Bühnenspaß der Theatergruppe Hunteburg lacht über „Drei Mann in einem Bett“


Hunteburg. Im Laientheater spielen Laien Theater. Aber was die Hobby-Schauspieler der Theatergruppe Hunteburg bei ihrer Premiere auf die Bühne zauberten an Spielfreude, Spaß an Humor und präziser Arbeit, davon können sich auch Profi-Schauspieler eine gute Scheibe abschneiden.

Dazu der Running Gag des Stücks: Kevin (Mirko Bubel), der als Sohn der „Familie“ verkleidet, das Gedicht für die Erbtante mehrfach aufsagt, die aber immer und immer wieder doch noch gar nicht aufgetaucht ist…

Wenige Sekunden des Stücks machen deutlich, worum es geht. Die sexuelle Orientierung der dreiköpfigen Männer-WG ist eindeutig. Sprachklang, Habitus und Kleidung – Frank Moser (als Heribert), Mirko Bubel (Kevin) und Stefan Wessel (Justin) gelingt es höchst professionell, ihre Rollen als Schwule auszufüllen. Es soll gemeinsam in der Wohnküche gefrühstückt werden. Es werden Brötchen geholt, die (rosarote) italienische Sportzeitung dabei mitgebracht, „wegen der knackigen Fußballer auf den Bildern“. Es könnte alles so schön sein in dieser Morgenstunde, wenn doch endlich „wieder Wasser aus dem Hahn kommt“, da müsste sich dringend mal jemand kümmern – um die Spüle in der Küche.

Das ist jedoch bald das geringere Problem. Denn die Postbotin Uschi (Sandra Srba) hat diesmal einen Brief mit einer besorgniserregenden Nachricht dabeigehabt: „Großer Gott“, sagt Heribert: „Tante Adele kommt – heute noch!!“

Tante Adele versorgt das Trio regelmäßig mit Geld, weil sie glaubt, ihr Lieblingsneffe Heribert lebe mit Frau und Kind zusammen. Von der Männerliebe zu dritt hat sie aber bisher nicht den blassesten Schimmer… Also muss Justin sich als brave Ehefrau verkleiden, und Kevin bekommt Kinderklamotten angezogen und künstlich einen Klumpfuß verpasst.

Täuschungsmanöver

Das mit dem Klumpfuß hatte sich Heribert ausgedacht, damit die reiche Erbtante auch noch einen vermeintlichen Pflegezuschuss übernimmt. Die Tante zu täuschen, das gehöre sich ja eigentlich nicht so recht, aber „wenn wir mit der Wahrheit rausrücken, ist die Kohle erst recht futsch!“ Also muss die alte Dame getäuscht werden, wenn sie hier nachher noch auftaucht! Und so nimmt das Stück zu Beginn des zweiten Aktes erst so richtig Fahrt auf. Auf der Bühne geht es nun drunter und drüber, immer wieder neue Aspekte beinahe im Sekundentakt ergeben sich. Justin muss einen Busen unter die Bluse bekommen. Luftballons helfen und auch ein BH, wenn auch eher nur notdürftig. Bei der Umkleide-Aktion taucht Putzfrau Aishe Ata (Kerstin Schubert) auf, und die erschrickt sich in den nächsten Minuten gleich mehrfach, angstvolles Gekreische inklusive, dabei sucht sie doch nur „Meister Propper, denn Aishe machen sauber“, wie sie stets stolz verkündet. Vermieterin Karla Krummnagel (Petra Wallstab) hat Aische inzwischen erst einmal wieder beruhigen können.

Verwicklungen

Die Turbulenzen nehmen noch zu, als der Installateur (endlich) auftaucht, um den Wasserhahn zu reparieren. Bald liegt der Installateur (Klempner Rudi, gespielt von Manfred Bubel) am Boden, später die Erbtante (Karine Lachmann), die tatsächlich doch noch angekommen ist. Und später, der Installateur ist wieder fit, in den Schrank getragen wird, ohnmächtig – wie zuvor der Installateur. Die arme Putzfrau muss derweil weitere Ungereimtheiten erleben: „Habbe gesehn mit eigene Auge: Tirrkische Ringkampf auf Matratze!“.

Wie die Geschichte dann ausgeht, wird hier nicht verraten. Denn zwei weitere (auch restlos ausverkaufte) Vorstellungen in der Wilhelm-Busch-Schule Hunteburg folgen, am Freitag, 21. April, um 19 Uhr sowie am Samstag, 22. April, 16 Uhr. Nur so viel: Natürlich gibt es ein Happy End. Nur bis es so weit ist, passiert auch im dritten Akt noch eine ganze Menge, und es stellen sich viele weitere interessante Fragen: „Sind Sie die Tante von der Tunte?“ – fragt Postbotin Uschi. Und warum hat der Installateur ein nasses T-Shirt? Wen hat Justin da unter seiner Bluse versteckt? Kommt die Erbtante dahinter?

Schöne Szenen gab es auch am Rande. So als Mirko Bubel (Kevin) sich zum Souffleusen-Kasten beugte, um ein Glas Sekt dort zu platzieren… Und dann, als Stefan Wessel (Justin) kurz aus seiner Rolle fiel und einfach selbst über das turbulente Geschehen auf der Bühne herzhaft lachen musste. Der Beifall vom Publikum folgte prompt. Den Applaus bekamen zu Recht auch Marion Joachimmeyer für die Regie, die Souffleuse Annette Bubel und der Friseur-Salon Kuckuk-Wustrack für die Maske.


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