Podiumsdiskussion in Dielingen Sind Wölfe in der Region eine Gefahr?

Von Heidrun Mühlke

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Dielingen . Der Wolf ist zurück im Nordwesten. Die Rückkehr des streng geschützten Wildtiers erhitzt die Gemüter – freut Tierschützer, Landwirten treibt seine Heimkehr tiefe Sorgenfalten auf die Stirn. Das wurde auf einer Veranstaltung in Dielingen deutlich.

Denn der Wolf reißt ihre Weidetiere, zahlreiche Schafe und Rinder sind dem Raubtier bereits zum Opfer gefallen. Der böse Isegrim ist eine Gefahr – darum fordern Schäfer und Landwirte die Wölfe zum Abschuss freizugeben. Sorgen und Ängste, Wut und Vorurteile diskutierten Landwirte, Weidetierhalter, Jäger, Wolfsexperten und Politiker im Dielinger Gemeindehaus. Der Westdeutsche Rundfunk veranstaltete dort die Hörfunksendung „WDR 5 Stadtgespräch“ zum Thema „Der Wolf in NRW – Schießen oder schützen?“ Rund 100 Interessierte waren gekommen.

Zwar wurde der Wolf bislang in Nordrhein-Westfalen nur gesichtet, sesshaft ist noch keiner – im direkt benachbarten Niedersachsen haben sich aber bereits Wolfsrudel angesiedelt. Besonders im Grenzgebiet macht sich unter den Landwirten und Weidetierhaltern Angst um ihre Tiere breit. Mit Mahnfeuern demonstrierten sie kürzlich für eine Jagdregulierung.

Keine Panik vor dem Wolf

Die Aufregung ist groß, die Menschen in der Region sind in Sorge darüber, dass der Wolf in Ihrer Nähe unterwegs sein könnte. Sowie Gertrud Linden aus Lemförde, die gerne im Waldgebiet des Stemweder Berges spazieren geht und Angst hat, dort dem Wolf zu begegnen. „Kann ich gefahrlos dort spazieren gehen?“, fragte die Seniorin in die Runde. Peter Schütz vom NRW Umweltministerium konnte sie beruhigen, dass sie keine Panik vor dem Wolf haben müsse, denn das Tier sei scheu und ziehe sich bei Begegnungen zurück.

Als völlig harmlos bezeichnete ein Landwirt aus Kirchlengern den Wolf. Er ist überzeugt davon, dass für den Menschen keine Gefahr von dem wilden Tier ausgehe. Auch Stefan Bulk (Nabu Minden-Lübbecke sieht das ähnlich. „Erst der Mensch macht das Wildtier zum Problemwolf, indem er das Tier anlockt und füttert“.

Zum Abschuss freigegeben

Problematische Wölfe jedoch seien zum Abschuss freigegeben. Wie aber solle problematisch definiert werden? Micha Dudek, Tierökologe und Wolfsexperte sieht ebenfalls keine Gefahr in der Wolf-Mensch-Beziehung. „In anderen Ländern gibt es keine Probleme“, weiß der Experte. Auch Norbert Schmelz, Förster in Stemwede ist der Meinung, dass die Rückkehr des Wolf so lange in Ordnung sei, wenn er Wildtiere fresse und keine Nutztiere.

„Klar, bevorzugt der Wolf Wildtiere“, betonte Dudek, allerdings wenn sich Gelegenheit böte würde der Wolf auch auf Weidetiere zugreifen, bevorzugt Jungtiere. Die Idee der Prävention, die Weidetiere durch Zäune zu schützen, fand in der Runde allerdings wenig Anklang. „Das ist doch eine bessere Imbissbude für den Wolf“, so ein Besucher.

Ich bin Tierschützer

Wilhelm Brüggemeier, vom westfälisch-lippischen Landwirtschaftsverband sieht die Problematik, so wie die meisten der Gäste der Talkrunde auch. „Ich bin Tierschützer und für meine Tiere verantwortlich“, machte der Landwirt ganz klar deutlich und fordert, den Wolf bejagen zu dürfen.


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