Weser-Ems-Tagung in Bohmte Imkerverein Wittlage im Jahr 1917 gegründet

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Bohmte. Ein runder Geburtstag ist allemal ein Anlass zum Feiern. Das gilt auch für den Imkerverein Wittlage, der vor 100 Jahren in Bad Essen im Gasthaus Völker (Kurheim) gegründet worden war. Aus diesem Anlass findet die Vertreterversammlung des Landesverbandes der Imker Weser-Ems am Samstag, 25. März, im Landgasthaus Gieseke-Asshorn in Bohmte statt.

Zu der Vertreterversammlung kommen Delegierte aus insgesamt 63 Imkervereinen des Bereichs Weser-Ems in das Wittlager Land. Sie haben ab 9 Uhr eine umfangreiche Tagesordnung vor sich. Zahlreiche Gäste haben sich angesagt, darunter auch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer. Wichtiger Bestandteil der Zusammenkunft sind Fachvorträge, bei denen es jeweils um die Frage geht: „Wie kann die Varroatoleranz in den Bienenvölkern verbessert werden?“ Referenten sind Paul Jungels, renommierter Buckfastzüchter aus Luxemburg, Peter Spieker, Zuchtdirektor der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker, und Friedrich-Karl Tiesler, Carnicazüchter und Zuchtobmann des Landesverbandes der Imker Weser-Ems und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Toleranzzucht.

Kastenimkerei entwickelt

Gegründet wurde der Imkerverein Wittlage zwar vor ziemlich genau 100 Jahren, aber Bienen wurden schon sehr viel länger gehalten. Der Verein für gemeinnützige Zwecke zu Essen (heute Bad Essen) befasste sich in Sitzungen des Jahres 1861 damit, mit Hilfe der „rationellen Methode“ namhafte Erträge durch die Bienenzucht zu erzielen. Eine wichtige Rolle spielte in diesem Zusammenhang Baron Clamor von dem Bussche-Hünnefeld, der Grundlagen der Kastenimkerei (so wie sie heute betrieben wird) entwickelte und die Verbreitung förderte. Dank der Kastenimkerei konnten die Waben geschleudert und mussten nicht mehr herausgebrochen und gepresst werden. Wie damals Bienenstöcke aussahen, hat der Maler Carl Ludwig Alpers aus Wehrendorf in einer Aquarellzeichnung festgehalten. Das Bild zeigt die Beuten im hünnefeldschen Park.

Imkerei wurde also offenkundig schon deutlich vor der Gründung des Imkervereins im Wittlager Land betrieben. Die Vereinsgründung während des 1. Weltkriegs wird heute damit erklärt, dass es damals eine angespannte Versorgungslage für Zucker (nötig für die Winterfütterung der Bienen) gab und gleichzeitig eine Honig- und Wachsabgabepflicht bestand.

Neun Vorsitzende

In der Liste der Vorsitzenden tauchen innerhalb der zurückliegenden 100 Jahre nur neun Namen auf: Brand, Husemeyer, Hamker, Rübesam, Kohlhaus, Haas, Wellner, Nakat und Rausch. Gerd-Udo Rausch steht seit 1997 an der Spitze der Wittlager Imker. Er verweist auf die Bedeutung der Bemühungen um die Zucht varroaresistenter Bienenvölker. Der Bohmter sagt: „Es gibt bereits Völker, in denen die Bienen erkennen, welche Teile der Brut von Varroamilben infiziert sind und diese hinauswerfen.

Zum Imkerverein Wittlage gehören aktuell 40 Mitglieder, die rund 250 Bienenvölker betreuen. Rausch sagt: Die Imkerei findet hier großen Zuspruch bei allen Generationen. Da wir aktiv ist, haben wir einen guten Zulauf.“


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