Treffen der Ortsteilwerkstatt Mehrere Minikreisel auf der Bremer Straße in Bohmte?

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Bohmte. Was kommt nach Shared Space? Mit der künftigen Gestaltung der südlichen Bremer Straße in Bohmte beschäftigt sich eine Ortsteilwerkstatt. Im Jahr 2015 fanden die beiden ersten Treffen statt. Nach längerer Pause kamen Bürger, Planer und Verwaltung jetzt ein drittes Mal im Landgasthaus Gieseke-Asshorn zusammen.

Auch nach Fertigstellung des Shared-Space-Bereichs bleibt die Bremer Straße stark befahren. Rund 11.000 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs. Der Lkw-Anteil ist mit sechs Prozent weiterhin hoch. Darauf wiesen Jörn Janssen und Sabrina Stieger vom SHP-Ingenieurbüro hin. Der Handlungsbedarf existiert also weiterhin. Auf einige Eckpunkte haben sich die Teilnehmer in den ersten beiden Werkstätten bereits festgelegt.

Mehrere Gestaltungsprinzipien

„Es gibt mehrere Gestaltungsprinzipien“, so Fachdienstleiter Alf Dunkhorst. Der Seitenraum der Bremer Straße soll als so genannte Mischfläche erhalten bleiben. Es gibt keinen eigenen Fahrradweg. Geplant ist, auf der Straße einen Bereich für die Radfahrer abzugrenzen. Die Fahrbahn wird optisch enger, was (hoffentlich) zu einer geringeren Geschwindigkeit beiträgt. Ein sogenannter Schutzstreifen wird also ausgewiesen. Zugleich werden die Seitenräume frei gegeben für Radfahrer. Sie können also direkt auf der Straße oder auf dem Seitenraum fahren.

Parkplätze erhalten

Die Hochborde sollen entfernt werden. Stichwort: Barrierefreiheit. Ziel ist es auch, möglichst viele Parkplätze entlang der Straße zu erhalten und mehr Grün durch das Pflanzen von Bäumen zu schaffen. Einig sind sich Bürger, Planer und Kommune auch darin, dass ein Kreisverkehr die beste Lösung für die Einmündung Wehrendorfer Straße/Bremer Straße ist. „Und zwar ein größt möglicher Kreisel“, so die Ortsteilwerkstatt. Solle das nicht zu realisieren sein, wäre zumindest eine geänderte Vorfahrtsregelung in diesem Bereich eine Alternative.

Gestaltung der Knotenpunkte

„Heute geht es um die Gestaltung der Knotenpunkte und die Querungsbereiche“, so Alf Dunkhorst. Fünf Bereiche wurden behandelt: das Areal Bahnhof/Rathaus, die Zufahrt zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), der Bereich Edeka/Fortmann/Düvel, die Einmündung Hauweg und das Areal Volksbank/Sparkasse.

Die SHP Ingenieure haben bereits Gestaltungsvorschläge konzipiert, über die die Teilnehmer des Treffens diskutierten – und auch Alternativen ins Gespräch brachten. Die Moderation des Abends übernahm Klaus Mensing.

Kompliziert wird die Gestaltung des Bereichs Bahnhof/Rathaus mit der Gartenstraße und der Bahnhofstraße. Angelegt werden könnte ein Minikreisverkehr. Denkbar wäre auch eine nur optische Neugestaltung ähnlich wie bei Shared Space. So könnte im Süden der Bremer Straße ein Pendant zur Gestaltung im Norden der Straße geschaffen werden. Problematisch bleibt allerdings die Tatsache, dass die Kleinbahn dort quert und dass Busse in die Bahnhofstraße Richtung Schule fahren müssen.

Die Zufahrt zum ZOB

Die Zufahrt zum ZOB könnte über einen Minikreisverkehr erfolgen. Was ist das überhaupt? Ein solcher Kreisel hat einen Durchmesser von maximal 22 Metern. Verkehrssteilnehmer können darüber hinweg fahren. Die Anlage ist folglich nicht gestaltet. Ein „richtiger“ Kreisverkehr hat eine Größe von mehr als 26 Metern. „Dazwischen ist nichts“, sagte Jörn Janssen. Eine Kreiselgröße von 22 bis 26 Metern sei nirgendwo vorgesehen. Trotz Minikreisels würden Busse aber beim Abbiegen auch in Zukunft in den Gegenverkehr hineinragen. Alternative wäre eine Bedarfsampel nur für Busse. Offen ist noch die Frage, wie viele Kunden des neuen Edeka-Marktes die Zufahrtstraße nutzen werden.

Zebrastreifen oder Mittelinsel

Wo genau sollen ein Zebrastreifen oder eine Mittelinsel in Höhe der Geschäfte Fortmann und Düvel angelegt werden? Wäre eine Minikreisel im Bereich Neustadtstraße die bessere Lösung? Darüber diskutierte die Runde ebenfalls. Einigkeit besteht darüber, dass ein Minikreisel an der Einmündung zum Hauweg eingerichtet werden soll. Durch bauliche Veränderungen sollte der spitze Winkel hier entschärft werden. „Außerdem muss die große Werbetafel weg“, forderten die Teilnehmer.

Shared Space Richtung Süden

Für die Bremer Straße Höhe Volksbank und Sparkasse gibt es zwei Gestaltungsvorschläge: Ein Zebrastreifen könnte eingerichtet werden. Oder Shared Space wird Richtung Süden bis zu den beiden Banken fortgeführt. Hier ist das Meinungsbild geteilt.


Ortsteilwerkstatt:

Nach der endgültigen Herstellung des Shared-Space-Bereichs soll die Ortsteilwerkstatt eine Planung für den weiteren Verlauf der Straße bis zur Einmündung zur Wehrendorfer Straße erarbeitet. Fachlich begleitet wird die Ortsteilwerkstatt von den Büros Convent Mensing aus Hamburg und SHP Ingenieure aus Hannover. Das fertige Gestaltungskonzept wird dann in den politischen Gremien beraten. Gestaltungsvorschlag und Gestaltungsplan müssen auch mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau besprochen werden. Welche Maßnahme sind umsetzbar? Was ist überhaupt erlaubt? Diese Fragen müssen geklärt werden. Und schließlich muss die Finanzierung der einzelnen Vorhaben geregelt werden.

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