Musik macht Menschen fröhlich Gospelkonzert zur Wittlager Reformationswoche

Christa Bechtel

Meine Nachrichten

Um das Thema Bohmte Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bohmte. Am dritten Abend der Wittlager Reformationswoche bei der St.-Thomas-Kirchengemeinde Bohmte hatte die Gospelmusik das Sagen.

Zwei heimische Chöre, nämlich „Gospel and More“ Rabber unter der Leitung von Karin Ventker, ein Workshopchor sowie „New City voices“ Wuppertal, beide unter der Leitung von Tine Hamburger, gestalteten solch ein mitreißendes Konzert, dass im Festzelt immer wieder Beifallsstürme aufbrandeten.

„Wir feiern 500 Jahre Thesenanschlag, 500 Jahre Erneuerung der Kirche “, sagte Pastor Hartmut Weinbrenner zur Begrüßung im rappelvollen Zelt. Martin Luther habe uns wichtige Impulse gegeben. „Wie den mit dem Gemeindegesang, dass Leute singen.“ Luther sei es wichtig gewesen, dass jeder beteiligt wurde, erläuterte der Geistliche.

Ein Geschenk Gottes

Das Programm eröffnete „Gospel and more“. Doch erst einmal zitierte Karin Ventker ein Luther-Zitat, der gesagt habe: „Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes und macht die Menschen fröhlich. Und die Musik, die die Menschen fröhlich macht, verjagt den Geist der Traurigkeit.“ Dazu folgten drei Gospelsongs, in denen es jeweils um den Übergang vom Leben zum Sterben ging: „Going up yonder“, „Fly away“ und „Ticket to the kingdom“. Die wurden so temperamentvoll und mit voller innerer Hingabe zu Gehör gebracht, dass der Funke sogleich auf das Publikum übersprang.

Imposante Klangpracht

Etwas getragener folgte das bekannte „Halleluja“ von Leonard Cohen, dem sich der Gospel „Trust in higher meaning“ aus der Feder von Matthias Ventker anschloss. Der begleitete die Choristen einfühlsam am E-Piano. Und Karin Ventker sorgte für Präzision, Transparenz und imposante Klangpracht. Während „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ beeindruckte Solistin Susanne Heisterüber.

Sodann bekamen die Rabberaner Verstärkung, da nicht nur sie am Oktober-Workshop mit Tine Hamburger teilgenommen hatten, sondern einige weitere Sänger ebenfalls. Fulminant sang der große Klangkörper unter der Leitung von Hamburger „Come let us sing“. „Ich freue mich total, dass dieses Projekt zum Reformationsfest so geklappt hat“, bekannte die Leiterin, die zweimal im Jahr nach Bohmte kommt, um einen Gospel-Workshop anzubieten. Für den nächsten Song „He has done marvelous“ sucht Hamburger im Publikum nach tiefen Männerstimmen (Bass). Doch auch Tenor und Sopran waren gefragt. Soll heißen, die Besucher wurden mit einbezogen, was bestens gelang.

Die Citykirche Wuppertal

Den zweiten Teil eröffnete „New City voice“ mit „Holy spirit Raindown“. Tine Hamburger: „Wir fühlen uns wohl, wir Wuppertaler bei euch.“ Daher, dass der Chor in der Citykirche Wuppertal probe, sei auch der Name entstanden. Das sei keine Kirche, sondern ein Café. Jeder sei dort eingeladen, um gleichzeitig den spirituellen Raum zu nutzen. Als sie vor zweieinhalb Jahren nach Wuppertal gezogen sei, habe der Pastor gesagt: „Dich kann ich gebrauchen; wir brauchen hier auch einen Gospelchor. Da waren die Weichen gestellt und ich habe den Chor gegründet.“ Homogen überzeugte „New City voice“ durch ein klangvolles, manchmal fast schwebendes Piano bis hin zu einem kraftvollen Forte und erstaunte mit einer hohen stimmlichen Flexibilität. Und Tine Hamburger strahlte mit ihrer stimmgewaltigen grandiosen (Soul-)Stimme Schwingungsmuster aus, sendete mit jeder Nuance eine Botschaft.

Stehende Ovationen

Am Ende waren es nicht nur Beifallsstürme, sondern auch Pfeifen, Stampfen und stehende Ovationen. Deshalb sangen die Zugaben „I am a small part of the world“ und „Stay with me“ alle Beteiligten, sodass die Bühne einer Belastungsprobe von über 70 Sängern standhalten musste. Ein bewegendes Konzerterlebnis mit Langzeitwirkung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN