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Bürger packen mit an Tiertransporter in Bohmte verunglückt: Schweine laufen frei herum


Bohmte. In Bohmte ist am Donnerstagabend gegen 21 Uhr ein Transport-Lkw mit 180 Schweinen in einer Kurve umgekippt. Viele Tiere liefen daraufhin auf die Straße. 50 Schweine überlebten den Unfall allerdings nicht. Sie mussten eingeschläfert werden, so die Polizei am Freitag.

Nach Angaben der Polizei war der 42-jährige Fahrer des Sattelzuges von Bohmte aus unterwegs zu einem Schlachthof. Beim Befahren einer starken Linkskurve auf der Straße „Am Schwaken Hofe“ kippte der Sattelzug auf die Beifahrerseite. Der Fahrer blieb unverletzt. Unfallursache war offensichtlich zu schnelles Fahren in der Kurve. Außerdem stand der Fahrer unter Alkoholeinfluss, so die Polizei. Der Führerschein wurde sichergestellt.

Absperrungen mit Leitern

Die Ortsfeuerwehr Bohmte wurde um 21.15 Uhr gerufen, etwas später die Ortsfeuerwehr Herringhausen sowie das Technische Hilfswerk aus Bad Essen. Die wichtigste Aufgabe bestand zunächst darin, die freilaufenden Tiere durch Absperrungen mit Leitern am Entkommen zu hindern. Einige Schweine liefen bereits am nahe gelegenen Bahndamm entlang. Deshalb wurde der Zugverkehr auf Veranlassung des Notfallmanagers und der Bundespolizei unterbrochen. Einsatzkräfte suchten die Strecke ab und trieben die Tiere zusammen. Nachdem keine unmittelbare Gefahr mehr für den Zugverkehr bestand, wurde bis Mitternacht für das Passieren der Stelle an der Bahnüberführung „Langsamfahrt“ angeordnet.

Bürger halfen mit

Die Helfer des THW bauten rund um die Einsatzstelle eine Beleuchtung auf. Die Einsatzkräfte standen nun vor der Aufgabe, die lebenden Tiere in ein Ersatzfahrzeug umzuladen und die toten Tiere aus dem Anhänger zu ziehen. Feuerwehrkräfte, THW-Helfer und sogar einige Bürger packten gemeinsam an.

Bevor der Lkw geborgen werden konnte, mussten alle Schweine aus dem Auflieger entfernt werden. Inzwischen waren vier Tierärzte eingetroffen. Etwa die Hälfte der Tiere war bereits gestorben oder musste nach Beurteilung der Tierärzte eingeschläfert werden. Die noch lebenden Tiere wurden auf ein Ersatzfahrzeug getrieben. Für den Abtransport der toten Schweine wurde ein Unternehmen für Tierkörperverwertung aus Icker angefordert.

Mit „Schlips und Kragen“

Nach einigen Stunden konnten die Feuerwehrkräfte aus Herringhausen dann nach schweißtreibender Arbeit wieder Abrücken. Die Einsatzkräfte dieser Ortsfeuerwehr waren mit „Schlips und Kragen“ vom Kommersabend in der Schützenhalle Stirpe-Oelingen aufgebrochen. Für die anderen Einsatzkräfte war die Arbeit, die viel Kraft, Ausdauer und Schweiß kostete, gegen 3 Uhr beendet. Den Einsatz leitete Thomas Niermann, Ortsbrandmeister von Bohmte.

Sattelzug aufgerichtet

Nun konnte das Bergungsunternehmen, das zuvor schon Vorbereitungen getroffen hatte, mit dem Aufrichten des Sattelzuges beginnen. Zwei starke Bergeschlepper und ein Autokran wurden in Stellung gebracht und Stahlseile angeschlagen. In feiner Abstimmung wurden die Seile angezogen. Langsam richtete sich der gesamte Sattelzug auf und stand um 4 Uhr wieder auf den Rädern. Jetzt war erkennbar, dass das Fahrzeug erheblich beschädigt wurde. Ein Geländer am Fahrbahnrand war platt gedrückt worden. Der Sattelzug wurde auf Anordnung der Polizei sichergestellt und zum Betriebshof nach Engter abgeschleppt. Zum Abschluss wurde die Fahrbahn maschinell von Kot, Blut, Erde und Betriebsflüssigkeiten gereinigt. Die Fahrbahn wurde um 6.09 Uhr wieder frei gegeben.


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