130.000 Euro pro Jahr belaufen, sieht das anders aus. Nils Bollhorn erläuterte, dass zu den Aufgaben des aktuellen Dreierteams (mit 1,75 Stellen) die Organisation der Ferienspiele ebenso gehörte wie die Betreuung des Jugendtreffs, die aufsuchende Jugendarbeit sowie Vernetzung und Kooperation mit Vereinen, Schulen und Kitas. Und es gehöre auch dazu, durch den Ort zu gehen, um zu sehen, wo sich die Jugendlichen aufhalten.

Unordnung auf dem Grundstück

„Wie soll der Jugendtreff gestaltet werden? Es sieht rundherum nicht einladend aus“, führte Mark Oelgeschläger aus. Er ergänzte, dass es auf dem Gelände teilweise wie auf einer Müllkippe wirke und sich niemand dafür zuständig fühle.

Ellmer verwies darauf, dass der Jugendtreff der Gemeinde gehöre und Mittel erst zur Verfügung gestellt werden könnten, wenn klar sei, wie es weitergehe. Bollhorn: „Der mit der Gemeinde geschlossene Vertrag deckt nicht alles ab.“

Auf eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Jugendtreff machte Thomas Rehme aufmerksam. Er sagte: „Wir müssen sehen, wie gemeindliche Mittel sinnvoll eingesetzt werden können.“ Das sah Ellmer ebenso und lud die Ausschussmitglieder (oder auch die Fraktionen) zu Dialog und Informationsrunde ein.

Sehen, was sonst noch geht

Anita Meier zu Farwig plädierte dafür, beim bestehenden Budget für die offene Jugendarbeit zu bleiben, aber „zu schauen, was sonst noch geht“. Rehme meinte: „Bei der offenen Jugendarbeit müssen wir schauen, was wir wollen. Und zudem stellt sich die Frage, ob die gesamte Kinder- und Jugendarbeit ausgeschrieben werden soll.“

Ausschussvorsitzende Annelie Bretz regte an, weiter das Gespräch zu sichern. Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass im Verwaltungsausschuss weitere Beratungen erfolgen sollen und die endgültige Entscheidung in der Ratssitzung im Dezember getroffen werden soll.