Jubiläumskonzert in Arenshorst Posaunenchor Herringhausen geht auf Amerikatournee

Von Gertrud Premke

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Arenshorst. Was macht ein Orchester, bevor es auf Konzertreise geht? Die Antwort: Er gibt ein Konzert vor heimischem Publikum. So geschehen in der St.-Johannis-Kirche in Arenshorst. Der Posaunenchor Herringhausen präsentierte Ausschnitte des Amerika-Programms.

„Das war ein einmalig schönes Konzert, damit kann man auf Reisen gehen . Es war einfach super,“ meinte ein Besucher nach der fast zweistündigen Veranstaltung. Genau das tut der Posaunenchor Herringhausen Anfang Oktober. Eine Auswahl aus dem Repertoire der anstehenden 16-tägigen Konzertreise, die 30 Teilnehmer von San Francisco bis New York führt, boten die Musiker in ihrem Jubiläumskonzert zum 130-jährigen Bestehen .

Viele feierten mit

Mit der 1. Ouvertüre der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel gab der Posaunenchor Herringhausen seinen Einstand. Vorsitzender Herbert Jelonek begrüßte die zahlreichen Gäste, Freunde und Besucher. Mit dabei auch Klaus Goedejohann, Bürgermeister der Gemeinde Bohmte, Hans Hentschel, Superintendant des Kirchenkreises Bramsche, Pastor Dr. Hans-Jürgen Milchner, Hartwig Ventker, vom Kulturring Bohmte, die ehemaligen Pastore Dr. Karl-Heinz Kuhlmann und Raimund Sander, Landesposaunenwart Christian Fuchs, Kreischorleiter Martin Stindt sowie Nachbarchöre und örtlichen Vereine.

„Ganz besonders freue ich mich über das zahlreiche Erscheinen der vielen Gruppen aus der eigenen Kirchengemeinde Arenshorst und ganz besonders begrüße ich den Gospelchor Arenshorst mit seiner Dirigentin Zilli Hünninger. Der Gospelchor wird unser Konzert mit gestalten, „ kündigte Jelonek an. Weiter hieß es: „Und Jürgen, die Wahl fiel auf dich, als junger Moderator zu fungieren, weil Du noch mehrsprachig aufgewachsen bist. Neben Hochdeutsch sprichst du Plattdeutsch und davon wirst du sicherlich einige Kostproben liefern.“ Verschmitzt wies Jelonek auf die folgende Moderation von Jürgen Oelgeschläger hin, der souverän durch das musikalische Programm führte .

Allen ein herzliches Willkommen

Im ersten Teil des Konzertes verzauberten die Bläser die Zuhörer mit „ Gloria sei Dir gesungen“, „Highland Cathedral“ und „Irische Segenswünsche“. Darauf folgten der atemberaubende Gospelgesang mit „ Peace like a river“, „Der Steigermarsch“, „Die Post im Walde“ und der „Schneewalzer“ – letzterer unter großem Applaus. Lockere Stimmung herrschte im Gotteshaus, die mit dem Titel „Mein kleiner grüner Kaktus“ aus den Zwanzigern noch weiter stieg, nachdem der Gospelchor mit der Einlage „Now let us sing“ und „Now we get a friend“ sein sängerisches Können beweisen hatte.

Eine Pause zur Übermittlung von Grüßen wurde eingelegt. Den Anfang machte Bürgermeister Goedejohann, der den Chor als ein Aushängeschild für die Gemeinde Bohmte bezeichnet. Er wünschte einen guten Aufenthalt in Amerika mit viel Werbung für die Heimat und als Botschafter für den Glauben. Hartwig Ventker vom Kulturring gratulierte zum 130. Geburtstag, erwähnte die Berührungsachse zwischen Kulturring und Posaunenchor während des traditionellen Adventskonzertes, und dass Tradition auch ein Stück Heimat sei.

Das wertvollste Blech

Pastor Milchner sprach sein Dankeschön und Respekt für die musikalische Verkündigung aus, er sei stolz auf den Chor. „Das Blech der Posaunen ist das wertvollste Blech, das es gibt.“

Vorgänger Pastor i.R. Raymond Sander bedankte sich ebenfalls für das Engagement. „Das Pferd zu satteln in einer Zeit, wo die Gesellschaft so gespalten ist, da tut es gut, Menschen zu haben, die den „ guten Ton“ weitergeben können. Menschen brauchen ein Signal, einen Ton, der sich auf eine Zukunft ausrichtet. Der Blick des Chores geht in eine Zukunft.“

Pastor i.R. Karl-Heinz Kuhlmann gratuliert dem Chor und bemerkt, dass der Herringhauser Chor eine „der letzten verbliebenen Säulen in der Kirche Arenshorst sei.“ Kuhlmann bedankt sich bei den Chorleitern der 130-jährigen Geschichte und nannte besonders Hermann Beckmann und Reinhard Kuhr. Er selbst habe den Chor 32 Jahre begleitet und für ihn werde es nun ein letztes Mal sein, dass er mit in die USA reise – mit Gottes Segen.

Musikalisch geht es weiter mit „Im tiefen Keller“, wo Rolf Kasting auf seiner Tuba von der Tonleiter „in den Keller hinauf- und hinab steigt“. Mit Blick auf die bevorstehende Amerika-Reise folgte „Mississipppi Shuffle Boat“.

Musikalische Gratulation

Die Gospels singen und gratulieren: „Heute feiern wir Geburtstag und singen Dir ein Lied“. Nach dem anschließenden „Gabriella Song“, einzigartig vom Chor interpretiert, kommen Emotionen hoch. Das zeigt der anschließende rauschende Applaus der Zuhörer. Die Gospels danken mit einem „Halleluja“. „Da bekommt man Gänsehaut“, meint auch Moderator Oelgeschläger.

Weiterhin werden Grüße vom Schützenverein Stirpe-Oelingen durch Matthias Storck übermittelt, ebenso vom Posaunenchor Bohmte, sozusagen „Geschwisterchor“, vertreten durch Jens Steuwer. Landesposaunenwart Christian Fuchs dankt allen Menschen, die in 130 Jahren Dienst gemacht, Menschen motiviert und in dem Posaunenchor auch ein Zuhause gesehen haben.

Überwältigende Stimmung herrscht am Ende des Konzertes bei „Everybody needs somebody“. Und als Zugabe spielten die Bläser den „Abendsegen“. Die Zuhörer haben ein überwältigendes Jubiläumskonzert erlebt. Sie wissen: „Damit kann sich der Posaunennchor Herringhausen in den USA hören lassen.“


Geschichtliches

„130 Jahre Posaunenchor Herringhausen, dieses Alter zeugt von der wachen Umsicht einer Gründergeneration. Es war der 14. März 1886, da wurde der Chor durch den damaligen Pastor Otto Strecker mit zwölf musikbegeisterten Männern gegründet. Das bedeutet, nunmehr 130 Jahre musizieren, um die Botschaft der Lieder und Choräle zu Gehör zu bringen. Damit hat der Chor vielen Menschen, nicht nur in unserer Gemeinde, viel Freude bereitet und wohl auch sich selbst. Entscheidend für den Fortbestand wird es aber sein, dass uns die Zielsetzung der Gründergeneration und ihrer Nachfolger als tiefes inneres Anliegen erhalten bleibt, denn nur was man von Herzen tut, wird dem Hörer auch zu Herzen gehen“, so Vorsitzender Herbert Jelonek. Er fuhr fort: „Und ohne die Freude am Musizieren und gemeinsames Erleben würde wohl kein Posaunenchor auf Dauer überleben.“

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