Verbesserungen bis Ende 2018 Hoffnung für die Gemeinde Bohmte auf schnelles Internet

Für schnelles Internet sind Glasfaserkabel erforderlich. Archivfoto: Julian Stratenschulte/dpaFür schnelles Internet sind Glasfaserkabel erforderlich. Archivfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Hunteburg. Ratsvorsitzender Rolf Flerlage fasste den Vortrag des Ersten Kreisrats Stefan Muhle zum Thema „Breitbandausbau in der Gemeinde Bohmte“ so zusammen: „Bis Ende 2018 sind große Verbesserungen zu erwarten. Wir freuen uns darauf.“

Die Informationen zum aktuellen Planungsstand rund um schnelles Internet und weiteren Perspektiven nahmen in der Sitzung des Gemeinderates Bohmte, die in der Wilhelm-Busch-Schule in Hunteburg stattfand, breiten Raum ein. Dass der Erste Kreisrat mit dem Elektroauto nach Hunteburg gekommen war, veranlasste Bürgermeister Klaus Goedejohann bei der Begrüßung zum Flachsen. „Der Wagen hängt an der Strippe und lädt auf. Sollen wir die Ausschussberichte vorziehen, damit die Ladezeit reicht?“ Muhles Antwort: „Unbedingt.“

Konkrete Verbesserungen

Auf jeden Fall wurde der Gast aus Osnabrück nach gut 70 Sitzungsminuten mit Beifall verabschiedet. Er hatte von ganz konkreten Verbesserungen für die Bürger der Gemeinde Bohmte, die bislang von schnellen Verbindungen nur träumen konnten, berichtet. „Wir bauen jetzt in der Fläche aus“, so die Ankündigung des Ersten Kreisrats. Und auch die alternative Antriebstechnik des Autos funktionierte. Von einer Panne auf dem Heimweg mangels Batterieleistung war jedenfalls nichts zu hören.

Hohe Investitionen

Zwischen dem Landkreis und den Kommunen, so auch mit Bohmte, gibt es eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung. Gemeinsam sollen 39 Millionen in den Breitbandausbau investiert werden. 700.000 Euro davon entfallen auf die Gemeinde Bohmte, wobei eine 60:40-Finanzierung auf drei Jahre gilt. Als Grundversorgung gilt inzwischen eine Leistung von 30 Mbit/s. Überall, wo dieser Wert nicht erreicht werde, dürfe die öffentliche Hand eingreifen, so Muhle. Angestrebt wird ein Kabelverzweigeraufbau (Das sind die Technikschränke und die letzten Schaltstellen vor dem Hausanschluss), der Kupfer- durch leistungsfähigere Glasfaserkabel ersetzt. Der Erste Kreisrat: „Alle Verzweiger, die der Markt nicht macht, macht der Landkreis.“

Informationen fehlten

Damit seien aber noch nicht sämtliche Versorgungsprobleme gelöst. Denn wenn zwischen dem Verteiler und dem Abnehmer lange Strecken (dann wieder mit Kupferkabel) liegen, nimmt die Leistung schnell ab. Und noch eine Schwierigkeit habe überwunden werden müssen. Muhle: „Wir hatten keine Informationen der Telekom darüber, welche Gebäude an welchem Verzweiger hingen.“ Nach und nach habe sich gezeigt, dass die Verzweiger nicht unbedingt im Zentrum eines Versorgungsbereichs stehen und bei den Anschlüssen nicht immer der direkte Weg gewählt wurde. Und was bei Telefonleitungen unproblematisch sei, habe auf Internetverbindungen fatale Wirkung. Der Referent forderte: „Alle am Markt Beteiligten sollten zusammenwirken. Ohne Informationen kann der Ausbau nicht gelingen.“

Baubeginn noch im Jahr 2017

Vorgesehen sind 400 Kilometer neue Trasse plus dem Zugriff auf 130 Kilometer Leerrohre der Innogy. Die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten soll in vier regionalen Losen erfolgen, damit parallel ausgebaut werden kann. Ziel ist der Baubeginn im Jahr 2017 und die Fertigstellung möglichst bis Ende 2018. Die Frage „Was ist mit den Bürgern, die nicht von der Versorgung über Kabelverzweiger profitieren?“, beantwortete Muhle ebenfalls. „Dann kann auf das neue Netz zurückgegriffen und ein direkter Anschluss bis ins Haus (FttB) mit Glasfaser erfolgen.“ Wo sich keine Lösung finden lasse, solle über Zwischenschritte nachgedacht werden. Das könne auch Breitbandversorgung per Satellit sein.

Informationen im Netz

Goedejohann verwies zum Abschluss darauf, dass die die Unterlagen zum Breitbandausband mit Standorten der Verzweiger und der Trassen auf der Homepage der Gemeinde Bohmte ins Netz eingestellt werden. Reaktion aus dem Rat: „Wenn die Anschlussqualität zum Hochladen reicht...“


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